Gala-Vorstellung: Simon Rösner (vorne) vom Paderborner Squash Club dominierte im WM-Viertelfinale den indischen Weltklasse-Akteur Saurav Ghosal. - © Steve Line/SquashPics.com
Gala-Vorstellung: Simon Rösner (vorne) vom Paderborner Squash Club dominierte im WM-Viertelfinale den indischen Weltklasse-Akteur Saurav Ghosal. | © Steve Line/SquashPics.com

Squash Ein Paderborner steht im WM-Halbfinale

Simon Rösner vom Paderborner Squash Club setzt seinen Siegeszug bei der Weltmeisterschaft in Chicago fort

Chicago/Paderborn. Zehn Mal hatte Simon Rösner bereits an einer Einzel-Weltmeisterschaft teilgenommen. Doch stets war für den 31-Jährigen vom Paderborner Squash Club (PSC) spätestens im Achtelfinale Endstation. Doch in Chicago schreibt Rösner derzeit ein weiteres Kapitel deutscher Squash-Geschichte. So steht der Weltranglistenvierte im WM-Halbfinale, in dem er auf seinen PSC-Teamkollegen Ali Farag (Ägypten) trifft. In der Runde der letzten Acht feierte der Paderborner in der Nacht zum Freitag auf dem Glascourt der Chicagoer Union Station einen beeindruckenden 11:8, 11:7, 11:6-Sieg gegen den Inder Saurav Ghosal (Nr. 11 der Welt). "Ich habe sehr gut gespielt und bin einfach nur überglücklich", jubelte Rösner, der im Achtelfinale einen 3:2-Zittersieg gegen den Spanier Borja Golan eingefahren hatte. Diesmal aber hatte der beste deutsche Squashspieler aller Zeiten nur zu Beginn seine Probleme. So lag Rösner im ersten Satz mit 2:6 und 4:7 zurück, um dann das Ruder herumzureißen und seinen Gegner zu dominieren. "Ich habe deutlich aggressiver gespielt und konnte Saurav ziemlich unter Druck setzen", urteilte der 31-Jährige, der nun bereits 27.300 US-Dollar Preisgeld sicher hat. Im Halbfinale wartet nun die Nummer eins der Welt Bei einem weiteren Sieg wären es mindestens 45.400 Dollar. Die Halbfinal-Aufgabe hat es allerdings in sich, denn Rösner bekommt es am frühen Samstagmorgen um 3.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit mit dem frischgebackenen Weltranglistenersten Ali Farag zu tun. Der 26-jährige Ägypter, der in der Bundesliga ebenfalls das Paderborner Trikot trägt, setzte sich im Viertelfinale mit 3:1 gegen den Neuseeländer Paul Coll durch. "Es wird ein verdammt hartes Spiel", sagt Rösner vor dem Duell gegen seinen Teamkollegen, gegen den er die letzten beiden Partien verloren hatte. Im Halbfinale der Hongkong Open und im Finale der Katar Classics hatte Farag jeweils mit 3:0 die Oberhand behalten. Doch in der Gesamtbilanz steht es zwischen den beiden Weltklasse-Akteuren 5:5. Rösners Liebe zu Chicago dürfte jedenfalls schon jetzt weiter gewachsen sein. Am Rande des Weltranglistenturniers, das alljährlich in der "Windy City" stattfindet, hatte er seine ebenfalls aus Paderborn stammende Ehefrau Vivien kennen gelernt. Und in Chicago machte Rösner seiner Liebsten dann auch den Heiratsantrag. Apropos Heiraten: Erstmals in der Squash-Geschichte stehen zwei Ehepaare im Halbfinale einer Weltmeisterschaft. Beide kommen aus Ägypten. So hat Raneem El Welily, Ehefrau von Herren-Halbfinalist Tarek Momen, bei den Damen die Runde der letzten Vier erreicht. Dort trifft sie auf Nour El Tayeb, die wiederum mit Ali Farag verheiratet ist und ebenso wie ihr Ehemann für den Paderborner SC spielt. Tarek Momen muss im Herren-Halbfinale gegen seinen Landsmann Mohamed El Shorbagy ran.

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