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Ein Duo, das sich versteht: Präsident Wilfried Finke setzt voll und ganz auf das Know-how von Markus Krösche. - © Marc Köppelmann
Ein Duo, das sich versteht: Präsident Wilfried Finke setzt voll und ganz auf das Know-how von Markus Krösche. | © Marc Köppelmann

Paderborn SC Paderborn will sich auf alte Stärken besinnen

Nach dem Erhalt der Drittliga-Lizenz will sich der Verein auf alte Stärken besinnen und auf hungrige Perspektivspieler setzen. Ein Neuzugang kommt von RB Leipzig. Ruck löst seinen Vertrag auf

Frank Beineke
10.06.2017 | Stand 10.06.2017, 19:14 Uhr

Paderborn. Um 11 Uhr wurden am Freitag auch die letzten Restzweifel am nachträglichen Drittliga-Klassenerhalt des SC Paderborn beseitigt. Der DFB teilte mit, dass der SC Paderborn als Nachrücker für den TSV 1860 München in der Saison 2017/18 in Deutschlands dritthöchster Spielklasse kicken darf. Auch alle 19 Teams, die sich sportlich für die 3. Liga qualifiziert hatten, erhielten grünes Licht. Besonders groß war die Erleichterung beim finanziell angeschlagenen Chemnitzer FC. Doch auch beim SCP atmeten die Verantwortlichen noch einmal durch, wenngleich eigentlich niemand mehr an einer positiven DFB-Entscheidung gezweifelt hatte. „Ich war mir schon bei der Abgabe der Unterlagen sicher, dass man uns die Lizenz eigentlich nicht verweigern konnte. Aber wir haben natürlich riesiges Glück gehabt, dass die Sache mit dem TSV 1860 so passiert ist", sagt SCP-Präsident Wilfried Finke. Viel Arbeit für die Klubspitzen „Es ist ein schönes Gefühl. Die Freude überwiegt", erklärt Geschäftsführer Martin Hornberger. Denn ein Regionalliga-Abstieg hätte wohl auch auf der Geschäftsstelle zu Stellenstreichungen geführt. „Nun kann unser professionelles Team zusammenbleiben", sagt Hornberger und dankt insbesondere der Stadiongesellschaft, dem Präsidium und Aufsichtsrat, allen Mitarbeitern, dem Vermarkter Infront und allen Sponsoren und Gönnern des Vereins. „Alle haben harte Arbeit geleistet. Und wir haben auch noch viel Arbeit vor uns", so der SCP-Geschäftsführer, der am Nachmittag mit guten Nachrichten aufwarten konnte. So werden die Eintrittspreise für die Heimspiele in der Benteler-Arena zum Teil deutlich gesenkt. „Wir wollten unseren treuen Fans damit auch etwas zurückgeben. Denn wir haben in den letzten zwei Jahren eine schlechte Performance abgeliefert", betont Wilfried Finke. Nun wolle sich der Verein auf die jene Tugenden besinnen, die den SCP einst so stark gemacht hatten. „Es geht darum, junge und hungrige Spieler zu verpflichten, die sich bei uns weiterentwickeln und zu Leistungsträgern werden", sagt der Vereins-Chef. Beim Projekt „Zurück zu den Wurzeln" baut Finke hierbei voll und ganz auf Chefcoach Steffen Baumgart und das Know-how von Markus Krösche. „Wir stehen im täglichen Kontakt. Aber Markus Krösche trifft alle Entscheidungen. Ich hatte mit der Verpflichtung eines neuen Sportlichen Leiters auch extra so lange gewartet, weil ich unbedingt Markus für diesen Job haben wollte", erklärt Finke. Umbruch des Kaders steht bevor Bei den bisherigen Neuzugängen wartet der Sport-Geschäftsführer mit exakt solchen Spielertypen auf, die über Entwicklungspotenzial verfügen. In diese Kategorie passt Mittelstürmer Timo Mauer, den der SCP am Freitag als Neuverpflichtung präsentierte. Der 20-Jährige wechselt ablösefrei vom Regionalligisten RB Leipzig II an die Pader. Innenverteidiger Florian Ruck hat dagegen seinen Vertrag aufgelöst. Dieser Schritt wird auch anderen SCP-Akteuren, die einen gültigen Vertrag haben, nahe gelegt. „Ich denke, dass die Kaderveränderung größer sein wird als dies derzeit so mancher annimmt", prognostiziert Finke. „Wenn der ein oder andere Spieler in der Vorbereitung erkennt, dass er in dieser Mannschaft kaum noch Einsatzchancen hat, wird er vielleicht auch noch später reagieren", so der SCP-Präsident, der sich beim Formulieren eines Saisonzieles bedeckt hält. „Dafür ist es noch zu früh", sagt Finke und fügt an: „Aber innerhalb der nächsten drei Jahren wollen wir schon um den Aufstieg mitspielen. Und ich denke, dass wir uns auf die nächste Saison freuen können."

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