Nach dem Sieg über Wehen-Wiesbaden wird Marc Vucinovic von den Fans und den eigenen Mitspielern minutenlang gefeiert. - © Ulrich Petzold
Nach dem Sieg über Wehen-Wiesbaden wird Marc Vucinovic von den Fans und den eigenen Mitspielern minutenlang gefeiert. | © Ulrich Petzold

SC Paderborn Marc Vucinovic nimmt nach fünf Jahren Abschied vom SC Paderborn

Nach fünf Jahren mit vielen Höhen und Tiefen verlässt Marc Vucinovic zum Saisonende den Verein. Der Abschied von den Fans wird zu einer emotionalen Achterbahnfahrt

Hartmut Kleimann

Paderborn. In wenigen Tagen schließt für den Profifußballer Marc Vucinovic das Kapitel SC Paderborn. Wenn er dann den Verein in Richtung seiner Heimatstadt Hannover verlässt, kann der 29-Jährige auf bewegte fünf Jahre beim SCP zurückblicken. Zwei Aufstiege und zwei Abstiege hat er dann aktiv miterlebt, wobei es auf der Negativseite eigentlich sogar drei Abstiege wären, aber zum totalen Absturz der Paderborner Fußballer von der 1. Liga bis runter in die Regionalliga war es ja durch das Missgeschick des TSV 1860 München nicht gekommen. Dennoch gehört der Sportsmann Vucinovic nicht zu den Zeitgenossen, die sich ausschließlich im Erfolg sonnen. "Auch aus Abstiegen kann man für sein Leben viel mitnehmen und ich habe auch in diesen Situationen viel dazugelernt", sagt er. Kurz zuvor hatten ihn die Fans lautstark mit Sprechchören gefeiert, denn im letzten Heimspiel durfte "Vuci" beim 3:1-Sieg gegen den SV Wehen Wiesbaden noch einmal von Beginn an auflaufen. Und der Trainer ermöglichte ihm mit der Auswechselung in der 65. Minute auch noch einen dicken Sonderapplaus. Aber es hätte gar nicht viel gefehlt und aus Vucinovic und dem SC Paderborn wäre überhaupt nichts geworden. Denn der Versuch, bei Eintracht Braunschweig im Profigeschäft Fuß zu fassen, war wegen einer langen Verletzung gescheitert. "Vuci" kickte nur noch so zum Spaß in der Bezirksliga beim TSV Schliekum, bis ihn Trainer André Breitenreiter überredete, es beim TSV Havelse in der Regionalliga doch noch einmal zu versuchen. "Das war schon irgendwie Schicksal", gibt er zu, denn nach einer guten Saison beim TSV ("Da hatten wir eine richtig geile Truppe"), nahm Breitenreiter seinen Schützling mit an die Pader, wo sich Vucinovic endlich auch im Profifußball durchsetzte. Unvergessen ist bei den Fans sein so wichtiger Ausgleichstreffer gegen den VfR Aalen, dem wenig später Mario Vrancic das 2:1 folgen ließ - und nach 90 Minuten stand der SCP als Bundfesliga-Aufsteiger fest. "Was ich hier in fünf Jahren erlebt habe, erleben andere Spieler in ihrer ganzen Karriere nicht", sind in den Minuten des Abschieds von den eigenen Fans seine Paderborner Jahre wie im Schnelldurchlauf noch einmal durch seinen Kopf gegeistert. Und der Abschied am Samstag war ein sehr emotionaler und schon ein kleiner Vorgeschmack auf das, was ganz bestimmt noch bei der großen Aufstiegsfeier auf dem Rathausplatz am kommenden Samstag rund um seine Person passieren wird. "Das hat mich alles sehr berührt und ist ein Beweis dafür, dass ich in den Jahren nicht viel falsch gemacht habe", fügt Vucinovic an. Auch Kapitän Christian Strohdiek ging der Abschied von seinem Zimmerkollegen nah: "Vuci ist ein Riesentyp und es ist sehr traurig, dass eine lange Reise mit ihm jetzt zu Ende geht. Man konnte sich immer auf ihn verlassen und er ist einfach ein toller Mensch. Vuci ist einfach Vuci."

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