Nach nur 29 Sekunden in Feierlaune: Zolinski (2. v. r.) hat das 0:1 erzielt. Mit ihm jubeln (v. l.) Michel, Pröger und Dräger. - © Imago/Team2
Nach nur 29 Sekunden in Feierlaune: Zolinski (2. v. r.) hat das 0:1 erzielt. Mit ihm jubeln (v. l.) Michel, Pröger und Dräger. | © Imago/Team2

SC Paderborn SC Paderborn feiert die nächste Party im Pott

Vier Tage nach dem DFB-Pokal-Erfolg in Duisburg feiert der Zweitliga-Aufsteiger einen 2:1-Sieg beim VfL Bochum. Dabei halten die Gäste nach der Pause dem immensen Druck der Hausherren stand

Paderborn. Markus Krösche frohlockte. "Das ist die Krönung unserer Englischen Woche", kommentierte der Sport-Geschäftsführer des SC Paderborn am Samstag den 2:1 (2:0)-Sieg seines Teams im Zweitliga-Westfalenderby beim VfL Bochum. Besser hätte die besagte Woche in der Tat nicht laufen können. Erst gab's die 6:0-Gala gegen Fürth. Dann folgten Paderborner Ruhrfestspiele in Duisburg (3:1) und Bochum (2:1). Den Sieg beim VfL hatte der SCP hierbei der ungeheuren Offensivpower in Halbzeit eins und einer tadellosen Abwehrarbeit in Halbzeit zwei zu verdanken. "Es ist klasse, wie sich die Jungs heute dagegen gestemmt haben", urteilte Steffen Baumgart. Paderborns Cheftrainer hatte exakt jene Startelf aufgeboten, die eine Woche zuvor die SpVgg Greuther Fürth demontiert hatte. Und auch in Bochum sollte der SCP zunächst seine ganze Offensivstärke entfalten. So waren noch keine 30 Sekunden gespielt, da hatte das Paderborner Überfallkommando ein erstes Mal zugeschlagen. Zolinski sorgt nach nur 29 Sekunden für einen Blitzstart Nach einem Ballgewinn an der Mittellinie schaltete Winterneuzugang Kai Pröger den Turbo ein. Dieser wurde zwar an der Strafraumgrenze gestoppt, doch das Leder landete bei Ben Zolinski. Der SCP-Stürmer spielte einen ungewollten Doppelpass mit Prögers Rücken, um den Ball dann in sehenswerter Manier ins lange Eck zu schlenzen. "Bei der Vorarbeit hatte ich ein wenig Glück. Aber der Schuss war exakt so gewollt", erklärte Zolinski mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Und auch wenn Bochum nur drei Minuten nach dem 0:1 einen Lattentreffer durch den Ex-Arminen Robert Tesche verbuchen konnte, blieben die Gäste vor den 16.033 Zuschauern im Vonovia-Ruhrstadion die gefährlichere Mannschaft. Fast immer, wenn Tekpetey, Pröger, Zolinski und Co. den Vorwärtsgang einlegten, geriet die Bochumer Defensive ins Schlingern. Beispielsweise in der 33. Minute, als SCP-Angreifer Sven Michel das Spielgerät nach einem schnellen Konter und einer kurzen Drehung aus 17 Metern an die Unterkante der Latte setzte. Und als VfL-Innenverteidiger Dominik Baumgartner in der Nachspielzeit der ersten Hälfte einen viel zu kurzen Rückpass auf seinen bedauernswerten Torwart Manuel Riemann spielte, sprintete Michel geistesgegenwärtig dazwischen, um das 0:2 zu erzielen. »Beide Tore waren die Konsequenz unserer Spielweise« "Beide Tore waren die Konsequenz unserer Spielweise", urteilte Zolinski. Nach dem Wechsel bewiesen die Paderborner, dass sie inzwischen auch gekonnt verteidigen können. Die aggressiven Bochumer entwickelten nun viel Druck. Richtig gefährlich waren die Hausherren allerdings nur selten. Denn zum einen mangelte es dem VfL an der nötigen Kreativität, zum anderen hielten die SCP-Akteure vorbildlich dagegen. "Für die Art und Weise, wie die Jungs gearbeitet haben, muss ich ihnen ein riesiges Kompliment aussprechen", betonte Steffen Baumgart, der sonst eigentlich keine Spieler hervorhebt. Doch an diesem Tag machte der SCP-Coach eine Ausnahme. "Was Vasiliadis im zentralen Mittelfeld geleistet hat, war fantastisch", lobte Baumgart seinen spiel- und laufstarken Mittelfeldabräumer. Nur einmal waren Vasiliadis und Co. machtlos, als VfL-Torjäger Lukas Hinterseer nach einer Flanke von Chung Yong Lee und der Kopfballverlängerung von Simon Zoller zum 1:2 (79.) einköpfte. Doch anschließend ließ der SCP keine Bochumer Großchance mehr zu. "Wir haben immerhin Charakter gezeigt. Denn in der Verfassung, in der Paderborn ist, kannst du ruckzuck fünf, sechs Tore kassieren. Aber es war eine verdiente Niederlage", zeigte sich VfL-Coach Robin Dutt als fairer Verlierer. Der SCP aber freut sich nun auf das ausverkaufte Heimspiel gegen den 1. FC Köln (Freitag, 18.30 Uhr). "Von so einem Fußballspiel träumt jeder", betonte Sven Michel mit Blick auf das Duell der offensivstärksten Zweitliga-Teams.

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