Christopher Antwi-Adjei zeigt es an, das Spiel gegen Dresden ist auch eine Kopfsache. - © Wilfried Hiegemann
Christopher Antwi-Adjei zeigt es an, das Spiel gegen Dresden ist auch eine Kopfsache. | © Wilfried Hiegemann

SC Paderborn Wie schafft der SCP den Aufstieg? Ein Sportpsychologe rät: Volldampf voraus!

Die mentale Vorbereitung auf dieses besondere Spiel ist für den SC Paderborn sehr wichtig

Uwe Kleinschmidt
19.05.2019 | Stand 19.05.2019, 08:35 Uhr

Paderborn. Der SC Paderborn spielt bei Dynamo Dresden um nichts weniger als den direkten Aufstieg in die Bundesliga. Der Gegner kann schon seit dem 2:1-Sieg am 3. Mai gegen St. Pauli seine Mannschaftsfahrt planen. Der besonders im Fußball gerne hin- und hergeschobene Druck liegt also eindeutig beim SCP. Dresden hingegen kann „befreit aufspielen", wie man so sagt. Die Dynamos werden sich allerdings wohl eher nicht mit aller Verve in die letzten Zweikämpfe der Saison werfen. Wer hat denn nun den psychologischen Vorteil? „Die mentale Vorbereitung auf dieses Spiel ist für den SC Paderborn ganz wichtig", sagt Moritz Anderten (37), Sportpsychologe beim Olympiastützpunkt Rheinland in Köln. Der 37-Jährige geht davon aus, dass die Dresdner das Feld durchaus nicht kampflos räumen werden: „Ein Heimspiel und der Wille, sich vernünftig von den Fans zu verabschieden, können eine große Motivation sein." "Von Beginn an höchste Konzentration" Paderborns Trainer Steffen Baumgart müsse zwei Komponenten in die Köpfe der Spieler tragen. Anderten: „Erstens, dass sie das stärkere Team stellen, wie die bisherigen 33 Spieltage klar gezeigt haben. Und zweitens, dass diese Einstellung wichtig für die Vorbereitung ist, aber mit dem Anpfiff ausgeblendet werden muss. Also von Beginn an höchste Konzentration." Anderten erklärt die vier Grundpfeiler, auf die die Paderborner ihr Spiel gegen Dresden stützen müssen: „Die Kommunikation auf dem Feld ist enorm wichtig. Dazu muss es eine klare Führungsstruktur unter den Spielern geben und damit auch eine Rollenklarheit. Das letzte ist die sogenannte kollektive Wirksamkeitsüberzeugung. Die Spieler müssen davon überzeugt sein, was sie als Gruppe zu leisten imstande sind." "Was machen wir, wenn wir früh in Rückstand geraten?" Dies hat der Hamburger SV am vergangenen Wochenende schmerzlich erfahren. Doch die „breite Brust" der Paderborner reicht laut Anderten nicht. „In der Vorbereitung sollten Reaktionen auf Sondersituationen erarbeitet werden: Was machen wir, wenn wir früh in Rückstand geraten? Vielleicht sogar 0:2 hinten liegen? Was, wenn wir durch eine unberechtigte Rote Karte in Unterzahl geraten? Diese Szenarien sollen den Spielern bewusst sein, damit sie sich jederzeit ihre Handlungsfähigkeit erhalten." Es sei trotz der Summe der Anforderungen nicht ratsam, eine Sondersituation durch stundenlange Gespräche zu erzeugen. Also ein bisschen speziell und doch ein normales Spiel? Wie sollen die ersten elf Spieler denn nun in die Partie gehen? Anderten: „Volldampf voraus! Wir sind das bessere Team, es gibt Gefahrenquellen, aber auf die sind wir vorbereitet."

realisiert durch evolver group