Ein Geburtstagskind bei der Arbeit: Steffen Baumgart wurde am Samstag 47 Jahre alt und bat seine Schützlinge zugleich zum Auftakt in die Wintervorbereitung. - © Wilfried Hiegemann
Ein Geburtstagskind bei der Arbeit: Steffen Baumgart wurde am Samstag 47 Jahre alt und bat seine Schützlinge zugleich zum Auftakt in die Wintervorbereitung. | © Wilfried Hiegemann

SC Paderborn SCP-Coach Baumgart erhält Neuzugänge zum Geburtstag

Die Stürmer Shelton und Kamara sollen für mehr Variabilität im Paderborner Spiel sorgen

Paderborn. Steffen Baumgart musste beim Trainingsauftakt des SC Paderborn zahlreiche Hände schütteln. Der Chefcoach des SC Paderborn wurde am Samstag 47 Jahre alt und nahm von den Trainingskiebitzen nicht nur Glückwünsche, sondern auch das ein oder andere Geschenk in Empfang. Zudem gab’s zwei Neuzugänge zum Wiegenfest: Die beiden Stürmer Khiry Shelton und Mohammed Kamara waren pünktlich aus den USA in Paderborn eingetroffen und trainierten erstmals mit. Der 25-Jährige Shelton unterschrieb am Samstag einen Vertrag bis Juli 2021. Der vier Jahre jüngere Kamara ist nun bis Juli 2020 an den SCP gebunden (wir berichteten). Beide wechseln ablösefrei an die Pader. „Wir müssen schauen, wie schnell sie uns helfen können. Aber wir sollten den Jungs auch die nötige Zeit geben. Sie haben auf jeden Fall Potenzial, sonst hätten wir sie nicht geholt“, sagt Baumgart über seine beiden Novizen, die im Angriff flexibel einsetzbar sind. Paderborn statt Major League Soccer Vor allem Kamara dürfte noch die besagte Zeit brauchen. Denn der aus Liberia stammende 21-Jährige, der zuletzt für die renommierte University of California in Los Angeles kickte, kommt frisch vom College. „Der Junge ist ein riesiges Talent“, urteilt SCP-Sport-Geschäftsführer Markus Krösche über den pfeilschnellen 1,84-Meter-Mann, der fürs Tyler Junior College (Texas) allein 2017 stolze 48 Tore markierte und im Draft für die Major League Soccer (MLS) in diesem Jahr an Position eins gesetzt worden wäre. In eben jener US-Liga ging Khiry Shelton bereits seit drei Jahren auf Torjagd. Zunächst für New York, dann für Kansas City. „Er bringt also schon viel Erfahrung mit“, sagt Krösche und fügt an: „Khiry ist sehr robust und verfügt über eine hohe Geschwindigkeit. Zudem kann er vorne die Bälle festmachen und als eine Art Anker fungieren. So ein Typ fehlte uns bislang.“ Und mit einer Körpergröße von 1,91 Meter ist der aus Colorado stammende Sturm-Hüne zudem ein exzellenter Kopfballspieler. Schon die Verpflichtung des Nigerianers Jamilu Collins, den der SCP in der zweiten kroatischen Liga entdeckte, hat gezeigt, dass die Paderborner längst nicht nur den deutschen Transfermarkt im Auge haben. „Natürlich sichten wir international. Wir haben auch Scouts in den USA, Australien, Japan und anderen Ländern“, erklärt Markus Krösche. Wichtig sei nur, dass ein Neuzugang nicht nur sportlich, sondern auch menschlich zum Team passe. Englisch wird zur zweiten "SCP-Amtssprache" „Wir achten extrem auf den Charakter. Wir schauen uns auch immer den familiären Hintergrund an und wollen ein Gespür für den Jungen bekommen. Denn gerade unsere offensive Art und Weise, wie wir Fußball spielen, hat viel mit Vertrauen zu tun. Da muss sich einer auf den anderen verlassen können“, betont Paderborns Sport-Geschäftsführer. Krösche ist guter Dinge, dass auch die beiden Neuzugänge schnell integriert werden, wenngleich sie kein Deutsch sprechen. „Aber bei uns herrscht ja kein Sprachwirrwarr. Alle Spieler bei uns sprechen Englisch“, sagt der Sportchef und verweist auf Jamilu Collins, Bernard Tekpetey und Babacar Gueye, die sich in kürzester Zeit prima ins Team eingefügt hätten. Die Wintertransfers sollen nun dazu beitragen, dass das SCP-Spiel noch variabler wird. „Es geht immer um eine stetige Weiterentwicklung. Wir holen Spieler mit Fähigkeiten, die wir vorher noch nicht hatten. Wir wollen keinen Stillstand, sondern Konkurrenzkampf“, betont Krösche. Und eben jenen Konkurrenzkampf werden künftig wohl nicht nur zwei Neuzugänge aus Übersee, sondern auch ein Novize aus Westafrika schüren. So wird der dritte Winterneuzugang des SCP wohl nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen, denn der Verein hat bereits eine Einigung mit Linksverteidiger Philimon Tawiah erzielt. Der 20-Jährige befindet sich derzeit aber noch in seiner ghanaischen Heimat. „Ein paar Dinge müssen wir noch klären. Unter anderem die Visa-Angelegenheiten. Aber ich denke, dass er Anfang oder Mitte kommender Woche zu uns stoßen wird“, so SCP-Sport-Geschäftsführer Markus Krösche beim Trainingsauftakt.

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