Der Kampfgeist zahlt sich aus: Für Simon Rösner (r.) lief es im Duell gegen den stark aufspielenden Spanier Borja Golan zunächst gar nicht gut. Doch der Paderborner ließ sich nicht entmutigen, drehte auf dem Glascourt in Chicago einen 1:2-Satzrückstand und steht nun erstmals im Viertelfinale einer Einzel-Weltmeisterschaft. - © PSA
Der Kampfgeist zahlt sich aus: Für Simon Rösner (r.) lief es im Duell gegen den stark aufspielenden Spanier Borja Golan zunächst gar nicht gut. Doch der Paderborner ließ sich nicht entmutigen, drehte auf dem Glascourt in Chicago einen 1:2-Satzrückstand und steht nun erstmals im Viertelfinale einer Einzel-Weltmeisterschaft. | © PSA

Chicago/Paderborn Simon Rösner schafft den Sprung ins Viertelfinale der Squash-WM

Der 31-Jährige vom Paderborner SC bricht den Bann bei seiner elften WM-Teilnahme. Allerdings muss er dafür gegen seinen Ex-Teamkollegen Borja Golan alles aus sich herausholen

Chicago/Paderborn. Simon Rösner hat schon diverse Kapitel deutscher Squash-Geschichte geschrieben. Nun kommt ein weiteres dazu: Als erster Deutscher steht der 31-Jährige vom Paderborner Squash Club (PSC) im Viertelfinale einer Einzel-Weltmeisterschaft. Bei seinen zehn WM-Teilnahmen zuvor war jeweils spätestens im Achtelfinale Endstation gewesen. Und dieses Schicksal hätte dem Weltranglistenvierten nun auch bei der WM in Chicago ereilen können. Denn nach den souveränen 3:0-Siegen, die Rösner in den ersten beiden Runden gefeiert hatte (wir berichteten), musste Deutschlands bester Squashspieler aller Zeiten im Achtelfinale gegen den Spanier Borja Golan wahrlich alles aus sich herausholen. So lag der favorisierte Paderborner mit 1:2-Sätzen im Rückstand, um am Ende nach 93 höchst intensiven Minuten mit 9:11, 11:7, 10:12, 11:5 und 11:5 die Oberhand zu behalten. "Das war heute eine taktische Meisterleistung von Borja", lobte Rösner seinen mittlerweile 36-jährigen Gegner, der selbst viele Jahre lang im Paderborner Bundesliga-Kader gestanden hatte. Mit seinen punktgenauen Schlägen an die Rückwand sorgte Golan dafür, dass Rösner nur selten richtig attackieren konnte. "Borja kontrollierte das Tempo. Er kontrollierte mich. Und er war extrem präzise", kommentierte der an Position drei gesetzte Deutsche die Durchgänge eins bis drei, in denen Rösners Frustrationstoleranz auf eine harte Bewährungsprobe gestellt wurde. Nach dem dritten Satz gelingt die Wende So vergab der Paderborner einen Satzball im dritten Durchgang, um dann beim Stand von 10:10 eine Menge Pech zu haben. Golan gewann 12:10 und sicherte sich die Satzführung. Dann aber hatte der amtierende Einzel-Europameister aus Santiago de Compostela sein Pulver verschossen. Denn im vierten und fünften Durchgang konnte Rösner auf dem Glascourt der Chicagoer Union Station endlich mit seinen gefürchteten Angriffsschläge punkten. "Ich bin überglücklich, dass ich es am Ende geschafft habe. Es war mental und physisch eine Schlacht", atmete der 31-Jährige erst einmal ganz tief durch. Die Aufgabe im Viertelfinale dürfte nun nicht einfacher werden. Denn in der Nacht zum Freitag (3.15 Uhr mitteleuropäischer Zeit) trifft Rösner auf Saurav Ghosal. Der Weltranglisten-Elfte aus Indien kämpfte im Achtelfinale mit dem Waliser Joel Makin einen äußerst unbequemen Gegner in vier Sätzen nieder. Die letzten beiden Partien gegen Ghosal gewann Rösner jedoch im vergangenen Jahr jeweils mit 3:0. Darunter war auch ein Sieg bei den "Windy City Open" in Chicago. Sollte der Paderborner auch diesmal triumphieren, könnte es im Halbfinale ein Duell gegen seinen PSC-Teamkollegen Ali Farag geben. Der Ägypter, der ab März die Nummer eins der Welt sein wird, machte von allen Titelkandidaten bislang den stärksten Eindruck. Farag muss im Viertelfinale gegen Paul Coll (Neuseeland) ran. In der oberen Hälfte haben mit Mohamed und Marwan Elshorbagy, Tarek Momen (alle Ägypten) und Miguel Rodriguez (Kolumbien) alle Favoriten die Runde der besten Acht erreicht.

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