Ein Dank an einen treuen SCP-Kicker: Markus Krösche (l.) und Martin Hornberger (l.) verabschieden vor dem HSV-Spiel Thomas Bertels, der mit Töchterchen Lana gekommen war. - © Wilfried Hiegemann
Ein Dank an einen treuen SCP-Kicker: Markus Krösche (l.) und Martin Hornberger (l.) verabschieden vor dem HSV-Spiel Thomas Bertels, der mit Töchterchen Lana gekommen war. | © Wilfried Hiegemann

SC Paderborn Paderborns "Schalker" hängt die Fußballschuhe an den Nagel

Thomas Bertels beendet seine Spielerkarriere, bleibt dem SC Paderborn aber erhalten

Frank Beineke
16.05.2019 | Stand 16.05.2019, 11:39 Uhr

Paderborn. Sechs Spieler des SC Paderborn waren am vergangenen Sonntag vor dem 4:1-Heimsieg gegen den Hamburger SV verabschiedet worden. Einer davon erhielt besonders großen Applaus: Thomas Bertels beendet im Alter von 32 Jahren seine aktive Karriere. Der gebürtige Geseker bleibt dem SCP dennoch treu. So wird Bertels künftig im Nachwuchsbereich arbeiten. Welche Aufgabe der langjährige Linksverteidiger genau übernimmt, steht noch nicht fest. „Aber Thomas kann für unser Nachwuchsleistungszentrum ein ganz wichtiger Faktor werden. Er identifiziert sich total mit dem Verein und zeigt den Einsatz und die Leidenschaft, die ihn schon als Spieler ausgezeichnet haben. Er ist einfach ein guter Typ", betont SCP-Sport-Geschäftsführer Markus Krösche, der selbst von 2011 bis zum Erstliga-Aufstieg 2014 mit Bertels in einem Team gespielt hatte. Von der B-Liga in die Bundesliga Im Sommer 2011 war Thomas Bertels vom SC Verl an die Pader gewechselt. Bis dato hatte wenig auf eine Profikarriere hingedeutet. Als 18-Jähriger hatte der passionierte Schalke-Fan sogar noch für seinen Heimatverein TuS Ehringhausen in der Kreisliga B gekickt. Doch beim SCP sollte der pfeilschnelle 1,93-Meter-Mann auf Anhieb durchstarten. Der damalige Trainer Roger Schmidt schulte Bertels hierbei vom Offensivspieler zum Linksverteidiger um. Und Bertels wäre mit den Paderbornern um ein Haar in seiner ersten Profisaison in die erste Liga aufgestiegen. Besagter Aufstieg gelang drei Jahre später. Seitdem erlebte Bertels mit seinen Paderbornern eine einzigartige Achterbahnfahrt. „Langweilig wurde es hier nie", sagt der 32-Jährige, der insgesamt 97 Zweitliga- und 51 Drittligaspiele für den SCP bestritt. In der ersten Liga aber steht nur ein dreiminütiger Kurzeinsatz gegen den 1. FC Köln zu Buche. Denn ausgerechnet in der Saison 2014/2015 setzten ihn Verletzungsprobleme außer Gefecht. In dieser Hinsicht war Bertels ohnehin ein gebranntes Kind. Vor allem Achillessehnenprobleme sorgten immer wieder für lange Zwangspausen. „Ich blicke dennoch mit Dankbarkeit und Stolz auf meine Karriere zurück", bilanziert der 32-Jährige, der sich lange auf den besagten Abschied vorbereiten konnte. Eine Trainerlaufbahn wäre reizvoll Bertels absolvierte zwar die komplette Sommervorbereitung und trainierte bis zum Herbst noch sporadisch mit. Doch dann konzentrierte er sich auf seine Aufgaben im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ). So fungiert der SCP-Profi als Assistenzcoach der U19. Als nächstes strebt Bertels die Trainer-A-Lizenz an. Und der Job am Spielfeldrand ist für den 32-Jährigen auch eine verlockende berufliche Perspektive. An diesem Sonntag wird Bertels aber erst einmal nach Dresden reisen, um seine Teamkollegen im Saisonfinale bei Dynamo zu unterstützen. Seine Zuversicht, dass der SCP dann den Aufstieg perfekt macht, ist groß: „Die Jungs ziehen ihr Ding durch. Jeder weiß, was er zu tun hat." Das große Potenzial der Mannschaft war Bertels bereits in der Vorbereitung auf die Drittliga-Saison 2017/2018 aufgefallen. „Da merkte man schon, dass etwas entstehen kann. Dass die Sache aber dermaßen durch die Decke schießt, konnte niemand ahnen", sagt der 32-Jährige und lobt den Cheftrainer: „Steffen Baumgart spricht die Sprache der Spieler. Sein Umgang mit allen Akteuren ist perfekt. In einer ähnlich guten Weise habe ich das sonst nur bei Roger Schmidt erlebt." Und so hofft Thomas Bertels, dass es am Sonntag Grund zum Feiern gibt. Dann würde er seinem SCP in der kommenden Saison in der 1. Liga die Daumen drücken – und das selbst gegen Schalke.

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