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Von der Regionalliga in die 1. Liga: Kai Pröger. - © Andreas Zobe
Von der Regionalliga in die 1. Liga: Kai Pröger. | © Andreas Zobe

SC Paderborn Jetzt geht’s gegen Bayern statt gegen Herkenrath

SC Paderborn: Flügelflitzer Pröger schafft in nur sechs Monaten den Sprung von der vierten in die erste Liga. Der 27-Jährige ist ein Musterbeispiel für die unglaubliche Entwicklung einer ziemlich unerfahrenen, aber enorm lernwilligen Mannschaft

Frank Beineke
20.05.2019 | Stand 19.05.2019, 21:20 Uhr |

Dresden. Der Erstliga-Aufstieg des SC Paderborn ist schon an sich ein Märchen. Doch dann wären da noch diese persönlichen Geschichten, die märchenhaft anmuten. Beispielsweise die von Kai Pröger. Der kickte bis zum Januar noch für Rot-Weiß Essen gegen Gegner wie Kaan-Marienborn, Straelen und Herkenrath. Nächste Saison geht’s für den 27-Jährigen gegen Bayern, Dortmund und Schalke. „Das ist alles eine ganz kranke Sache. Ich hätte noch vor einem Jahr nicht daran geglaubt, 2. Liga spielen zu können. Die 3. Liga wäre schon großartig gewesen. Das kann ich alles noch gar nicht realisieren", sagte Pröger nach der „wunderschönen" 1:3-Niederlage in Dresden. Durch das 2:2 von Union Berlin in Bochum waren Spielanalysen somit überflüssig. Der SCP-Flügelflitzer, der als einer der wenigen Paderborner in Dresden Normalform erreicht hatte, lieferte dennoch eine Erklärung. „Die Beine waren ganz schwer. Wir haben uns total schlapp gefühlt und viele haben wohl auch nicht richtig schlafen können. Der Kopf hat nicht mitgespielt", sagte Pröger. Wer soll es der unerfahrenen Truppe verdenken? Liste ließe sich beliebig fortsetzen „Ein Pröger kommt von RWE. Ein Antwi-Adjei aus Sprockhövel. Ein Klement hat in der U 23 von Mainz was versucht. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Da kann ich es nachvollziehen, wenn der Druck mal zu groß ist. Ich hatte an der Linie auch nicht meinen besten Tag", so Coach Steffen Baumgart. Doch die Ansammlung von Spielern aus unteren Ligen wird künftig in der Beletage des deutschen Fußballs auf Torjagd gehen. „Die Jungs haben sich das verdammt hart erarbeitet, im Konzert der Großen mitzuspielen", betonte Baumgart, der am Tag des Triumphes allerdings eine schlechte Nachricht verkraften musste. Torwart Leopold Zingerle hatte sich kurz vor der Pause im Duell gegen Dynamo-Stürmer Moussa Koné eine schwere Schulterverletzung zugezogen. „Es sieht nicht gut aus", so der SCP-Coach. Immerhin hat Zingerle durch den Aufstieg nun mehr Zeit zum Auskurieren. Die 1. Liga startet erst vom 16. bis 18. August an.

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