Vier strahlende Europameisterinnen: Die deutsche Dressur-Equipe um (v. l.) Lia Welschof, Alexa Westendarp, Semmie Rothenberger und Paulina Holzknecht feiert den Titelgewinn. Die Goldmedaillen werden nach der Siegerehrung erst einmal einem Bisstest unterzogen. - © Sina Schäper/FN
Vier strahlende Europameisterinnen: Die deutsche Dressur-Equipe um (v. l.) Lia Welschof, Alexa Westendarp, Semmie Rothenberger und Paulina Holzknecht feiert den Titelgewinn. Die Goldmedaillen werden nach der Siegerehrung erst einmal einem Bisstest unterzogen. | © Sina Schäper/FN

Hövelhof/Fontainebleau Lia Welschof triumphiert mit der deutschen Equipe

Dressurreiterin: 19-jährige Hövelhoferin holt bei ihrem ersten EM-Auftritt bei den Jungen Reitern auf Anhieb die Goldmedaille in der Mannschaft. Die Newcomerin legt hierbei mit einer blitzsauberen Vorstellung den Grundstein für den Erfolg

Frank Beineke

Hövelhof/Fontainebleau. Am Ende wurde es richtig eng. Doch es reichte. Mit einem Vorsprung von nur einem Prozentpunkt auf die Niederlande sicherte sich die deutsche Dressur-Equipe gestern im französischen Fontainebleau den Europameister-Titel bei den Jungen Reitern. Daran hatte eine 19-jährige Hövelhoferin einen großen Anteil: Lia Welschof hatte schon am Mittwoch als erste der vier deutschen Starterinnen auf ihrem 16-jährigen Wallach Don Windsor eine fehlerfreie Vorstellung gezeigt und die favorisierte Equipe auf Goldkurs gebracht. Dabei sind es ihre ersten internationalen Titelkämpfen in der Altersklasse der Jungen Reiter (U21). Doch Welschof war nicht von ungefähr als erste Deutsche ins Dressur-Viereck geschickt worden. "Lia ist sehr nervenstark. Und ihr Pferd ist sehr erfahren und hat viel Ausstrahlung. Daher haben wir sie als Erste starten lassen, um Stabilität und Sicherheit in die Mannschaft zu bringen", erklärte Co-Bundestrainer Oliver Oelrich. Die Taktik ging auf. Mit exakt 73 Prozentpunkten erzielte Welschof mit ihrem Pferd, das den Spitznamen "Poldi" trägt, das viertbeste Resultat im Feld der 62 Teilnehmer. "Besonders gut hat mir unsere Galopptour gefallen", urteilte die 19-Jährige und lobte ihren Vierbeiner: "Poldi ist mit seinen 16 Jahren ein echter Professor, der mir große Sicherheit gibt." »Das ist natürlich ein tolles Endergebnis« Noch etwas mehr Punkte als Welschof holten ihre Teamkolleginnen Paulina Holzknecht (74,94 Prozent) und Semmieke Rothenberger (74,59) auf den Plätzen zwei und drei, während Alexa Westendarp (70,24) für das Streichresultat sorgte. Doch trotz der Ränge zwei bis vier in der Einzelwertung musste der neue Europameister um den Titelgewinn zittern. Denn während sich Semmieke Rothenberger als eigentlich stärkste deutsche Reiterin in den fliegenden Galoppwechseln und nach dem starken Galopp Fehler geleistet hatte, drehte die Niederländerin Esmee Donkers mächtig auf. Mit 77,27 Prozent brachte sie ihre Mannschaft ganz dicht an das deutsche Team heran. Doch 222,529 Prozentpunkte reichten Welschof und Co., um die Goldmedaille vor den Niederlanden (221,410) und Schweden (212,792) zu ergattern. "Das ist natürlich ein tolles Endergebnis", jubelte Lias Mutter Dorothee Welschof, die ihrer Tochter nun auch am Samstag kräftig die Daumen drücken wird. Dann geht die 19-jährige Hövelhoferin um 17.15 Uhr als letzte der vier deutschen Dressurreiterinnen im Einzelwettbewerb an den Start. Sollte Lia Welschof dort erneut eine Topleistung abrufen, dürfte sie auch bei der finalen Kür am Sonntag mit dabei sein. Dabei kann die junge Hövelhoferin ganz entspannt in die anstehenden Einzel-Entscheidungen gehen. "Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe", so Dorothee Welschof.

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