1. FC Union Berlin - SC Paderborn: Zweikampf zwischen Dominik Wydra (Paderborn, l) und Eroll Zejnullahu. (Archivfoto) - © picture alliance / dpa
1. FC Union Berlin - SC Paderborn: Zweikampf zwischen Dominik Wydra (Paderborn, l) und Eroll Zejnullahu. (Archivfoto) | © picture alliance / dpa

SC Paderborn Dominik Wydra will zur EM-Endrunde

Für den defensiven Mittelfeldspieler geht es nach dem Heimspiel gegen Heidenheim sofort zur österreichischen U-21-Nationalmannschaft

Frank Beineke

Paderborn. Die Zeiten, in denen der österreichische Fußball müde belächelt wurde, sind vorbei. Die A-Nationalmannschaft qualifizierte sich in grandioser Manier für die Euro 2016. Und auch die U 21 ist auf einem guten Weg Richtung EM-Endrunde. Mit drei Siegen aus drei Spielen liegt das Team von Trainer Werner Gregoritsch punktgleich mit Deutschland in seiner Quali-Gruppe an der Spitze. Kapitän von Austrias U 21 ist ein Spieler vom SC Paderborn: Dominik Wydra. Und der wird sich am Sonntag nach dem Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim (13.30 Uhr) flugs auf den Weg in seine Heimatstadt Wien machen. Dort trifft sich Österreichs U 21, die in der EM-Quali am 13. November in Wien gegen Finnland ran muss, ehe am 17. November in Fürth das Topspiel gegen Deutschland steigt. Zuversicht und Selbstbewusstsein sind bei Wydra groß. „Wir wissen, dass wir gut sind. Wir glauben an uns und wollen auch gegen Deutschland unser Spiel durchziehen“, sagt der 21-Jährige, der beim 7:0-Erfolg gegen Aserbaidschan unlängst sein erstes Länderspieltor erzielt hatte. Seit über einem Jahr ist der defensive Mittelfeldspieler Kapitän der U 21. „Ich schau, dass ich die Mannschaft beisammen halte und achte darauf, dass keiner aus der Reihe tanzt“, so Wydra, der kurz vor dem Saisonstart von Rapid Wien nach Paderborn gewechselt war und seitdem in 13 der 15 SCP-Pflichtspiele zum Einsatz kam. In Österreichs U 21 ist der gebürtige Wiener, dessen Eltern aus Polen stammen, ohnehin eine feste Größe. Und nachdem Wydra einst mit der U 17 nur knapp eine EM-Endrunde verpasst hatte, soll diesmal die direkte Qualifikation her. Es wäre der nächste Achtungserfolg für den österreichischen Fußball. „Die vielen Nachwuchsprojekte haben bei uns eine Menge bewegt“, nennt Wydra den Hauptgrund für den Austria-Höhenflug. Erstmals seit 1998 konnte sich das A-Nationalteam wieder für die Endrunde eines großen Turniers qualifizieren. Für Dominik Wydra dürfte die EM 2016 in Frankreich aber noch zu früh kommen. „Mit Alaba, Junuzovic und Baumgartlinger gibt es auf meiner Position sehr starke Konkurrenz“, sagt der 21-Jährige, der sich keinen Träumereien hingibt. Stattdessen will sich Wydra erst einmal auf seine Aufgaben beim SC Paderborn konzentrieren. Und auch hier ist die Konkurrenz mit Bakalorz, Kirch und Co. beachtlich. Ins Schwärmen gerät der Österreicher, wenn’s um den neuen SCP-Coach geht. „Stefan Effenberg war mein absolutes Vorbild und er hat auf meiner Position gespielt. Für mich ist das natürlich sensationell“, sagt Wydra, der als Kind und Jugendlicher aber keinem Effenberg-Klub die Daumen drückte. „Ich war Dortmund-Fan. Aber das hat sich jetzt wohl erledigt“, witzelt der 21-Jährige mit Blick auf die Paderborner 1:7-Pokalpleite beim BVB. In der Liga aber will Wydra mit dem SCP nun voll durchstarten. „Wir stehen auf Platz 15 und es wäre vermessen, jetzt vom Aufstieg zu sprechen. Aber in dieser engen Liga ist alles möglich. Und wenn Fürth vier Spiele in Folge gewinnen kann, können wir das auch“, sagt er. Der nächste Dreier soll Sonntag gegen Heidenheim her. Und dann geht’s für Wydra nach Wien.

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