Drei Protagonisten des 5:0-Sieges: (v. l.) Sven Michel und Philipp Tietz feiern den überragenden Marlon Ritter, der soeben das 1:0 gegen Lotte erzielt hat. Wiederum Ritter und Tietz netzen später noch einmal ein. Michel verbuchte am Ende zwei Assists. - © Imago/Kirchner
Drei Protagonisten des 5:0-Sieges: (v. l.) Sven Michel und Philipp Tietz feiern den überragenden Marlon Ritter, der soeben das 1:0 gegen Lotte erzielt hat. Wiederum Ritter und Tietz netzen später noch einmal ein. Michel verbuchte am Ende zwei Assists. | © Imago/Kirchner

SC Paderborn Paderborner Torgala beim Debütantenball gegen Lotte

Im Spiel eins nach dem Abgang von Topscorer Srbeny feiert der Drittliga-Spitzenreiter ein 5:0 gegen Lotte. Zu den Torschützen zählen der genesene Ritter, Neuzugang Tietz und Startelf-Debütant Fesser

Frank Beineke

Paderborn. Vor dem Drittliga-Heimspiel gegen die Sportfreunde Lotte stellte sich so mancher Fan des SC Paderborn die bange Frage, ob das Team den Verlust von Topscorer Dennis Srbeny kompensieren kann. Die Anwort: Zumindest am Samstag vermisste niemand den Ex-SCP-Stürmer, der zwei Tage zuvor zum englischen Zweitligisten Norwich City gewechselt war. Denn mit einer 5:0 (2:0)-Torgala gegen Lotte bauten die Schützlinge von Chefcoach Steffen Baumgart vor 8.046 Zuschauern in der Benteler-Arena ihre Tabellenführung aus. Maßgeblich dazu beigetragen hatten drei Akteure, die neu in die Startelf gerückt waren: So feierte Marlon Ritter, der sich Anfang Dezember beim Gastspiel in Wiesbaden einen Innenbandanriss zugezogen hatte, als Doppeltorschütze ein glanzvolles Comeback. Winter-Neuzugang Phillip Tietz gelang auf Anhieb ein Treffer. Innenverteidiger Leon Fesser, der den gelb-gesperrten Sebastian Schonlau vertrat, trug sich bei seinem Drittliga-Startelf-Debüt ebenfalls in die Torschützenliste ein. Und auch die in der zweiten Halbzeit eingewechselten SCP-Novizen Philipp Klement und Kwame Yeboah deuteten an, dass sie wertvolle Verstärkungen fürs Unternehmen Zweitliga-Aufstieg sein können. "Wir alle wissen, was wir an Dennis Srbeny hatten. Aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Wir sind mit den drei Neuen noch breiter aufgestellt und gefährlicher", konstatierte Baumgart. Dessen Team hatte bereits in den ersten 15 Minuten Dampf gemacht, um dann aber kurzzeitig den Faden zu verlieren. So hatten die Hausherren Glück, als SCP-Keeper Leopold Zingerle einen abgefälschten Schuss des Lotters Maximilian Oesterhelweg so gerade noch an die Latte lenken konnte (27.). "Am Anfang sah das ordentlich aus, aber dann lief alles gegen uns", kommentierte Gäste-Coach Andreas Golombek die Ereignisse ab der 36. Minute. In besagter Minute schloss Ritter eine tolle Kombination über Tietz und Sven Michel zum 1:0 ab. In Minute 45 erhöhte Ben Zolinski nach einem weiteren Michel-Assist in Gerd-Müller-Manier auf 2:0. Nur fünf Minuten nach der Pause zirkelte der überragende Ritter eine Ecke direkt ins Tor, ehe Lottes Bernd Rosinger kurz darauf nach einem rüden Foul an Robin Krauße die Rote Karte sah (52.). "Ich verteile ja sonst kein Sonderlob. Aber was Marlon auf den Platz gebracht hat, war klasse", lobte Baumgart seinen brandgefährlichen Mittelfeld-Akteur, der ursprünglich nicht spielen sollte. So hatte Ritter erst am Dienstag von den Ärzten grünes Licht erhalten, um wieder voll ins Teamtraining einsteigen zu können. Doch da Massih Wassey aufgrund von Rückenproblemen kurzfristig ausfiel, durfte der 23-Jährige von Beginn an ran. "Mit so einem Comeback habe ich selbst nicht gerechnet", sagte Ritter, der auch am 4:0 (58.) beteiligt war. Zolinski lenkte einen Ritter-Freistoß mit dem Oberschenkel an den Pfosten. Den Abpraller drückte Tietz über die Linie. Mit Philipp Klement steht Paderborns Coach nun wohl noch ein weiterer außergewöhnlich spielstarker Mittelfeld-Akteur zur Verfügung. Der 25-jährige Winterneuzugang vom FSV Mainz 05 wartete nach seiner Einwechslung jedenfalls mit starken Standards, klugen Pässen und einem guten Abschluss auf. Einen seiner Freistöße köpfte Fesser zum 5:0-Endstand (73.) ins Netz. "Diese Mannschaft ist willig, aggressiv, steht immer auf dem Gaspedal und spielt nach vorne", lobte Klement sein neues Team. Und das funktioniert offenbar auch ohne Dennis Srbeny.

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