Jubel nach dem Schlusspfiff: Die SCP-Akteure (v. l.) Philipp Klement, Uwe Hünemeier, Christopher Antwi-Adjei und Sebastian Vasiliadis feiern vor der Fantribüne das 4:0 gegen Duisburg. - © Wilfried Hiegemann
Jubel nach dem Schlusspfiff: Die SCP-Akteure (v. l.) Philipp Klement, Uwe Hünemeier, Christopher Antwi-Adjei und Sebastian Vasiliadis feiern vor der Fantribüne das 4:0 gegen Duisburg. | © Wilfried Hiegemann

SC Paderborn Paderborn schnuppert am nächsten Fußball-Wunder

Erst ging's von der ersten in die dritte Liga. Nun liebäugelt der SCP mit dem Durchmarsch in die erste Liga

Paderborn. 2. Liga – 1. Liga – 2. Liga – 3. Liga – Klassenerhalt am grünen Tisch – 3. Liga – 2. Liga. Und jetzt? Wieder 1. Liga? Die unfassbare Berg- und Talfahrt, die der SC Paderborn seit fünf Jahren hinlegt, steuert gerade einem weiteren Fußball-Wunder entgegen. Der Zweitliga-Aufsteiger steht vor dem Durchmarsch. Im Folgenden gibt’s Argumente, die im Saisonendspurt für oder gegen den SCP sprechen. Die Erfahrung/Qualität „Wir gehören nur bedingt dahin, wo wir gerade stehen", sagte SCP-Coach Steffen Baumgart am Samstag nach dem 4:0-Heimsieg gegen den MSV Duisburg und führte das besagte Spiel als Beispiel an. Denn auch gegen den MSV hatte sein Team vor allem vor der Pause große Schwächen in der Rückwärtsbewegung gezeigt. „Auch dieses Spiel hat bewiesen, wie schnell es in beide Richtungen gehen kann", so Baumgart. In der Tat: Bei aller Offensivpower dominieren die Paderborner nur in den seltensten Fällen einen Gegner. Jeder Punkt muss hart erarbeitet werden. In Sachen Erfahrung zählen die SCP-Akteure zudem zu den Greenhorns der Liga. Nur eine Hand voll Spieler verfügte vor der Saison über Zweitliga-Erfahrung. Die Mentalität Mangelnde Erfahrung und die mitunter fehlende Qualität werden vor allem durch eine vorbildliche Einstellung kompensiert. Der SCP gibt nie auf. Davon künden zahlreiche Spiele, in denen der Aufsteiger nach Rückständen punkten konnte. „Für uns spricht sicherlich der Teamspirit", betont SCP-Spieler Christopher Antwi-Adjei mit Blick auf den Saisonendspurt. Dabei haben die Paderborner einen unerschütterlichen Glauben an die eigene Spielidee, an der sie auch in kritischen Situationen festhalten. Mit diesen Tugenden fährt der SCP selbst an Tagen, an denen spielerisch vieles schief läuft, Zählbares ein. Die Konkurrenz Der Trend spricht für den SCP. Mit 23 Punkten ist Paderborn zusammen mit Spitzenreiter Köln das beste Rückrundenteam der Liga. Aus den vergangenen vier Spielen gab’s satte zehn Zähler. Der Großteil der Konkurrenz schwächelt dagegen. St. Pauli und der HSV haben eine negative Rückrundenbilanz. Union Berlin ist seit vier Partien sieglos. Heidenheim und Kiel mangelt es an Konstanz. Das Restprogramm Auf den ersten Blick hat der SCP ein extrem schweres Restprogramm. So geht’s noch nach Kiel, gegen Heidenheim, zum Derby nach Bielefeld, gegen den HSV und nach Dresden. „Das sind harte Bretter, die wir bohren müssen", urteilt SCP-Sport-Geschäftsführer Markus Krösche. Andererseits haben sich die Paderborner gerade gegen spielstarke Mannschaften oft leichter getan, weil es dann häufig mehr Räume fürs gefürchtete Umschaltspiel gab. Und mit den Duellen gegen die direkten Konkurrenten aus Kiel, Heidenheim und Hamburg hat der SCP noch vieles selbst in der Hand. In der Hinrunde holte Paderborn acht Punkte aus den besagten fünf Spielen. Diesmal müsste es wohl mehr sein, um zumindest auf dem Relegationsrang zu landen. „Die nächsten fünf Spieltage werden ein Hauen und Stechen. Wir sind dabei – und wollen dabei bleiben", betont SCP-Coach Steffen Baumgart. Das Fazit Die Tabelle kann nach 29. Spieltagen nicht lügen. Wer dann auf Platz vier steht, hat auch das Zeug, unter den ersten Drei zu landen. Dennoch bleibt abzuwarten, wie das blutjunge und unerfahrene SCP-Team reagiert, wenn es tatsächlich um die Wurst geht. Doch den Baumgart-Schützlingen ist alles zuzutrauen. Und sie haben nichts zu verlieren. Denn schon jetzt hat der Aufsteiger viel mehr erreicht, als vor Saisonbeginn zu erwarten gewesen war. Die Wiederholung des Fußball-Wunders aus dem Jahre 2014 ist möglich.

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