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Siegerfaust: Marvin Bakalorz hofft, dass er auch am Samstag Grund zum Jubeln hat. - © Marc Köppelmann
Siegerfaust: Marvin Bakalorz hofft, dass er auch am Samstag Grund zum Jubeln hat. | © Marc Köppelmann

SC Paderborn Bakalorz' Vorfreude trotz unschöner Erinnerungen

SCP-Akteur brennt aufs Duell gegen seinen Ex-Klub Borussia Dortmund und zeigt sich vom Klopp-Abschied sehr überrascht

Frank Beineke
16.04.2015 | Stand 16.04.2015, 15:18 Uhr

Paderborn. Als am Mittwoch die ersten Meldungen vom demnächst anstehenden Klopp-Abschied aufkamen, absolvierten die Erstliga-Kicker des SC Paderborn gerade ihr Vormittagstraining. "Vor einem Heimspiel gegen Paderborn kann man schon mal in Panik geraten", kommentierte SCP-Sport-Geschäftsführer Michael Born scherzhaft die Nachrichten aus Dortmund. Denn sein Klub gastiert am Samstag (15.30 Uhr) bei den Borussen. Dass der gewaltige Wirbel rund um die Personalie Jürgen Klopp nun zum großen Vorteil für den SCP geraten könnte, glaubt im Paderborner Lager aber wohl kaum jemand. "Der BVB ist immer noch eine Weltklasse-Mannschaft", erklärte SCP-Coach André Breitenreiter, der sich zu der Entscheidung seines Dortmunder Trainerkollegen nicht weiter äußern mochte. "Ich kann dazu nichts sagen. Wir beschäftigen uns ohnehin lieber mit uns", so Breitenreiter. Ein ehemaliger Dortmunder in Diensten des SC Paderborn zeigte sich unterdessen extrem überrascht, als er nach dem Training die Neuigkeit erfuhr. "Ich bin gerade total durch den Wind. Dieser Trainer gehört doch zu diesem Verein", sagte Marvin Bakalorz, der von 2010 bis 2013 für die Dortmunder U23 gespielt und so manche Übungseinheit unter Jürgen Klopp absolviert hatte. "Für mich ist er einer der besten Trainer der Welt", urteilt Bakalorz. Auch er glaubt nicht, dass der angekündigte Abschied große Auswirkungen aufs Spiel beim BVB haben wird. "Fakt ist: Jürgen Klopp ist am Samstag da. Und er wird seine Jungs sehr heiß machen", lobt der 25-jährige SCP-Mittelfeldspieler den Borussen-Coach, der ihm nach dem 2:2 im Hinspiel allerdings übel mitgespielt hatte. "Ich habe mir schon meinen Teil gedacht" Damals nämlich hatte Jürgen Klopp seinen ehemaligen Schützling in der Pressekonferenz heftig für eine Szene aus der 64. Minute kritisiert. In besagter Spielminute hatte eine Bakalorz-Grätsche dafür gesorgt, dass sich BVB-Star Marco Reus einen Außenbandriss im rechten Sprunggelenk zuzog. "Gleich nach dem Spiel ist man halt noch voller Emotionen. Aber ich habe mir schon meinen Teil gedacht", kommentiert der SCP-Akteur rückblickend die Klopp-Äußerungen. Diese trugen jedenfalls dazu bei, dass Bakalorz in einigen Medien unter anderem als "Reus-Treter" oder "Tölpel" verunglimpft wurde. "So kann es halt kommen, wenn die mediale Präsenz so groß ist. Aber was dann in den sozialen Medien passiert ist, war schon heftig", erinnert sich der 25-Jährige mit Schaudern an übelste Beschimpfungen, Beleidigungen und gar Morddrohungen. "Es war die schwerste Zeit meines Lebens", resümiert Bakalorz und dankt seinen Trainern, Teamkollegen und der Familie für die Unterstützung. Marco Reus, mit dem er zu BVB-Zeiten oft das Zimmer geteilt hatte, machte ihm ohnehin keine Vorwürfe. "Manchmal hatte ich den Eindruck, Marco ist der einzige in Dortmund, der nicht sauer ist", sagt Bakalorz. Trotz der unschönen Erinnerungen an die Tage nach dem Hinspiel freut er sich riesig auf die Partie am Samstag. "Ich durfte leider noch nie in diesem geilen Stadion spielen, wenn es voll ist, sondern nur mit den Amateuren im leeren Signal-Iduna-Park. Ich werde jeden Moment genießen", sagt "Baka", der keine Angst vor einem möglichen Pfeifkonzert der BVB-Fans hat. André Breitenreiter beteuert, dass die Vorkommnisse aus dem Hinspiel bei seiner Entscheidung, ob Bakalorz in der Startelf steht, keine Rolle spielen werden. "Es war ein harter Zweikampf. So etwas passiert im Fußball", urteilt der SCP-Coach über das Foul an Reus und fügt an: "Baka hat in dieser Saison bislang zwei Gelbe Karten bekommen. Auch das zeigt, dass er kein Treter ist." Ob es auf dem Platz zu einem Wiedersehen mit Marco Reus kommen wird, ist ohnehin ungewiss. Grund: Der Nationalspieler klagt über Adduktorenprobleme.

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