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Sehr robust gingen die Bochumerinnen in Bielefeld zu Werke. Hier spürt es Arminin Lena Meynert (r.). - © Andreas Zobe
Sehr robust gingen die Bochumerinnen in Bielefeld zu Werke. Hier spürt es Arminin Lena Meynert (r.). | © Andreas Zobe

Regionalligateam aus Bielefeld seit vier Spielen ohne eigenes Tor Arminias Frauen brechen in der zweiten Halbzeit ein

Die DSC-Frauen dominieren Spitzenreiter Bochum zunächst klar, verlieren aber am Ende 0:3. Lisa Lösch verletzt sich nach der Pause schwer.

Peter Burkamp
27.11.2022 | Stand 27.11.2022, 18:36 Uhr

Bielefeld. Lange standen sie nach dem Abpfiff vor ihrer Auswechselbank beieinander. Die Bochumerinnen befanden sich nach einer kurzen Siegesfeier schon unter der Dusche und die meisten der rund 300 Zuschauer auf dem Heimweg, da diskutierten die Armininnen immer noch sehr intensiv mit ihren Verantwortlichen.

Trainer Tom Rerucha gehörten die ersten Worte. Die verletzte Kapitänin Sandra Hausberger wandte sich an ihre Mitspielerinnen. Gestenreich verschaffte sich auch Mittelfeldspielerin Jocelyn Hampel Luft. „Die Enttäuschung ist natürlich riesig“, sagte Grit Bender.

"Die haben uns den Schneid abgekauft"

Wie alle Beteiligten auf Bielefelder Seite hatte die Innenverteidigerin nach dem Spiel Mühe, zu erklären, warum ein bis zur Pause klar dominiertes Spiel in der zweiten Halbzeit so aus dem Ruder laufen konnte. „Es hatte sich nach dem Wiederbeginn schon angedeutet“, meinte Bender, „die haben uns den Schneid abgekauft“. Null Torchancen lautete die Bochumer Ausbeute in der ersten Halbzeit. Kurz nach der Pause musste DSC-Torfrau Lisa Venrath dann gleich zweimal stark parieren, um einen Rückstand zu verhindern.

Während die Armininnen versuchten, ins Spiel zurückzufinden, wurden sie durch eine schwere Verletzung von Lisa Lösch geschockt. Die Kapitänin erlitt nach einem Foul vermutlich einen Nasenbeinbruch und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Wenig später gelang Bochum die Führung (65. Spielminute). „Ich habe das Tor gar nicht gesehen, da ich mich um Lisa gekümmert habe“, sagte Tom Rerucha.

"Dass wir drei Tore kassieren, darf nicht passieren“

Als er wieder auf den Platz schaute, sah er eine desorientierte Arminia. „Natürlich tut es einem Leid, wenn die eigene Mitspielerin mit Schmerzen am Boden liegt. Das darf aber keine Entschuldigung dafür sein, so auseinanderzufallen“, sagte Grit Bender. Die Bochumerinnen nutzten die Gelegenheit, attackierten früh und ließen nach einer Balleroberung im Eins-gegen-eins das 2:0 folgen (71.). Nur wenig später erhöhten sie auf 3:0 (73.).

„Wir hatten im Zentrum zu viele Löcher, die keiner zugelaufen hat. Lisa hat vorher viele Wege gemacht, trotzdem müssen wir noch Zweikämpfe gewinnen, wenn sie nicht mehr dabei ist“, sagte Rerucha. Dann, so der DSC-Trainer, könne solch ein Spiel eben 0:0 ausgehen: „Dass wir aber drei Tore kassieren, darf nicht passieren.“

Drei hochkarätige Chancen im ersten Durchgang

Ebenso wie eine desolate zweite Halbzeit gehört auch eine sehr starke erste Halbzeit zur Geschichte des Spiels. Arminia kontrollierte die Bochumerinnen und bestimmte das Geschehen. Susanne Werner, Jocelyn Hampel und Lisa Lösch (Pfosten) hatten drei hochkarätige Einschussmöglichkeiten. „Wir müssen eigentlich 1:0 oder 2:0 führen“, meinte Rerucha im Rückblick. Doch ihre Abschlussschwäche werden die Armininnen einfach nicht los.

„Das war sehr bitter“, meinte DSC-Ehrenpräsident Hans Jürgen Laufer. Er schob jedoch gleich ein „Wir spielen trotzdem weiter“, nach. Womöglich hat er sich an die vielversprechende Vorstellung in der ersten Halbzeit erinnert. In der war Arminia besser als der Tabellenführer.

DSC Arminia: Venrath – Meynert, Klingen, Barkhausen, Bender, Ejupi (82. Czekalla) – McCracken (79. Taube), Hampel, Lösch (46. Radosavljevic) – Finger (46. Bartling), Werner

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