Ausgebremst: Torjäger Sven Michel absolvierte sein letztes Spiel beim 5:3-Sieg in Köln. Auch dort wurde er einige Male unsanft angegangen, wie in dieser Szene vom Kölner Jorge Meré (l.). - © imago/DeFodi
Ausgebremst: Torjäger Sven Michel absolvierte sein letztes Spiel beim 5:3-Sieg in Köln. Auch dort wurde er einige Male unsanft angegangen, wie in dieser Szene vom Kölner Jorge Meré (l.). | © imago/DeFodi

SC Paderborn Paderborns Torgarant sitzt in den Startlöchern

Der 28-jährige Mittelstürmer ist nach gut sechswöchiger Matchpause wieder im Teamtraining zurück.

Hartmut Kleimann

Paderborn. Sven Michel ist ein Typ, der eigentlich immer gut gelaunt mit einem Lächeln im Gesicht und einem flotten Spruch im Gepäck seinen Mitmenschen begegnet. Um einen mies gestimmten Michel zu erleben, dazu braucht es schon außergewöhnliche Ereignisse bis hin zu mittleren Katastrophen. Wie zu Beispiel eine Verletzung, die nur schwer einzuordnen ist, die viel Fingerspitzengefühl einfordert und die den Toptorjäger der vergangenen Saison einfach so mal sechs Wochen aus dem Verkehr gezogen hat. "Die letzten Wochen waren doch ganz schön schwierig und die Situation hat mich ganz schön runtergezogen", war er in dieser Zeit weit weniger als sonst zu Scherzen aufgelegt. "Dann hängst du ganz schön in den Seilen" Probleme mit der Achillessehne wurde da immer wieder als Grund für das Fehlen des gebürtigen Siegeners genannt. "Die Gegenspieler haben mir da immer wieder mal reingetreten und irgendwann ist das Maß dann voll", kennt der 28-Jährige die Ursache der Verletzung sehr genau. Auch beim 5:3-Auswärtssieg beim Erstliga-Absteiger 1. FC Köln bekam er einen Tritt in die Hacke, erzielte dann in der vierten Minute der Nachspielzeit noch den erlösenden Treffer zum 5:3, um sich anschließend ins Krankenlager abzumelden. Gut sechs Wochen lang. "Dann hängst du zwischenzeitlich ganz schön in den Seilen, weil du auch nicht weißt, wie es weitergeht", hasst Michel solche Situationen sprichwörtlich wie die Pest. Denn für Michel sind solche Phasen nichts Unbekanntes. Schon einmal musste er längere Zeit pausieren, nachdem er sich das Syndesmoseband gerissen hatte. Oder in der Saison 2016/2017, als er sich bei der Partie beim späteren Aufsteiger Holstein Kiel einen Riss an der Hacke zuzog und anschließend stattliche zehn Wochen nicht zum Einsatz kam. Wobei er diese Zwangspause in weitaus schlechterer Erinnerung hat, als die jüngste Passivphase. Noch härtere Zwangspause 2017 Da nämlich kam Michel in der Schlussphase der Saison nur noch zu drei Kurzeinsätzen und im Finale des Westfalenpokals erzielte er beim 3:1-Sieg über Lotte noch ein Tor, aber zuvor musste er von der Tribüne aus tatenlos miterleben, wie der SCP immer mehr in Richtung Abstieg aus der 3. Liga trudelte. Da war die aktuelle Pause zwar auch nervig, aber immerhin spielte der SCP auch ohne seine Tormaschine erfolgreich. "Ich freue mich, wenn die Jungs punkten und das tröstet ein wenig über die eigene missliche Lage hinweg", weiß er und fügt an, dass "ich megafroh bin, dass wir im Moment mit der unteren Tabellenhälfte nichts zu tun und wir erst mal ein ganz ordentliches Polster haben." Seit vier Tagen ist Michel nun im Teamtraining zurück und die Mundwinkel zeigen wieder nach oben. Denn er ist überglücklich, wieder den gewohnten Tagesablauf leben zu können. Fehlt zum kompletten michelschen Glück nur noch die Rückkehr in den Kader für die heutige Partie gegen Holstein Kiel (18.30 Uhr, Benteler Arena). "Damit rechne ich aber eher nicht", hat er in den vergangenen sechs Wochen gelernt, dass auch kleine Fortschritte durchaus glücklich machen können. Sollte er aber heute widererwarten doch schon auf der Bank sitzen, dann ist Michel wohl wieder der komplett gut gelaunte Typ.

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