Torschütze: Außenverteidiger Ben Zolinski erzielte in der 53. Minute den 1:2-Anschlusstreffer. Am Ende siegte Kiel dennoch mit 3:1. - © Marc Köppelmann
Torschütze: Außenverteidiger Ben Zolinski erzielte in der 53. Minute den 1:2-Anschlusstreffer. Am Ende siegte Kiel dennoch mit 3:1. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn Paderborner leisten sich gegen Holstein Kiel zu viele Aussetzer

Im sechsten Spiel kassiert das Team die vierte Niederlage

Hartmut Kleimann

Paderborn. Die Benteler-Arena, die einstige Galabühne des SC Paderborn und bei fast allen Auswärtsmannschaften gefürchtet, gerät für den Fußball-Drittligisten mehr und mehr zu einem Ort des Schreckens. Nicht nur für die Mannschaft des SCP, auch für die Anhängerschar, die sich nun schon seit zwei Jahren mit der Hoffnung tröstet, dass es vielleicht beim nächsten Mal besser wird. So standen nach dem jüngsten Auswärtssieg der neuformierten Mannschaft von Cheftrainer René Müller in Wehen-Wiesbaden und durch die anschließenden Neuverpflichtungen von Markus Piossek und Zlatko Dedic die Zeichen eindeutig auf bessere Zeiten. Was aber im Heimspiel gegen Holstein Kiel passierte, war ein kollektiver Rückschritt und eine enttäuschende 1:3-Niederlage, die gut und gerne auch noch um einige Tore höher hätte ausfallen können. Was die Hausherren in der 1. Halbzeit ablieferten, trieb den Fans fast die Tränen in die Augen. Die Quittung für ein Spiel ohne jegliches Durchsetzungsvermögen bekam der SCP eine Minute vor der Pause, als Steven Lewerenz am langen Pfosten eine Hereingabe von rechts zur Gästeführung nutzte. Trainer Müller, der gegen Kiel exakt mit der Elf begann, die in Wehen gewonnen hatte, brachte dann zur 2. Halbzeit mit Bickel (für Vucinovic) und Piossek (für Krauße) zwei neue Leute. Aber alles, was sich das Kollektiv für den zweiten Abschnitt vorgenommen hatte, war schon sechs Minuten nach Wiederbeginn Makulatur, denn nach einer Hereingabe des Ex-Paderborners Niklas Hoheneder von der rechten Seite standen in der Mitte in einer völlig orientierungslosen SCP-Hintermannschaft gleich zwei Kieler völlig blank. Drexler war es schließlich, der zum 0:2 vollstreckte. Zwar fanden die Paderstädter im direkten Gegenzug im Anschluss an einen Freistoß von Bickel durch Zolinskis 1:2 die zwischenzeitlich richtige Antwort, mehr aber passierte von dem Tor der Störche nicht. Die hatten ihrerseits durch mehr Offensivgeist der Gastgeber jede Menge Platz zum Kontern, schossen den SCP dann aber bei einer Fülle von Großchancen zum Glück nicht vollends ab. Lediglich Mathias Fetsch traf noch zum 1:3-Endstand (63.). Ein leichter Sieg für die Gäste, die von einer zu hohen Fehlerquote der Müller-Elf profitierten. „Diese in der Summe viel zu vielen individuellen Fehler müssen wir schleunigst abstellen", sprach der Trainer von einer riesengroßen Enttäuschung.

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