Ex-Trainer Markus Gellhaus (l.) im Gespräch mit Wilfried Finke. - © Marc Köppelmann
Ex-Trainer Markus Gellhaus (l.) im Gespräch mit Wilfried Finke. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn Sportliche Weggefährten Finkes sind tief bestürzt vom Tod des Ex-SCP-Präsidenten

Nachricht vom Tod Wilfried Finkes macht auch im Sport viele Menschen sprachlos

Hartmut Kleimann
16.01.2019 | Stand 17.01.2019, 06:49 Uhr

Paderborn. Nur wenige Tage vor der Jahreshauptversammlung des Fußball-Zweitligisten SC Paderborn am kommenden Sonntag sorgte die Nachricht vom Tod des Ex-Präsidenten Wilfried Finke für große Bestürzung. Eigentlich sollte auch in der jetzt zu gründenden Kapitalgesellschaft, in die die Profiabteilung des Vereins ausgegliedert werden soll, der Macher und Visionär des SC Paderborn seinen Platz finden. Diese Sache wird der Verein jetzt ohne den Mann angehen, der über 20 Jahre die Geschicke des Vereins gelenkt hat und der den Verein von einem mittelmäßigen Regionalligisten zu einem Profiklub geformt hat, der mit seiner Infrastruktur zu den Topadressen in Deutschland zählt. "Als ich gestern Abend die Nachricht erhalten habe, war ich wie alle Gremiumsmitglieder geschockt und zutiefst bestürzt", sagte Finkes Nachfolger auf dem Präsidentenstuhl, Elmar Volkmann Den SCP in seinem Sinne fortführen Alle im Verein, so führte er weiter aus, "wissen, was wir an ihm gehabt haben." Ob es der Aufstieg in die 1. Bundesliga war, oder der Stadionbau, "das alles sind Dinge, die Wilfried Finke mitverantwortet hat. Und das wird einem jetzt wieder bewusst." Er werde sich immer gerne an ihn erinnern "und ich fühle mich verpflichtet, sein Werk in seinem Sinne fortzuführen. Das ist für mich wie ein innerer Auftrag", führte Volkmann weiter aus. Tief betroffen äußerte sich auch Josef Ellebracht, der frühere Geschäftsführer der Firma Bremer. "Ich bin sprachlos, weil ich einfach nicht so schnell damit gerechnet habe. Wilfried Finke war mein bester Freund. Für Paderborn und die Region war er ein ganz Großer." Ein wichtiger Ansprechpartner im Verein Paderborns Geschäftsführer-Sport, Markus Krösche, lernte Finke als junger Spieler kennen, als der Unternehmer noch nicht sehr lange im Amt war. "Wir haben eine extrem wichtige Person im Verein verloren, denn er war für mich und alle anderen immer ein extrem wichtiger Ansprechpartner. In Gedanken bin ich auch bei seiner Familie und alle tun mir sehr leid, weil sie einen sehr wichtigen Menschen verloren haben", sagte Krösche. Fernab in Spanien hat Fußballtrainer Markus Gellhaus die Nachricht erhalten. Gellhaus weilt als Co-Trainer mit dem FC St. Pauli im Trainingslager und zeigte sich vom Tod Finkes tief betroffen. "Die Nachricht hat mich extrem traurig gemacht, weil ich zu ihm immer eine gute Beziehung gehabt habe. Finke habe für den Verein "Großartiges" geleistet. "Auch ich habe ihm viel zu verdanken, weil er mir die ersten Schritte in eine Trainerkarriere ermöglicht hat. Das war eine tolle Zeit mit ihm", so Gellhaus. Aufstiegstrainer Pavel Dotchev, der quasi zwei Mal mit dem SCP in die 2. Liga aufgestiegen ist, hat die Nachricht auch mit großer Trauer aufgenommen. "Ich kenne Wilfried Finke genauso lange, wie ich Paderborn kenne und ich habe mit ihm viele Dinge durchlebt", äußerte sich der gebürtige Bulgare. Als er von der Erkrankung Finkes gehört habe, "habe ich gehofft, dass er noch ein paar Jahre bekommt, um sein Leben zu genießen. Für mich war er nicht nur ein guter Sports- und Geschäftsmann, sondern auch ein guter Mensch. Wir verlieren eine echte Persönlichkeit." "Eine Persönlichkeit hat uns verlassen" Die Paderborn Baskets haben dem verstorbenen Ex-Präsidenten des SCP auch einiges zu verdanken. Als nämlich die Baskets 2012 mal in finanzielle Turbulenzen gerieten, war es Finke, der aushalf. Dazu Präsident Christoph Schlösser: "Wilfried Finke hat durch sein Engagement das Überleben und die Zukunft des Bundesliga-Basketballs in Paderborn gesichert." Und auch Steffen Baumgart, der von allen Beteiligten den insgesamt kürzesten Zeitraum mit Finke erlebt hat, spricht von einer Persönlichkeit, "die uns verlassen hat". Er habe im Verein nicht nur gesprochen, sondern "er war auch da." Der Unternehmer habe den Verein und auch Geschehnisse in der Stadt über einen langen Zeitraum mitgeprägt. "Ich habe ihn in einer schwierigen Lage des Vereins kennengelernt und dabei war er federführend, dass wir unseren Plan so gestalten und erfolgreich sein konnten, weil er an uns geglaubt hat."

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