Sie werden keine besten Freunde: Uwe Hünemeier ärgert sich in dieser Szene über Schiedsrichter Lasse Koslowski, der ihn kurz vor der Pause vom Platz stellen wird. - © imago images / Eibner
Sie werden keine besten Freunde: Uwe Hünemeier ärgert sich in dieser Szene über Schiedsrichter Lasse Koslowski, der ihn kurz vor der Pause vom Platz stellen wird. | © imago images / Eibner

SC Paderborn Paderborner Ärger über den Platzverweis im Spiel gegen Aue

Bei der 1:2-Niederlage in Aue sieht Kapitän Hünemeier die Rote Karte. Diese passt nicht zur ansonsten großzügigen Linie des Schiedsrichters

Frank Beineke
11.03.2019 | Stand 10.03.2019, 15:22 Uhr

Aue. Steffen Baumgart hatte vor dem Zweitliga-Spiel beim FC Erzgebirge Aue die Qual der Wahl. Mit Sebastian Schonlau, Christian Strohdiek und Uwe Hünemeier standen dem Cheftrainer des SC Paderborn drei starke Innenverteidiger zur Verfügung. Baumgart entschied sich für Schonlau und Hünemeier. Doch der letztgenannte SCP-Routinier wurde in der 45. Minute beim Spielstand von 0:1 aus Gäste-Sicht zur tragischen Figur. In dieser Szene lieferte sich Hünemeier ein Laufduell mit Aues Stürmer Emmanuel Iyoha und brachte diesen an der Strafraumgrenze zu Fall. Als alle Zuschauer im Stadion noch rätselten, ob es Freistoß oder Elfmeter gibt, zückte der Berliner Schiedsrichter Lasse Koslowski die Rote Karte. „Damit hatte ich nicht gerechnet", kommentierte Hünemeier den Platzverweis, der in der Tat zu hart war. So hätte Iyoha in halblinker Position keine klare Torchance gehabt, denn in der Mitte wären die SCP-Verteidiger Jamilu Collins und Mohamed Dräger zur Stelle gewesen. „Und wenn er mich vom Platz stellt, dann hätte er auch Testroet Rot geben müssen", erinnerte Hünemeier an eine Szene aus Minute 26, in der sich Aues Stürmer Pascal Testroet einen Kopfstoß gegen Marlon Ritter geleistet hatte. Aue hat Glück bei einem Becherwurf gegen den Schiedsrichter In der Tat passte die Rote Karte für „Hüne" so gar nicht zur ansonsten großzügigen Linie des Referees, der zwar acht Gelbe Karten verteilte. Doch auch Testroets Teamkollegen Kalig oder Riese hätten durchaus Platzverweise kassieren können. Glück hatten die Hausherren zudem in Minute 65. Da nämlich segelte ein aus einem Auer Block geworfener Bierbecher nur hauchdünn am Schiedsrichter vorbei. Zur Koslowskis Ehrenrettung muss man allerdings auch sagen, dass dieses höchst intensive Spiel nur schwer zu leiten war. Die Hausherren waren nach ihrem jüngsten 3:0-Erfolg in Sandhausen sichtlich beflügelt und wollten nach zuvor drei Heimspielen ohne Torerfolg mit aller Macht wieder im heimischen Erzgebirgsstadion punkten. Dabei schossen die Auer hin und wieder übers Ziel hinaus. "Es war viel Hektik drin. Und der Schiedsrichter war mitunter leider überfordert", konstatierte Hünemeier. "Auch für den Schiri war es kein gelungener Tag. Ein Kopfstoß ist eigentlich Rot", erinnerte auch Teamkollege Sven Michel an die besagte 26. Minute. Einige wenige Paderborner "Fans" benehmen sich daneben Letztlich aber hatten sich die Paderborner die 1:2-Niederlage in Aue durchaus selbst zuzuschreiben. So hatten sie sich in der ersten Halbzeit von den aggressiven Hausherren, die immer wieder blitzschnell und schnörkellos nach vorne spielten, ein wenig den Schneid abkaufen lassen. "Wir haben es vor der Pause nicht gut gemacht. Gerade auf die langen Bälle der Auer haben wir keinen Zugriff bekommen", bilanzierte SCP-Akteur Christian Strohdiek, der zur zweiten Hälfte für Offensiv-Akteur Kai Pröger eingewechselt worden war, um Hünemeiers Platz in der Innenverteidigung zu übernehmen. Im Heimspiel gegen den FC Ingolstadt darf Strohdiek am kommenden Sonntag, 17. März, von Beginn an ran. Schließlich wird Uwe Hünemeier zumindest dieses eine Spiel gesperrt sein. Eine weitere Strafe erwartet den SC Paderborn, weil sich einige unbelehrbare "Fans" vor dem Spiel daneben benommen hatten. Sie entrollten ein Transparent mit der Aufschrift: "Ist der Weg auch manchmal hart, lebe Ultra und bleibe stark!" So weit, so gut. Doch leider entzündeten sie dabei elf Bengalos. Und so wird es für den Verein die unvermeidliche Geldstrafe geben. Das ist mehr als ärgerlich, denn ansonsten sorgten die SCP-Anhänger, die die weite Fahrt ins Erzgebirge auf sich genommen hatten, für einen erstklassigen Support.

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