Alles im Griff: Die SCP-Defensive um Kapitän Christian Strohdiek (r.) ließ in Bochum nur wenige Chancen zu. Und wenn der VfL doch einmal zum Abschluss kam, war Torwart Leopold Zingerle fast immer zur Stelle. - © Picture Alliance
Alles im Griff: Die SCP-Defensive um Kapitän Christian Strohdiek (r.) ließ in Bochum nur wenige Chancen zu. Und wenn der VfL doch einmal zum Abschluss kam, war Torwart Leopold Zingerle fast immer zur Stelle. | © Picture Alliance

SC Paderborn SC Paderborn verbessert die Abwehrarbeit

Beim 2:1-Sieg in Bochum besticht das Baumgart-Team durch ein cleveres Defensiv-Verhalten

Paderborn. Die gewaltige Offensivkraft des SC Paderborn bekamen auch die letzten drei Gegner zu spüren. Greuther Fürth wurde beim Paderborner 6:0-Heimsieg nach allen Regeln der Fußballkunst vermöbelt. Den MSV Duisburg kegelte der SCP mit 3:1 aus dem DFB-Pokal. Und der VfL Bochum geriet bei der 1:2-Heimpleite gegen den Aufsteiger am vergangenen Samstag gerade in der ersten Hälfte zuweilen heftig ins Wanken. Doch vor allem nach der Pause sollte sich dann auch zeigen, dass der SC Paderborn mittlerweile auch hervorragend verteidigen kann. „Es war toll, wie sich das Team gewehrt hat. Bochum hat viel Druck gemacht. Und der VfL hat aus meiner Sicht auch mit die höchste Qualität in der Liga. Aber wir haben auf deren Intensität prima reagiert", lobt SCP-Coach Steffen Baumgart seine Schützlinge. SCP lässt sich nicht den Schneid abkaufen Diese waren auch mit immer müder werdenden Beinen keinem Zweikampf aus dem Weg gegangen. Und sie bewiesen Cleverness. So wurde gekonnt das ein oder andere Foul gezogen. Und mitunter spielten die Gäste schon mal auf Zeit. Zudem ließen sich die Paderborner gegen die erfahrenen und abgezockten Bochumer nichts gefallen. Die nötige Aggressivität war da. „In den ersten 20 Minuten nach der Halbzeit haben wir schon ein wenig geschwommen. Aber alle haben mitgeholfen, die Führung zu verteidigen", konstatierte Ben Zolinski, der nach 29 Sekunden das 1:0 erzielt hatte. Und auch der zweite Paderborner Torschütze hob das verbesserte Abwehrverhalten hervor. „Ich denke schon, dass wir uns defensiv stabilisiert haben", urteilte Sven Michel. Bei den vielen langen Bällen der Bochumer verloren die SCP-Innenverteidiger auch gegen so unbequeme Gegenspieler wie Lukas Hinterseer fast kein einziges Luftduell. Im defensiven Mittelfeld bestach Sebastian Vasiliadis mit unermüdlicher Laufarbeit und einer großen Zweikampfstärke. Und auch auf den Außenbahnen ließ Paderborn nicht allzu viel zu. Denn die offensiven Flügelspieler arbeiten nun besser nach hinten als in so manchem Spiel der Hinrunde. Michel plädiert für Bescheidenheit Ein sehr gutes Defensivverhalten wird an diesem Freitag besonders gefragt sein. Dann gastiert der 1. FC Köln um 18.30 Uhr in der ausverkauften Benteler-Arena. Es ist das Duell der offensivstärksten Teams, bei dem sich der SCP wahrlich nicht verstecken muss. So hat der Aufsteiger nach 21 Spielen schon äußerst beachtliche 50 Treffer erzielt – das sind im Schnitt 2,4 Tore pro Partie. Und mit 34 Zählern liegen die Paderborner nur drei Punkte hinter Relegationsplatz drei. „Wir sollten es aber nicht übertreiben", kommentiert Sven Michel die Frage nach einem möglichen Erstliga-Aufstieg. „Wir sollten als Aufsteiger lieber über jeden Punkt froh sein, den wir mitnehmen können", ergänzt der SCP-Stürmer. Doch nach einer kurzen Pause nimmt Michel dann doch das ominöse Wörtchen „Aufstieg" in den Mund. „Denn im Fußball ist vieles möglich. Vielleicht schreiben wir ja in dieser Saison eine dieser ganz besonderen Geschichten", sagt der 28-Jährige. Und eine ähnliche Geschichte hatte der Underdog aus Paderborn ja schon in der Zweitliga-Serie 2013/2014 geschrieben.

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