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Fassungslos: Der SC Paderborn präsentierte sich beim 0:6 gegen Sandhausen in desolater Verfassung. - © Bongarts/Getty Images
Fassungslos: Der SC Paderborn präsentierte sich beim 0:6 gegen Sandhausen in desolater Verfassung. | © Bongarts/Getty Images

SC Paderborn Spieler, Fans und Funktionäre fassungslos nach dem 0:6

Finke sucht das direkte Gespräch mit den verhinderten Helden in der Kabine

Werner Schulte
15.08.2015 | Stand 15.08.2015, 12:40 Uhr |

Paderborn. Bis hin zur Fassungslosigkeit reichte das Enttäuschungsrepertoire im Lager des SC Paderborn am Freitagabend. Wortlos schritten die Angreifer Nick Proschwitz und Mahir Saglik nach der 0:6-Blamage gegen den SV Sandhausen nach Spielschluss durch die Katakomben der Benteler-Arena. Einen Satz für die lauernde Journaille wollten sie partout nicht über die Lippen huschen lassen. Einer der ersten, die nach dieser bitteren Vorstellung ein bisschen gesprächsbereit waren, war Marvin Bakalorz. Nach dem überraschenden Abgang von Uwe Hünemeier gab er sein Debüt als Kapitän des Fußball-Zeitligisten und konstatierte: „Das habe ich mir sicher anders vorgestellt. So etwas geht gar nicht.“ Während der 90 Minuten zuvor hatte das Tribünenvolk seinem Ärger schon ordentlich Luft gemacht. Während halbwegs gelungene SCP-Aktionen mit höhnischem Beifall bedacht wurden, kam plötzlich auch der alte Ärger über die hohen Eintrittspreise wieder hoch. „16 Euro, keiner weiß warum“, tönte es nach dem vierten Gegentreffer lauthals von der Südtribüne. „Mir fehlen die Worte. Ich hoffe, dass war ein einmaliger Ausrutscher“, bilanzierte derweil Chefcoach Markus Gellhaus. Und dann passierte, was passieren musste. Um 20.28 Uhr näherte sich der Präsident der Kabinentür. Auf dem Rückweg verlor Wilfried Finke allerdings kein Sterbenswörtchen über den Inhalt der Gardinenpredigt, die sich das Versager-Kollektiv während des 15-minütigen Besuchs wohl hatte anhören müssen. Mit den Medien wollte der tief enttäuschte Präsident so kurz nach dem Schlusspfiff nicht sprechen. Paderborns Manager fand klare Worte für den Offenbarungseid. „Das war eine Katastrophe, wie wir uns präsentiert haben“, sagte Michael Born, „das war nicht annähernd die Leistung, die wir zu leisten in der Lage sind“. Die jüngste Blamage mache die noch anstehende Personalsuche zudem nicht unbedingt einfacher.

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