Freude pur: So jubelten Headcoach Peter Daletzki (2. v. r.), Defense-Coordinator Gunnar Ströming (r.) sowie die U19-Quarterbacks Luke Wentz (l.) und Moritz Johannknecht nach dem DM-Finale 2017 über den Gewinn der ersten deutschen Meisterschaft. - © Marc Köppelmann
Freude pur: So jubelten Headcoach Peter Daletzki (2. v. r.), Defense-Coordinator Gunnar Ströming (r.) sowie die U19-Quarterbacks Luke Wentz (l.) und Moritz Johannknecht nach dem DM-Finale 2017 über den Gewinn der ersten deutschen Meisterschaft. | © Marc Köppelmann

Paderborn Meistercoach der Paderborn Dolphins legt eine schöpferische Pause ein

Peter Daletzki hat mit der U19 der Paderborn Dolphins zuletzt zwei Mal in Folge den deutschen Meistertitel geholt. Doch nun hört der Cheftrainer auf. Die Nachfolge ist aber bereits geregelt

Frank Beineke

Paderborn. Als Peter Daletzki im Jahr 2008 seinen ersten Trainerposten bei den Paderborn Dolphins übernahm, war die Jugendarbeit beim Football-Team von der Pader gelinde gesagt ausbaufähig. Die U19 ging damals als Verbandsligist in der untersten Spielklasse auf Punktejagd. Zehn Jahre später spielen alle Nachwuchsmannschaften der Dolphins in der höchstmöglichen Liga - von der U13 bis zur U19. Die U19-Talente holten zuletzt sogar zwei Mal den Deutschen Meistertitel. Headcoach war hierbei Peter Daletzki. Doch nun ist der Erfolgstrainer von seinem Amt zurückgetreten, um eine schöpferische Pause einzulegen. "Das Gesamtpaket aus Beruf und Trainer-Tätigkeit wurde mir einfach zu viel. Familie und Freunde haben darunter gelitten. Jetzt will ich auch mal andere Prioritäten setzen", begründet Daletzki seinen Entschluss und fügt an: "Der Gewinn der zweiten deutschen Meisterschaft ist ein guter Zeitpunkt, um aufzuhören." Der Kumpel wird zum Nachfolger Die Nachfolge ist bereits geregelt: Daletzkis Kumpel Gunnar Ströming, zuletzt Defense Coordinator der U19, wird neuer Cheftrainer des Meisterteams. "Einen besseren Nachfolger kann ich mir nicht wünschen", sagt Daletzki, der ebenso wie Ströming einst als Student nach Paderborn gekommen war. Gemeinsam hatten sie vor zehn Jahren ihre Football-Karriere beim Uni-Team der Unicorns begonnen. Während Ströming anschließend bis zum Ende der Saison 2017 für die Dolphins spielte, schlug Daletzki schnell die Trainerlaufbahn ein. "Ich habe gemerkt, dass ich da mehr Potenzial habe", erklärt der inzwischen 29-Jährige Football-Enthusiast, der sich ab 2008 zunächst um die Rookies im U19-Team kümmerte. 2011 übernahm er den Posten als Headcoach. Und von der untersten Liga ging es in all den Jahren hinauf bis in die Bundesliga. 2016 wurden die Play-Offs noch hauchdünn verpasst. 2017 und 2018 holte die U19 die deutsche Meisterschaft. "Es ist eine reine Erfolgsgeschichte. Und Peter ist der Macher unseres Jugendprogramms. Wir als Vorstand können ihm nicht genug danken für alles, was er für die Dolphins getan hat", betont Vereinspräsident David Schmidtmann. So kümmerte sich Daletzki nicht nur um die sportliche Entwicklung seiner Schützlinge. Auch außerhalb des Football-Feldes war Daletzki stets da, wenn es Probleme gab - beispielsweise in der Schule. "Es machte unheimlich viel Spaß, mit den Jungs zu arbeiten und ihre Entwicklung zu erleben", sagt der 29-Jährige. Das Paderborner Sportinternat haben hierbei für einen Quantensprung in der Nachwuchsarbeit gesorgt. So sind mittlerweile bis zu zwölf Dolphins-Talente im Internat beheimatet. Dazu zählen auch Luke Wentz und Kariem Al Soufi, die ein Sport-Stipendium an der renommierten University of Virginia ergattert haben und im Frühsommer 2019 den Sprung über den großen Teich wagen. Peter Daletzki aber wird zumindest ein Football-Sabbatjahr einlegen. Sein Amt als Offense Coordinator der NRW-Auswahl hatte er bereits Anfang 2017 an den Nagel gehängt. Bis dahin hatte er mit der U15 der so genannten "Green Machine" im Jahr 2014 in Texas den inoffiziellen WM-Titel geholt, um anschließend gleich drei Mal mit der U17-NRW-Auswahl die deutsche Meisterschaft zu gewinnen. Nun ist auch bei den Dolphins vorerst Schluss. Dabei verzichtete Daletzki auf das Angebot, in den Trainerstab der Herren-Mannschaft aufzurücken. Doch es wäre keine Überraschung, wenn der Erfolgscoach zumindest mittel- bis langfristig ein Comeback feiern würde. "Wir sind uns fast sicher, dass Peter der Droge American Football nicht ganz entkommen kann", glaubt Dolphins-Präsident David Schmidtmann.

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