0
Vor dem Tor zum Trainingsbereich: Martin Hornberger (geschäftsführender SCP-Vizepräsident und Gesamtgeschäftsführer/l.) und Bürgermeister Michael Dreier mit Schlüsseln zu dem Gelände, von denen es insgesamt 100 bis 120 Stück gibt. - © Marc Köppelmann
Vor dem Tor zum Trainingsbereich: Martin Hornberger (geschäftsführender SCP-Vizepräsident und Gesamtgeschäftsführer/l.) und Bürgermeister Michael Dreier mit Schlüsseln zu dem Gelände, von denen es insgesamt 100 bis 120 Stück gibt. | © Marc Köppelmann

Paderborn 
Schlüssel zum Trainings- und Nachwuchsleistungszentrum an den SC Paderborn übergeben

Offizielle Eröffnung in der nächsten Woche

Holger Kosbab
22.01.2016 | Stand 26.01.2016, 07:36 Uhr

Paderborn. Paderborns Bürgermeister Michael Dreier hat einen Wunsch. Jetzt, wo der Klub die benötigten Trainingsflächen habe, möge der SC Paderborn doch bitte in der 2. Fußball-Bundesliga bleiben und nicht absteigen. Die Grundlage dafür sei in den vergangenen sechseinhalb Monaten im Almepark Nord geschaffen worden: vier Fußballplätze für den Profi- und Nachwuchsbereich, der mögliche Schlüssel zum Erfolg. Den symbolischen Riesenschlüssel sowie kleine echte Schlüssel zu dem 4,1 Millionen Euro teuren Trainingsgelände übergab Dreier am Donnerstagan den SCP-Vize Martin Hornberger. Dreier wollte ein Zeichen setzen, dass seitens der Stadt Paderborn der Startschuss erfolge. Er dankte dem Sportdezernenten Wolfgang Walter und Vertretern des beteiligten Ämter sowie des städtischen Gebäudemanagements, die hervorragend zusammengearbeitet hätten. Nur so sei eine solche Aufgabe in sechseinhalb Monaten zu schaffen. Am 28. April des vergangenen Jahres hatte der Sportausschuss des Stadtrats grünes Licht für das Vorhaben gegeben. Eine Woche später folgte am 5. Mai der Vertragsabschluss zwischen der Stadt Paderborn und dem SCP. Die Baugenehmigung wurde am 23. Juni erteilt - und schon Ende Juni wurde mit den Arbeiten begonnen. Seit dem 21. Dezember sind die Freiflächen mit den vier Sportplätzen fertig. Ganz kurz vor der Fertigstellung ist das ebenfalls von der Stadt gebaute Technikgebäude. Zwei Naturrasenplätze sind für die Profis, einer davon mit Rasenheizung. Zudem gehört zu dieser Seite des Freigeländes eine 15 Meter breite Athletikfläche. Gegenüber sind ein Kunstrasenplatz mit sowie ein Naturrasenplatz ohne Heizung: beide Flächen sind für den SCP-Nachwuchs. Hierfür wurden insgesamt 40.000 Kubikmeter Erdreich bewegt. 16 Flutlichtmasten sorgen für die Passende Beleuchtung. Vom Grün des Natur- und Kunstrasens ist derzeit allerdings nichts zu sehen. Es ist von einer dünnen Schneeschicht überdeckt. Nächste Woche soll das schon anders sein, davon geht Martin Hornberger, geschäftsführender Vizepräsident und Gesamtgeschäftsführer des SC Paderborn, zumindest aus. Nach jetziger Planung werden die SCP-Profis am kommenden Dienstag das erste Mal auf dem neuen Rasen kicken. SCP-Chef Wilfried Finke hatte seine Beteiligung an der Einweihung aufgrund einer Grippe abgesagt. Mit dem Trainings- und Nachwuchsleistungszentrum endet für den SCP die Zeit, in der die einzelnen Teams auf zehn Trainingsplätze im gesamten Paderborner Stadtgebiet sowie in Borchen-Dörenhagen und Delbrück-Bentfeld verteilt sind. Die Stadt wiederum kann die frei werdenden Trainingsflächen künftig für den Breitensport zur Verfügung stellen. Der SCP hat zudem das mittelfristige Ziel, dass alle Mannschaften im Almepark Nord trainieren können. Dafür würden jedoch zwei weitere Sportplätze auf der Hochfläche neben dem Ahorn-Sportpark benötigt. Im Bebauungsplan sind diese bereits vorgesehen. Allerdings wurde sich aus Kostengründen darauf verständigt, zunächst mit vier Plätzen zu starten. Die Kosten für die beiden zusätzlichen Plätze beziffert Happe, Leiter der Abteilung Sport im Paderborner Sportamt, auf 1,5 bis zwei Millionen Euro. Kommentar Muskelspiel Paderborn ist stolz auf seine Bundesliga-Kicker vom SCP. Durch das Erstligajahr in der vergangenen Saison hat die Stadt ihren Bekanntheitsgrad steigern können. Zugleich wurde der Ruf des Klubs nach erstklassigen Rahmenbedingungen lauter. Nun ist es soweit: Das Trainings- und Nachwuchsleistungszentrum steht. Im April gibt es die offizielle Eröffnung für den gesamten Bereich. Doch zuvor gibt es zwei Einweihungen. Denn die Stadt lässt es sich nicht nehmen, ihren Teil schon mal ins rechte Licht zu rücken, ehe nächste Woche der SCP folgt. Eine gemeinsame Einweihung von Sportplätzen – die die Stadt gebaut hat – und dem Funktionsgebäude – errichtet vom Verein – hätte wohl zu sehr die Kicker im Fokus. So in etwa dürfte die Stadt in dieser Sache ticken. Also wählt man einen Termin, an dem die Spieler im Trainingslager sind und nicht die Show stehlen können. Zudem ist es ein kleines Muskelspiel: Wer vier Millionen Euro zahlt, der hat ja wohl ein Recht aufs alleinige Rampenlicht. Vermutlich schwingt auch noch ein Stück weit der Unmut der Stadt und der Kommunalpolitik mit, dass sich der Verein mit seinem Chef Wilfried Finke in der Diskussion um die Planung und Finanzierung einige Male äußerst unglücklich verhalten hat. Doch jetzt können beide Seiten und ganz Paderborn froh sein, dass das Leistungszentrum steht. Nun sollte nur noch die 2. Liga gesichert werden. Sonst hätte ein Drittligist perfekte Trainingsbedingungen.

realisiert durch evolver group