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Knapp daneben ist auch vorbei: Marvin Bakalorz (r.) verfehlt bei der Aufstiegsfeier 2014 den Mund von Marc Vucinovic. - © imago
Knapp daneben ist auch vorbei: Marvin Bakalorz (r.) verfehlt bei der Aufstiegsfeier 2014 den Mund von Marc Vucinovic. | © imago

SC Paderborn Paderborns Aufstiegshelden von 2014 drücken die Daumen

Vier Ex-SCP-Spieler, die am 11. Mai 2014 den Sprung ins Oberhaus feierten, sind zuversichtlich, dass sich am Sonntag Geschichte wiederholt

Frank Beineke
17.05.2019 | Stand 17.05.2019, 16:17 Uhr

Paderborn. Am 11. Mai 2014 wurde Paderborn zu „Partyborn". Mit einem 2:1-Heimsieg gegen den VfR Aalen machte der SC Paderborn den ersten und bislang einzigen Erstliga-Aufstieg perfekt. Nun könnte erneut der Sprung ins Oberhaus gelingen. Vor dem Zweitliga-Saisonfinale bei Dynamo Dresden (Sonntag, 15.30 Uhr, Rudolf-Harbig-Stadion) hat nw.de mit Aufstiegshelden von 2014 über die Drucksituation vor dem Aalen-Spiel und über ihre persönliche Meinung zum aktuellen SCP-Erfolgsteam gesprochen. MARIO VRANCIC Edeltechniker und Siegtorschütze gegen Aalen „Wir waren uns damals sicher, dass wir das Ding gewinnen", blickt Mario Vrancic auf die Partie gegen Aalen, in der er zum Matchwinner werden sollte. Der Edeltechniker war der mit Abstand beste Mann auf dem Platz, markierte in der 21. Minute das 2:1 und führte den SCP somit in die 1. Liga. „Nach außen hin haben wir den Ball immer flach gehalten. Aber intern war uns damals schon Ende Februar bewusst, dass wir das Zeug für den Aufstieg haben", sagt Vrancic, der seit zwei Jahren für Norwich City spielt. Doch auch auf der Insel verfolgt er intensiv den Werdegang seines Ex-Klubs. „Ich freue mich brutal für Paderborn. Solche Geschichten schreibt nur der Fußball", erklärt der 29-Jährige. Zugleich lobt er das aktuelle Team. „Das ist eine geile Truppe. Die bieten pures Entertainment und werden es am Sonntag packen", betont Vrancic, der ein Aufstiegsexperte ist. So gelang ihm unlängst mit Norwich der Sprung in die Premier League. Beim entscheidenden 2:1-Sieg gegen Blackburn schoss Vrancic das zweite Tor für Norwich – wie damals gegen Aalen in der 21. Minute. MARC VUCINOVIC Mittelfeldspieler und Torschütze zum 1:1 gegen Aalen Von 2013 bis 2018 stand Marc Vucinovic beim SCP unter Vertrag. Der sympathische Hannoveraner wurde in dieser Zeit leider immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Mit dem 1:1-Ausgleich gegen Aalen sicherte sich „Vuci" am 11. Mai 2014 aber einen festen Platz in der Vereinshistorie. „Als wir damals vor dem Matchball standen, war das schon eine besondere Situation. Aber es war ein positiver Druck", erinnert sich Vucinovic. Auch vom frühen 0:1-Rückstand ließ sich sein Team nicht aus der Bahn werfen. „Es war zwar ein Schock. Aber danach haben sofort wieder die Automatismen gegriffen", sagt der 30-Jährige, der weiter Kontakt zum aktuellen SCP-Team pflegt. „Vor rund einem Monat habe ich noch beim Training vorbei geschaut und den Jungs gesagt, dass sie aufsteigen werden", erklärt Vucinovic, für den der SCP-Höhenflug nicht überraschend kam. „Diese Mannschaft ist extrem hungrig, lässt sich von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen und spielt den besten Fußball der 2. Liga. Da passt einfach alles", so der Aufstiegsheld von 2014, der seine Profi-Karriere inzwischen beendet hat und nun für den Bezirksligisten 1. FC Sarstedt kickt. „Ich habe keine Zweifel, dass der SCP am Sonntag feiern kann. Denn wer so einen Fußball zelebriert, hat nichts anderes als den Aufstieg verdient", urteilt „Vuci". DANIEL BRÜCKNER Linksverteidiger und Paderborner „Fußballgott" „Das war ein extremer, aber positiver Druck. Wir wussten: Heute kann ein Traum in Erfüllung gehen", sagt Daniel Brückner mit Blick aufs damalige Saisonfinale gegen Aalen. Der langjährige SCP-Fußballgott erinnert sich an die gespenstische Ruhe, die nach dem 0:1 in der Arena geherrscht hatte. „Aber dann haben wir Nervenstärke bewiesen. Auch am Sonntag in Dresden wird es auf die Nerven ankommen. Es wäre gut, wenn der SCP in Führung geht", sagt der 38-Jährige, der nun für den Hamburger Oberligisten Niendorfer TSV kickt. Da Niendorf schon am Freitagabend im Einsatz war, wird Brückner das Paderborner Spiel in Dresden live im TV verfolgen. Und der Mann mit dem Spitznamen „Bohne" ist guter Dinge, dass sein Ex-Klub triumphiert. „Paderborn spielt den attraktivsten Fußball der Liga und hat in den vergangenen zwei Jahren nach all den zuvor erlittenen Tiefschlägen eine überragende Leistung vollbracht. Markus Krösche und Trainer Steffen Baumgart machen eine super Arbeit", lobt Brückner. Für Sonntag tippt er auf einen Paderborner 3:1-Sieg. „Ein Tor gönne ich Dresden. Da spielen mit Sören Gonther und Jannis Nikolaou ja auch zwei gute Kumpel von mir." MARVIN BAKALORZ Mittelfeldspieler und späterer SCP-Kapitän Der gebürtige Offenbacher war zur Rückrunde der Aufstiegssaison 2013/2014 von Eintracht Frankfurt an die Pader gekommen. In eben jener Rückrunde holte der SCP sagenhafte 39 Punkte. „Wir gingen auf den Platz und wussten: Wir gewinnen dieses Spiel", erinnert sich Marvin Bakalorz an diesen Wahnsinnslauf, der auch am letzten Spieltag gegen Aalen nicht enden sollte. Daran konnte auch das frühe 0:1 nichts ändern. „Es war ein Hallo-Wach-Effekt. Und wir wollten es unbedingt schaffen", betont „Baka", der nun für Hannover 96 spielt. Als SCP-Kapitän musste er 2016 den Abstieg aus der 2. Liga miterleben. Um so größer ist seine Freude über das Comeback der Paderborner. „Dieses SCP-Team ist eine Einheit mit einer brutalen Offensive. Das habe ich schon gemerkt, als wir mit Hannover ein Testspiel gegen Paderborn bestritten haben", sagt der 29-Jährige.

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