Chancenlos: Was immer Simon Rösner (vorne) im Halbfinale auch versuchte - sein Gegner Ali Farag hatte die passende Antwort. - © PSA
Chancenlos: Was immer Simon Rösner (vorne) im Halbfinale auch versuchte - sein Gegner Ali Farag hatte die passende Antwort. | © PSA

Squash Squash: Rösners WM-Traum platzt im Halbfinale

Der Paderborner verliert in Chicago gegen seinen furios aufspielenden PSC-Teamkollegen Ali Farag mit 0:3

Chicago/Paderborn. Was immer Simon Rösner auch versuchte - sein Gegner hatte die passende Antwort. Und so ging der 31-jährige Weltklasse-Squasher vom Paderborner SC (PSC) im Halbfinale der Weltmeisterschaften in Chicago als Verlierer vom Court. In 46 Minuten musste sich Rösner seinem ägyptischen PSC-Teamkollegen Ali Farag in der Nacht zum Samstag mit 2:11, 9:11 und 4:11 geschlagen geben. "Ich habe eigentlich richtig gut gespielt. Aber Ali hat einfach alle Bälle zurückgebracht", urteilte der Weltranglistenfünfte aus Paderborn. Ein Beispiel dafür war der extrem spektakuläre Ballwechsel beim Spielstand von 3:8 im dritten Satz. Rösner spielte diverse Bälle, die eigentlich unerreichbar waren. Doch Ali Farag sollte sie an diesem Tag erreichen. Am Ende machte der 26-jährige Ägypter den Punkt - und Rösner bewies Galgenhumor. Er ging nach dem Ballwechsel scherzhaft auf Farag zu, als würde er diesem am liebsten an die Gurgel gehen. Farags Ehefrau steht im Damen-Finale Lediglich im zweiten Satz hatte der Paderborner seinen Kontrahenten auf dem Glascourt der Chicagoer Union Station in Bedrängnis gebracht. Doch Farag hatte auch hier das bessere Ende für sich. "Der zweite Satz war entscheidend", konstatierte der Ägypter, für den es ein denkwürdiger Tag war. So zog der Harvard-Absolvent nicht nur zum ersten Mal in seiner Karriere ins WM-Finale ein. Vielmehr eroberte er zugleich erstmals die Führung in der Weltrangliste. Und vor seinem Duell gegen Rösner hatte seine Ehefrau Nour El Tayeb das WM-Finale der Damen erreicht. Die an Position drei gesetzte Ägypterin, die ebenfalls für den Paderborner SC spielt, schaltete Titelverteidigerin Raneem El Welily in fünf hart umkämpften Sätzen aus. Tayeb trifft im Endspiel in der Nacht zum Sonntag nun auf ihre Landsfrau Nour El Sherbini. Auch bei den Herren gibt es ein rein ägyptisches Finale. So bekommt es Ali Farag mit Tarek Momen zu tun. Momen gewann im Halbfinale mit 3:2 gegen Titelverteidiger Mohamed El Shorbagy (Ägypten). Simon Rösner aber blickt auf die bislang erfolgreichste Einzel-WM seiner Karriere zurück. "Ich bin sehr glücklich, denn ich habe in dieser Woche richtig gutes Squash gespielt", bilanzierte der 31-Jährige, der übrigens an diesem Sonntag, 3. März, einen Auftritt im Free-TV hat. So zeigt die ZDF-Sportreportage ab 17.10 Uhr ein Porträt über den erfolgreichsten deutschen Squashspieler aller Zeiten.

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