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Paderborn Rauswürfe bleiben rätselhaft

SC Paderborn: Medien bohren angesichts der Suspendierung des Dreigestirns nach den wahren Gründen. Antworten vor laufender Kamera sorgen für reichlich Irritation

Werner Schulte
23.12.2015 | Stand 22.12.2015, 22:57 Uhr
Unwirsche Reaktion: Sport-Geschäftsführer Michael Born mochte nicht mehr über das suspendierte SCP-Trio sprechen. - © Marc Köppelmann
Unwirsche Reaktion: Sport-Geschäftsführer Michael Born mochte nicht mehr über das suspendierte SCP-Trio sprechen. | © Marc Köppelmann

Paderborn. Tor- und bisweilen auch ein bisschen trostlos. Die Nullnummer im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf hat beim SC Paderborn am Montagabend zwar keine weiteren Panikattacken ausgelöst, aber echte Zufriedenheit sieht nach einem richtungsweisenden Spiel im Abstiegskampf doch irgendwie anders aus.

Die Hauptsache sei, dass der SCP vor der Winterpause drei Punkte Vorsprung zum ersten direkten Abstiegsplatz ins Ziel gerettet habe, rückte auch Mittelfeldstratege Moritz Stoppelkamp die wichtigste Begleiterscheinung dieser Partie nach dem Schlusspfiff in den Mittelpunkt.

Am Rande dieser Begegnung sorgte auch die vor gut einer Woche vollzogene Suspendierung des Dreigestirns Mahir Saglik, Daniel Brückner und Srdjan Lakic für reichlich weiteren Gesprächsstoff. Die Frage nach dem Warum ist von den Vereinsverantwortlichen aus Sicht der Medien noch längst nicht befriedigend beantwortet worden.

Auch der Bezahlsender Sky hakte in dieser Angelegenheit ordentlich nach. Die gelieferten Antworten sorgten allerdings für Irritationen. „Es gab keine richtige Begründung, es hätte jeden treffen können", sagte der zuletzt rotgesperrte Süleyman Koc vor laufender Kamera. Die Interview-Antwort seines Teamkollegen Nick Proschwitz vermittelte den gleichen Tenor. Auf die Frage, ob der Verein gegenüber der Mannschaft eine ausreichende Erklärung abgeliefert habe, antwortete der Angreifer mit einem klaren „Nein".

Stattdessen behauptete Cheftrainer Stefan Effenberg („Wer das nicht kapiert hat, dem kann ich auch nicht helfen") das genaue Gegenteil. Kein Sterbenswörtchen aber über die wahren Gründe. Erklärungsnotstand auch bei Paderborns Sport-Geschäftsführer. Vielleicht habe der „Sülo" das ja so verstanden, kommentierte Michael Born die Aussage von Koc. Auf das weitere penetrante Bohren reagierte der Manager („Ich habe keine Lust mehr, auf dieses Thema zu antworten") dann sichtlich unwirsch. Die Öffentlichkeit bleibt also weiterhin unaufgeklärt. Die offizielle Begründung des Vereins lautet nach wie vor, dass der Kader frühzeitig neue Strukturen erhalten soll. Am gestrigen Dienstag mit dieser doch recht unglücklichen Außendarstellung konfrontiert, versicherte Born gegenüber dieser Zeitung: „Alle Spieler sind darüber informiert worden."

Angesichts der Sky-Interviews fügte er an, dass „wir den Spielern doch nicht einheitlich vorschreiben können, was sie in der Öffentlichkeit zu sagen haben. Das würde am Ende doch nach Plattitüden klingen". So wie beispielsweise bei Marvin Bakalorz, den die Kameras noch kurz vor dem Sky-Gespräch beim Briefing mit Pressesprecher Matthias Hack erwischt hatten. „Das ist von den Verantwortlichen so entschieden worden, da können wir als Spieler nichts machen", so der SCP-Kapitän zu den Suspendierungen.

Ungeachtet der vielen offenen Fragen, beschäftigt sich Michael Born jetzt mit der Ergänzung des Kaders. Schwerpunktmäßig ist nach wie vor die Rede von einem Innenverteidiger, einem Mittelfeldspieler und einem Stürmer, die „so früh wie möglich" zum Kader stoßen sollen. Den Zeitpunkt des Trainingsauftaktes (8. Januar) stuft der Sport-Geschäftsführer zurzeit aber als „eher unrealistisch" ein, „eher so in Richtung Trainingslager", das am 15. Januar im türkischen Belek beginnt. Möglicherweise muss er seine Einkaufs-Tour noch ausweiten. Schließlich sei die Möglichkeit, dass der eine oder andere aktuelle Spieler den Verein in der Winterpause verlassen werde, ja auch nicht ganz auszuschließen.

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