Im Ziel: Die erschöpften, aber glücklichen Delbrücker Radsportler (v. l.) Günter Grieger, Ralf Kuhlmann und Heiner Brucksch posieren nach dem Rennen in Cardiff mit zwei britischen Bobbys. - © RSG Delbrück
Im Ziel: Die erschöpften, aber glücklichen Delbrücker Radsportler (v. l.) Günter Grieger, Ralf Kuhlmann und Heiner Brucksch posieren nach dem Rennen in Cardiff mit zwei britischen Bobbys. | © RSG Delbrück

Delbrück RSG Delbrück startet erstmals beim so genannten "Velothon Wales"

Radsport: Quartett von der RSG Delbrück startet erstmals auf der britischen Insel. Beim "Velothon Wales" müssen die RSG-Athleten dabei an ihre Grenzen gehen

Frank Beineke

Delbrück. Die Radsportler der RSG Delbrück haben schon zahlreiche Herausforderungen gemeistert. Diverse legendäre Alpenpässe wurden bereits bezwungen. Nun aber ging es für vier RSG-Mitglieder erstmals auf die britische Insel. Der Vereinsvorsitzende Günter Grieger, Heiner Brucksch, Ralf Kuhlmann und Rudi Nieweg starteten beim so genannten "Velothon Wales". Nieweg entschied sich bei diesem Jedermann-Eintagesrennen für die 125-Kilometer-Distanz. Der Rest nahm die 140-Kilometer-Langdistanz in Angriff. Start und Ziel waren in Cardiff. Es sollte für die durchtrainieren Delbrücker keine einfache Aufgabe werden, denn die walisischen Berge erwiesen sich als härter als so mancher Alpenpass. "In den Alpen hast du Serpentinen. In Wales aber sind es meistens regelrechte Rampen, die einfach nur geradeaus steil nach oben führen", berichtet Heiner Brucksch. So ging es nach dem Start in Cardiff Richtung Norden in den Brecon Beacons Nationalpark. Nach gut 80 Kilometern wartete hierbei ein fünf Kilometer langer Anstieg, bei dem satte 550 Höhenmeter gemeistert werden mussten. Gnadenlose Hitze und schwierige Strecken  "Das war knüppelhart", urteilt Günter Grieger, "am Ende ging die Tankuhr bei mir ganz schön runter." Denn zum schwierigen Streckenprofil gesellte sich eine gnadenlose Hitze. So stieg das Thermometer zeitweise auf mehr als 30 Grad Celsius. Zum Glück hatte der Veranstalter kurzfristig zusätzliche Verpflegungsstationen eingerichtet. "Es war angeblich der wärmste Tag in Wales seit 42 Jahren", sagt Heiner Brucksch. Dennoch waren die vier Delbrücker ziemlich flott unterwegs. RSG-Chef Grieger erreichte beispielsweise schon nach 5:22 Stunden das Ziel in Cardiff. Und trotz der Anstrengungen war auch der Genussfaktor bei diesem außergewöhnlichen Rennen ziemlich hoch. So starteten mehr als 8.000 Teilnehmer auf den drei verschiedenen Distanzen über 60, 125 und 140 Kilometer. Die Straßen wurden hierbei komplett für den übrigen Verkehr gesperrt. Doch vor allem die Atmosphäre an der Strecke lässt auch die Delbrücker Starter ins Schwärmen geraten. "Das war faszinierend. Tausende von Menschen haben die Fahrer angefeuert. In den Dörfern wurden wahre Nachbarschaftsfeste gefeiert", berichtet Günter Grieger. Der Linksverkehr wird zur Herausforderung  Doch bei all der Ablenkung war auch höchste Konzentration gefragt. "Man musste schließlich auf den Linksverkehr achten. Es gibt dort zahlreiche Kreisverkehre. Da musst du höllisch aufpassen", sagt Heiner Brucksch. Velothon-Veranstaltungen gibt es aber nicht nur in Cardiff. Auch bei den Cyclassics in Hamburg steht ein solches Jedermann-Rennen auf dem Programm, bei dem die Delbrücker auch schon mehrfach gestartet sind. Zudem sind beispielsweise Kanada und Australien Stationen der Velothon-Tour. Dies wären auch für die RSG-Asse reizvolle Herausforderungen. 2019 aber wollen Günter Grieger und Co. erst einmal beim Velothon in Stockholm starten. Zuvor geht es im August auf Schwarzwald-Tour. Günter Grieger will gleich anschließend nach Südfrankreich fahren, um den legendären Mount Ventoux zu bezwingen. "Da gibt?s drei verschiedene Pässe, die man angeblich an einem Tag meistern kann", sagt Grieger und fügt schmunzelnd an: "Aber ich werde lieber erst mal ein, zwei Mal da hochfahren."

realisiert durch evolver group