Gute Nachrichten für den Nachwuchs: Gerade die Ticketpreise für Kinder stiegen nach dem Erstliga-Aufstieg des SC Paderborn sprunghaft an. Ab der Saison 2016/2017 aber gibt es für die jungen Fans endlich wieder günstige Karten für alle Blöcke. - © Marc Köppelmann
Gute Nachrichten für den Nachwuchs: Gerade die Ticketpreise für Kinder stiegen nach dem Erstliga-Aufstieg des SC Paderborn sprunghaft an. Ab der Saison 2016/2017 aber gibt es für die jungen Fans endlich wieder günstige Karten für alle Blöcke. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn Das kostet der Eintritt beim SC Paderborn in der neuen Saison

Zweitliga-Absteiger bietet erstmals seit zwei Jahren wieder günstige Kartenkategorien für junge Fans und Vorteile für Dauerkarten-Inhaber an

Frank Beineke
03.06.2016 | Stand 03.06.2016, 16:29 Uhr

Paderborn. In den vergangenen beiden Spielzeiten gab es stets einen Aufschrei in der Fanszene, als der SC Paderborn die Eintrittspreise für die kommende Saison präsentierte. Denn nach dem Erstliga-Aufstieg 2014 stiegen die besagten Preise gewaltig an. Auch die vergangene Zweitliga-Spielzeit brachte nur wenig Besserung, so dass Anhänger auf die Barrikaden gingen, Online-Petitionen starteten und mit Stimmungsboykotten drohten. Am Donnerstag gab der SC Paderborn nun seine Ticketpreise für die Drittliga-Saison 2016/2017 bekannt. Auch die werden nicht alle Kritiker verstummen lassen, denn im Drittliga-Vergleich dürfte der SCP wohl zu den Vereinen mit den höchsten Preisen zählen. Aber immerhin: Der Zweitliga-Absteiger hat auf den Unmut der Fans reagiert und die größten Missstände beseitigt. So gibt es erstmals seit der Zweitliga-Saison 2013/2014 wieder Karten-Kategorien für Kinder bis einschließlich 14 Jahre. Eben jene Kategorien wurden nach dem Erstliga-Aufstieg abgeschafft. Das führte beispielsweise dazu, dass der Preis für eine Sitzplatzdauerkarte von 183 Euro auf satte 765 Euro stieg. Auch in der vergangenen Saison wurden noch 544 Euro fällig, wenn ein Kind eine Dauerkarte der höchsten Kategorie benötigte. Künftig kostet ein solches Ticket 263,50 Euro. Eine Stehplatz-Dauerkarte für Kinder schlägt mit 102 Euro zu Buche. Dies ist deutlich weniger als in den vergangenen beiden Spielzeiten. "Die Rückkehr zu den Kinder-Kategorien hatten wir im vergangenen Jahr mit den Fans vereinbart. Und wir haben unser Versprechen gehalten", sagt SCP-Präsident Martin Hornberger. Und noch einem weiteren Hauptkritikpunkt wurde Rechnung getragen. So hatten Dauerkarten-Inhaber zuletzt keinen finanziellen Vorteil, denn der Einzel-Ticketpreis wurde einfach mal der Summe der Spiele genommen. Künftig lautet die Devise "19 für 17". Das heißt: Dauerkarten-Inhaber sehen 19 Heimspiele zum Preis von 17. Auch dieses Prinzip, das zu alten Zweitliga-Zeiten noch unter dem Motto "17 für 15" gelaufen war, wurde nach dem Sprung in die 1. Bundesliga abgeschafft. Diesmal aber gab es bei der Festlegung der Preise eine Neuerung. Denn bevor die entsprechenden Gremien des Vereins die neue Preisstruktur einstimmig verabschiedeten, wurde der Fanbeirat um seine Meinung gebeten. "Und nach intensiver und angeregter Diskussion wurde ein gemeinsamer Nenner gefunden", berichtet Hornberger. Im Vergleich zur vergangenen Saison betragen die Preissenkungen bei den Vollzahler-Dauerkarten zwischen 34 Euro (Stehplatz) und 93,50 Euro (Sitzplatz West- und Osttribüne) - und dies bei 19 statt 17 Heimspielen. Die Einzel-Tickets werden um zwei Euro (Stehplatz) beziehungsweise 5,50 Euro (Sitzplatz) günstiger. Der Tageskassenzuschlag wird von 2 Euro auf 1,50 Euro reduziert. Hinzu kommen Sondertickets wie die REWE-Familienkarte (Stehplatz Block C, ein Erwachsener und ein Kind für 14 Euro) oder Rabatte für Kids-Club-Mitglieder. "Die Preisgestaltung ist für die Fans annehmbar und für den Verein wirtschaftlich vertretbar", urteilt SCP-Präsident Hornberger. Mit Kritik aber muss er wohl auch künftig leben. Kommentar Die größten Mängel sind beseitigt Eines ist klar: Die neuen Kartenpreise beim SC Paderborn bieten keinen Grund zum Jubeln. Denn den Spitzenplatz, den die Ostwestfalen bereits in der 1. und 2. Liga in Sachen Ticket-Tarife inne hatten, dürften sie auch in Liga drei locker behaupten. In der vergangenen Drittliga-Saison hatte nur Dynamo Dresden eine teurere Dauerkarte im Angebot. Doch diesmal bietet die Preisgestaltung im Gegensatz zur vergangenen Spielzeit keinen Grund, um Zeter und Mordio zu schreien. Denn die größten Mängel hat der SCP beseitigt. Zum einen gibt es endlich wieder billigere Karten für Kinder. Zum anderen haben Dauerkarten-Inhaber durch das Prinzip „19 für 17" einen finanziellen Vorteil. Wer jedoch die neuen Tarife mit den Preisen der Zweitliga-Saison 2013/14 vergleicht, kommt schnell zu dem Schluss: Günstig geht anders. Doch bei all der berechtigten Kritik an den recht happigen Sitzplatz-Preisen muss auch bedacht werden, dass die 15.000 Zuschauer fassende Benteler-Arena fast 10.000 Stehplätze zählt. Mit denen lassen sich nun einmal weniger Einnahmen generieren. Und wer sich eine Stehplatz-Dauerkarte sichert, muss letztlich 10,74 Euro pro Partie berappen. Da gibt’s eigentlich nichts zu Meckern. Kontakt zum Autor

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