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Pure Freude: Akut Soyak (r.) kann nach seinem Siegtreffer auch von Marc Vucinovic nicht eingefangen werden. - © Marc Köppelmann
Pure Freude: Akut Soyak (r.) kann nach seinem Siegtreffer auch von Marc Vucinovic nicht eingefangen werden. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn Paderborns Soyak sorgt für den späten Lucky Punch

Frank Beineke
29.04.2017 | Stand 29.04.2017, 12:15 Uhr |

Köln. Der SC Paderborn hat erstmals seit neun Spielen zumindest für rund 19 Stunden die Abstiegsplätze der 3. Fußball-Liga verlassen. Die Elf von Trainer Steffen Baumgart gewann am Freitagabend in Unterzahl bei Fortuna Köln mit 1:0 (0:0) und ließ damit die Hoffnungen auf den Klassenerhalt immens steigen. Aykut Soyak schoss nach 89 Minuten das einzige Tor der Partie. Was die Punkte wert sind, wird sich an diesem Samstag zeigen. Dann könnte Werder Bremen II mit einem Dreier in Großaspach wieder an den Paderbornern vorbeiziehen. "Das war heute kein Spiel für Fußball-Ästheten, sondern ein Spiel der Mentalität. Und am Ende ist es sicher ein sehr glücklicher Sieg für uns", bilanzierte SCP-Coach Baumgart, der seine Startelf im Vergleich zum 3:1-Heimsieg gegen Lotte notgedrungen auf zwei Positionen verändert hatte. Ratajczak stand für Kruse, der kurzfristig wegen eines grippalen Infekts ausgefallen war, im Tor. Bertels rückte für den nicht hundertprozentig fitten Heidinger ins linke Mittelfeld. Die 2.466 Zuschauer im Südstadion sahen eine erste Halbzeit, in der beide Teams nicht gerade durch Spielkunst bestachen. Vor allem die Hausherren setzten eher auf Hauruck-Fußball, hatten aber eine hohe Fehlpassquote und entwickelten fast nur bei Standardsituationen Torgefahr. Die beste Fortunen-Chance in Halbzeit eins resultierte dann auch aus einer Ecke: Innenverteidiger Mimbala setzte einen wuchtigen Kopfall in die linke untere Ecke, doch Kruse-Ersatz Ratajczak parierte glänzend. Die spielerischen Mitteln fehlten Unterm Strich aber verzeichneten die Gäste ein Chancenplus. So hatte Dedic gleich zwei Mal die SCP-Führung auf dem Fuß. Zunächst drehte sich Paderborns Stoßstürmer gekonnt um Gegenspieler Uaferro, doch Kölns Keeper Poggenborg lenkte den Dedic-Schuss ums Aluminium (18.). In Minute 40 scheiterte der SCP-Angreifer erneut aus halbrechter Position am Fortunen-Torhüter. Letztlich aber fehlten auch den Paderbornern zumeist die spielerischen Mittel, wenngleich der Wille wieder da war. Die erste Großchance in Hälfte zwei aber hatte Köln. Nach einem Strohdiek-Ballverlust kam Fortunen-Torjäger Dahmani erstmals zum Abschluss, doch sein Flachschuss strich am linken Pfosten vorbei (54.). Die Hausherren bekamen nun leichtes Oberwasser und agierten ab der 72. Minute in Überzahl. SCP-Kapitän Tim Sebastian, der sich erst acht Minuten zuvor eine Gelbe Karte eingehandelt hatte, unterband mit einem Foul an der Mittellinie einen Konter und sah Gelb-Rot. Schonlau kam für Bickel und rückte in die Innenverteidigung. Und die zehn Paderborner machten ihre Sache ausgesprochen gut und ließen dann doch noch eine hundertprozentige Chance zu. Der kurz zuvor eingewechselte Röcker lief allein auf Ratajczak zu, schoss jedoch aus fünf Metern übers Tor (88.). Im Gegenzug kam es noch besser für die Gäste. SCP-Youngster Soyak nahm sich ein Herz, zog aus 30 Metern ab und drosch den Ball genau in den Knick. "Ein überragendes Gefühl", jubelte der Matchwinner, der sich ein vorzeitiges Geburtsgeschenk machte. Denn Soyak wird am Sonntag 22 Jahre alt. Grund zum Feiern aber hatte der SCP schon am Freitag, wenngleich Coach Baumgart mahnte: "Wir haben noch nichts erreicht. Das alles ist nur eine Momentaufnahme."

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