0
Leistungsträger: Der Franzose Antoine Hoang spielte für den TuS Sennelager schon vor zwei Jahren in der Regionalliga.  - © Wilfried Hiegemann
Leistungsträger: Der Franzose Antoine Hoang spielte für den TuS Sennelager schon vor zwei Jahren in der Regionalliga.  | © Wilfried Hiegemann

Paderborn Tennis: TuS Sennelager startet ins Bundesligamärchen

Am Sonntag geht es gleich gegen den Deutschen Meister Mannheim

Rouven Theiß
05.07.2019 | Stand 05.07.2019, 18:43 Uhr

Paderborn-Sennelager. „Wunder gibt es immer wieder" war schon in den Siebzigerjahren in einem bekannten Schlager zu hören. Sportlich gesehen hat der TuS Sennelager in den vergangenen sieben Jahren regelmäßig Wunder vollbracht. Siebenmal in Serie stiegen die Tennisherren der Schwarz-Gelben aus dem Paderborner Vorort auf. Und das bis in die 1. Bundesliga. Am Sonntag, 7. Juli, steht um 11 Uhr nun vorerst der Höhepunkt des modernen Tennismärchens auf dem Programm, wenn der TuS, der mittlerweile als Team Hämmerling TuS Sennelager aufschlägt, als Aufsteiger zum Saisonauftakt den Deutschen Meister TK GW Mannheim empfängt. „Unsere Aufstiegsserie ist im deutschen Tennis einmalig – und wird es in dieser Form sicherlich nicht mehr geben. Als damals alles angefangen hat, haben wir nicht damit gerechnet, irgendwann in der Bundesliga zu landen", sagt Marc Renner, sportlicher Leiter des TuS. Zur Gewohnheit, das haben die vergangenen Jahre gezeigt, ist dabei geworden, dass Sennelager als Außenseiter in die Serie startet. Während der TuS einen Etat von gerade einmal 100.000 Euro zur Verfügung hat, verwalten die meisten anderen Teams das Fünffache. Bei Mannheim spielt ein French-Open-Finalist Der Blick auf die Meldeliste unterstreicht das: Mannheim bietet Österreichs Weltranglistenvierten und French-Open-Finalisten Dominic Thiem an Position eins auf und dahinter mit Dusan Lajovic (ATP 33), Radu Albot (ATP 41) und Federico Delbonis (ATP 76) ebenfalls echte Hochkaräter. Die drei Topgesetzten der Paderborner tummeln sich dagegen jenseits der Top 100 der Weltrangliste: Der Slowake Jozef Kovalik (ATP 169), der Franzose Antoine Hoang (ATP 103) und der Slowake Norbert Gombos (ATP 161). Aber: Teamchef Marc Renner ist es zuletzt regelmäßig gelungen, eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen, die vor allem durch Zusammenhalt überzeugte. Das betont auch Ralf Hämmerling, Hauptsponsor und stellvertretender Vorsitzender: „Wir sind der Underdog, rechnen uns aber eine kleine Chance auf den Klassenerhalt aus. Mit unserem Teamgeist können wir Außergewöhnliches schaffen." Platzwechsel für die Bundesliga Renner und seine Mitstreiter haben in Paderborn nicht nur einen Bundesligisten aus der Taufe gehoben, sondern auch die Strukturen und das Umfeld bewusst mitwachsen lassen. So finden die Heimspiele nicht mehr auf der kleinen Dreiplatzanlage in Sennelager statt, sondern, dank einer Kooperation, beim Paderborner TC BR. Zudem spielt die zweite Mannschaft mittlerweile in der Westfalenliga. „Wir wollen hier bewusst keine Eintagsfliege haben, sondern langfristig und nachhaltig etwas aufbauen", hält Renner fest. Dabei hilft auch Trainer Marius Kur. Der 42-Jährige war als Junior einst auf der internationalen Tour unterwegs und hat nach seiner Karriere mit Carolin Daniels die Tennis-Base Germany aufgebaut, die seit einiger Zeit einen Stützpunkt in Paderborn betreibt. „Dort trainieren unsere Profis regelmäßig", so Renner.

realisiert durch evolver group