Die Offense macht Hoffnung: Quarterback Moritz Johannknecht (l.) wird am Sonntag endlich sein Comeback feiern. Das wird Runningback Triston McCathern (r.) freuen. Und auch der nachverpflichtete Chaz Barnes dürfte davon profitieren. - © Wilfried Hiegemann
Die Offense macht Hoffnung: Quarterback Moritz Johannknecht (l.) wird am Sonntag endlich sein Comeback feiern. Das wird Runningback Triston McCathern (r.) freuen. Und auch der nachverpflichtete Chaz Barnes dürfte davon profitieren. | © Wilfried Hiegemann

Paderborn Paderborns Footballer sind zum Siegen verdammt

Paderborn Dolphins rufen vor dem Heimspiel gegen Lübeck einen Neustart aus. Wenn der misslingt, könnte allerdings schon (fast) alles vorbei sein

Frank Beineke

Paderborn. Die ganze Misere begann am 28. April. Damals kassierten die Paderborn Dolphins im zweiten Saisonspiel der 2. Football-Bundesliga Nord eine 0:18-Schlappe bei den Lübeck Cougars. Es war der Auftakt einer Pleitenserie, die mittlerweile seit neun Spielen anhält. An diesem Sonntag muss die Negativserie endlich gestoppt werden. Dann kommt es um 15 Uhr im heimischen Lönsstadion zum Rückspiel gegen die Cougars. "Wir haben mit der Phase vor der Sommerpause abgeschlossen. Für uns beginnt am Sonntag eine neue Saison", betont Dolphins-Headcoach Marc Droste. Der Cheftrainer weiß allerdings auch, dass schon am Tag des Neustarts (fast) alles vorbei sein könnte. Denn sollten seine Schützlinge auch das zehnte Spiel in Folge verlieren, wäre der Abstieg in die Regionalliga so gut wie besiegelt. Vor allem, wenn die Langenfeld Longhorns zeitgleich das Kellerduell bei den Berlin Adlern gewinnen sollten. In diesem Fall hätten die Dolphins drei Spiele vor Saisonende satte sechs Punkte Rückstand aufs rettende Ufer. Und Langenfeld hätte zu allem Überfluss eine zusätzliche Partie in der Hinterhand. "Wenn wir den Klassenerhalt noch schaffen wollen, muss alles passen", betont Marc Droste. Doch der ausgerufene Neustart ist in diesem Fall mehr als eine der üblichen Durchhalteparolen. Denn es gibt tatsächlich gute Gründe, warum die Dolphins doch noch im allerletzten Moment die Kurve bekommen könnten. So sind nach der fünfwöchigen Sommerpause nun endlich fast alle Mann an Bord. Vor allem in der Offense kann Droste zum ersten Mal in dieser Saison aus dem Vollen schöpfen. Quarterback Moritz Johannknecht, der sich beim 38:6-Saisonauftaktsieg gegen Berlin verletzt hatte, feiert das lang ersehnte Comeback. Somit dürfen die beiden "US-Offensivwaffen" Triston McCathern und Chaz Barnes am Sonntag erstmals gemeinsam auf dem Platz stehen. "Bislang war es für die Gegner einfach, Chaz oder Triston zu doppeln. Nun müssen sie gegen beide arbeiten", erklärt Droste, der gegen Lübeck zudem auf den genesenen Runningback Heiko Bals setzen kann. Darüber hinaus wurde in der Sommerpause intensiv daran gearbeitet, auch die deutschen Wide Receiver besser ins Offensivspiel zu integrieren. "Ich denke, dass die Abstimmung nun viel besser ist", betont der Dolphins-Coach und berichtet von einer hohen Trainingsbeteiligung. "Die Jungs sind noch immer hoch motiviert und glauben daran, dass wir es packen können", so Droste. Zudem sollen die U19-Akteure, die nun die erste Mannschaft verstärken, als frischgebackene deutsche Meister dem leidgeprüften Team ein Sieger-Gen einimpfen. "Die Jungs treten auf, als könne sie niemand stoppen. Die brennen und geben der Mannschaft viel Energie", erklärt Droste. Energie ist auch vonnöten, denn die Aufgabe am Sonntag hat es in sich. Lübeck ist gut drauf und feierte am vergangenen Sonntag einen überraschenden 29:22-Sieg in Rostock. "Aber wir müssen gegen die Cougars jetzt einfach den ersten Schritt machen", betont Paderborns Coach. Anschließend müssen drei weitere Schritte folgen. Denn für die Dolphins zählen nur noch Siege.

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