Vergeblich gestreckt: PSC-Spielerin Franziska Hennes verlor gestern erstmals gegen die Duisburgerin Nele Hatschek. - © Henning Angerer
Vergeblich gestreckt: PSC-Spielerin Franziska Hennes verlor gestern erstmals gegen die Duisburgerin Nele Hatschek. | © Henning Angerer

Hamburg/Paderborn Paderbornerin Hennes schrammt am Titel-Hattrick vorbei

Die Titelverteidigerin gewinnt zunächst einen Halbfinal-Krimi, verliert dann aber im Endspiel gegen die Duisburgerin Nele Hatschek hauchdünn in fünf Sätzen

Hamburg/Paderborn. Für Franziska Hennes war der Gewinn ihrer fünften deutsche Einzelmeisterschaft gestern zum Greifen nahe. Es wäre zugleich der dritte Titel in Folge gewesen. Doch der Titelverteidigerin vom Paderborner Squash Club (PSC) fehlte im Finale gegen die Duisburgerin Nele Hatschek das nötige Matchglück. Nach 46 ziemlich abwechslungsreichen Minuten verlor Hennes auf dem Glascourt des Sportwerks Hamburg mit 11:3, 9:11, 11:3, 8:11 und 9:11. Das ein oder andere Fünf-Satz-Match hatten sich die beiden Nationalspielerinnen bereits in den vergangenen fünf Jahren geliefert. Bislang aber verließ Hennes den Court stets als Siegerin. Doch am Sonntag behielt Hatschek erstmals die Oberhand. "Nele hat gut gespielt. Und sie hat verdient den Titel geholt", gratulierte die 26-jährige Paderbornerin ihrer vier Jahre jüngeren Rivalin, die damit erstmals deutsche Einzelmeisterin bei den Damen wurde. "Es war ein ständiges Rauf und Runter", kommentierte Hatschek ein Finale, in dem ihre Gegnerin die Sätze eins und drei dominiert hatte. "Nach dem dritten Satz hatte ich auch gedacht, dass ich Nele im Sack habe. Aber zwischendurch habe ich immer wieder den Faden verloren", erklärte Hennes. So handelte sich die Paderbornerin im zweiten und vierten Satz hohe Rückstände ein. Ihre Aufholjagden kamen jeweils zu spät. Im Entscheidungssatz wehrte Hennes dann zwei Matchbälle ab. Doch Hatscheks dritter Versuch saß. "Am Ende fehlte auch die Fitness. Ich bin wohl doch zu spät in die Vorbereitung auf die DM gestartet", urteilte Hennes, die aufgrund eines Vollzeit-Jobs oft nur eingeschränkt trainieren kann. »Ich werde jetzt nicht das Handtuch werfen« Zudem steckte der PSC-Akteurin noch ein Fünf-Satz-Match in den Knochen. Denn am Samstag hatte Franziska Hennes die topgesetzte Saskia Beinhard (SC Monopol Frankfurt) mit 11:8, 5:11, 11:2, 9:11 und 11:8 ausgeschaltet. Im fünften Durchgang hatte die Paderbornerin hierbei mit 1:7 zurückgelegen. "Ich dachte schon, das war's. Aber dann habe ich einen Schalter im Kopf umgelegt und gesagt: Jetzt oder nie", sagte Hennes zu ihrer famosen Aufholjagd. Hatschek wiederum gewann ihr Halbfinale gegen die stark erkältete Topfavoritin Sharon Sinclair (SC Monopol Frankfurt), die nach dem dritten Satz entkräftet aufgeben musste. Am Sonntag sollte die 22-jährige Duisburgerin dann ihr Meisterstück perfekt machen. Franziska Hennes wird derweil 2020 den nächsten Anlauf unternehmen, um den fünften DM-Titel ihrer Karriere zu holen. "Ich werde jetzt nicht das Handtuch werfen. Ich mache weiter", betonte die Paderbornerin und kündigte an, künftig auch wieder mehr Ranglistenturniere zu spielen. Denn eine topfitte Franziska Hennes dürfte derzeit noch immer Deutschlands beste Squashspielerin sein.

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