Zwei Abwehr-Asse jubeln: Die Innenverteidiger Sebastian Schonlau (r.) und Uwe Hünemeier feiern hier Schonlaus 1:1-Ausgleichtreffer gegen Bielefeld. Ob beide auch am Samstag in Bochum in der Startelf stehen, ist allerdings noch unklar. - © Wilfried Hiegemann
Zwei Abwehr-Asse jubeln: Die Innenverteidiger Sebastian Schonlau (r.) und Uwe Hünemeier feiern hier Schonlaus 1:1-Ausgleichtreffer gegen Bielefeld. Ob beide auch am Samstag in Bochum in der Startelf stehen, ist allerdings noch unklar. | © Wilfried Hiegemann

SC Paderborn SCP reist mit breiter Brust nach Bochum

Nach den Siegen gegen Fürth und in Duisburg nehmen die Baumgart-Schützlinge beim VfL den nächsten Erfolg ins Visier

Paderborn. Fußball ist ein extrem schnelllebiges Geschäft. Drei Jahre sind da schon eine halbe Ewigkeit. So kassierte der SC Paderborn vor gut drei Jahren eine peinliche 0:4-Pleite beim VfL Bochum, um am Ende aus der 2. Fußball-Bundesliga abzusteigen. Von den 32 Spielern, die damals beim SCP unter Vertrag gestanden hatten, findet sich nur ein einziger Akteur im aktuellen Kader wieder: Sebastian Schonlau. Und der wird mit seinen Teamkollegen voller Selbstbewusstsein das Spielfeld betreten, wenn der SC Paderborn an diesem Samstag (13 Uhr) erstmals seit dem unrühmlichen 11. Dezember 2015 wieder im Bochumer Vonovia-Ruhrstadion gastiert. Schonlau hatte an dem besagten Dezember-Abend nicht im Kader gestanden. „Ich habe damals in der U 23 trainiert und erst nach dem Spiel von der 0:4-Niederlage erfahren", erinnert sich der SCP-Akteur, der damals 21 Lenze zählte. Die Pleite in Bochum hatte ein noch peinlicheres Nachspiel, denn der damalige Trainer Stefan Effenberg suspendierte auf Drängen der Vereinsführung neben Stürmer Srdjan Lakic ausgerechnet Publikumsliebling Daniel Brückner und den gebürtigen Paderborner Mahir Saglik. Schonlau und Strohdiek droht eine Gelb-Sperre „Es waren keine schönen Zeiten. In der Mannschaft und im Verein herrschte viel Unruhe", sagt Schonlau, der in den vergangenen Jahren eine unglaubliche Achterbahnfahrt erlebte. Denn nachdem der SCP 2017 fast in der Regionalliga gelandet wäre, sorgt das aktuelle Team mit begeisterndem Offensivfußball in der 2. Liga für Furore. „Im Fußball geht’s ganz schnell hin und her", sagt der inzwischen 24 Jahre alte Innenverteidiger, der in dieser Saison eine bemerkenswerte Konstanz an den Tag legt. Und so dürfte Schonlau auch am Samstag in der Startelf stehen, wenngleich er mit Kapitän Christian Strohdiek und Routinier Uwe Hünemeier zwei bärenstarke Innenverteidiger-Konkurrenten hat. Schonlau und Strohdiek haben jeweils vier Gelbe Karten auf dem Konto. Bei einer weiteren Verwarnung in Bochum wären sie im Heimspiel gegen den 1. FC Köln (15. Februar, 18.30 Uhr) gesperrt. „Aber deshalb geht man keinem Zweikampf aus dem Weg. Man blendet das im Spiel komplett aus. Irgendwann kommt halt die fünfte Gelbe", sagt Schonlau. Zingerle kehrt ins Tor zurück SCP-Coach Steffen Baumgart beteuert, dass die drohenden Gelb-Sperren keinen Einfluss auf die Startelf-Nominierung haben. Wie viele Wechsel er am Samstag vornimmt, sei noch unklar. Fest steht, dass Leo Zingerle wieder für Pokal-Keeper Michael Ratajczak im Tor steht. „Alles andere ist offen", so Baumgart. Dessen Schützlinge bestreiten in Bochum das vierte Pflichtspiel innerhalb von zehn Tagen. „Aber die Kraftfrage stellt sich nicht. Wir haben noch nie gejammert und werden das auch jetzt nicht tun. Die Jungs können und wollen Gas geben", sagt der SCP-Trainer, der personell aus dem Vollen schöpfen kann. Der Tatsache, dass Bochum zuletzt eine 0:3-Schlappe beim SV Sandhausen kassierte, misst Baumgart keine große Bedeutung zu. „Der VfL war in Sandhausen über weite Strecken die bessere Mannschaft", urteilt Paderborns Coach und warnt vor den Qualitäten des Ruhrpott-Teams, die Bochum bereits beim 2:2 im Hinspiel gezeigt hat. Es wäre aber eine große Überraschung, wenn der SCP diesmal eine 0:4-Pleite kassieren würde. Denn die aktuelle Mannschaft ist mit der Ansammlung leidlich motivierter Individualisten, die am 11. Dezember 2015 das Paderborner Trikot getragen hatten, nun wahrlich nicht zu vergleichen.

realisiert durch evolver group