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Er hat's schon wieder getan: Mathias Nahen konnte erneut das Zielband in die Höhe reißen. Der 47-jährige Bad Driburger gewann zum achten Mal den Salzkotten-Marathon. - © Wilfried Hiegemann
Er hat's schon wieder getan: Mathias Nahen konnte erneut das Zielband in die Höhe reißen. Der 47-jährige Bad Driburger gewann zum achten Mal den Salzkotten-Marathon. | © Wilfried Hiegemann

Salzkotten Der Seriensieger von Salzkotten beweist Kampfgeist

Marathon: Mathias Nahen muss im Duell gegen einen pfeilschnellen Triathleten einen Rückstand wettmachen, um seinen achten Sieg in Salzkotten einzuheimsen. Bei den Frauen gewinnt eine Debütantin aus Paderborn

Frank Beineke
04.06.2018 | Stand 03.06.2018, 21:20 Uhr |

Salzkotten. Der Seriensieger hat wieder zugeschlagen: Mathias Nahen gewann gestern in 2:46,41 Stunden zum achten Mal den Klingenthal-Sport-Marathon in Salzkotten. Diesmal musste der 47-jährige Bad Driburger allerdings mächtig auf die Zähne beißen, denn Triathlet Gert Fischer (SuS Oberaden) hatte ihm alles abverlangt. Bei den Frauen triumphierte mit der Paderbornerin Janina Todt (3:25,42 Stunden) eine waschechte Debütantin. Auch die Organisatoren um Renndirektor Sascha Wiczynski durften sich bei der elften Auflage dieser Laufveranstaltung als Sieger fühlen, denn mit 2.411 Teilnehmern wurde der Vorjahresrekord (2.292) überboten. "Ich habe ganz schön kämpfen müssen. Aber das Kämpfen gehört im Marathon immer dazu", erklärte Mathias Nahen nach seiner erfolgreichen Titelverteidigung. Auf den ersten drei Runden hatte er gemeinsam mit Gert Fischer dabei ein zügiges und gleichmäßiges Tempo eingeschlagen. Dann aber zog sein Kontrahent aus dem Kreis Unna davon. Zwischenzeitlich hatte Nahen rund 70 Meter Rückstand. "Ich wollte ihn schon laufen lassen. Aber dann habe ich gedacht, so lange du ihn noch siehst, gibt's du auch nicht auf", erklärte der Routinier. Und tatsächlich: Nahen holte Meter um Meter auf, um dann zwischen Kilometer 37 und 38 einen erfolgreichen Gegenangriff zu starten. Kontrahent Fischer hatte keine Antwort parat, war aber mit Rang zwei und der Zeit von 2:48,58 Stunden ebenfalls hochzufrieden. "Ich wollte unter drei Stunden bleiben. Das habe ich klar geschafft. Und das Duell mit Mathias war eine richtig gute Herausforderung. Es hat Spaß gemacht", erklärte der Triathlet, der im Jahr 2011 den legendären Ironman auf Hawaii gemeistert hatte. In Salzkotten aber war Fischer bislang noch nicht gestartet. Erst ein guter Triathlon-Freund aus der Sälzerstadt hatte ihm zum Start überredet: "Ironman" Elmar Sprink lotste ihn an die Heder. "Ich habe ihn gestern erst angemeldet", berichtete Sprink mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Bester Laune war auch Janina Todt. Wen wundert's? Gleich im ersten Marathon ihrer Laufkarriere landete die 25-jährige Paderbornerin auf Rang eins. "Damit hätte ich nie gerechnet", erklärte Todt, die erst seit zwei Jahren regelmäßig die Laufschuhe schnürt. Die ehemalige Spielerin des SV Benhausen plante damals ein Comeback auf dem Fußballplatz und wollte eigentlich nur ein wenig an ihrer Fitness feilen. Doch dann merkte die Lehramtsstudentin der Uni Paderborn, dass ihr das Laufen jede Menge Spaß macht. 2017 hatte Todt in Salzkotten bereits einen dritten Rang im Halbmarathon geholt. Nun ging es erstmals auf die 42,2-Kilometer-Runde. "Dabei bin ich vorher nie mehr als 37 Kilometer am Stück gelaufen. Die ersten Runden gingen aber wirklich gut. Auf den letzten zehn Kilometern habe ich dann allerdings meine Beine gespürt", sagte die angehende Referendarin, deren Sieg aber nie in Gefahr geriet. Am Ende hatte Todt fast sieben Minuten Vorsprung auf die zweitplatzierte Sylke Kuhn (Kassel, 3:32,06 Stunden). Online-Anmeldung für 2019 läuft schon Und nicht nur die Sieger genossen perfekt organisierte Rennen, bei denen fast alles passte. "Wir sind enorm zufrieden. Es gab keine Zwischenfälle, das Wetter war nahezu optimal und es herrschte eine super Stimmung an der Strecke", bilanzierte Sascha Wiczynski. Und auch der Blick auf die Teilnehmerzahlen sorgte beim Renndirektor für helle Freude. "Wir hatten diesmal kein Jubiläum und noch dazu einen Brückentag. Und trotzdem gibt es wieder einen Rekord. Das ist auch exakt das Niveau, auf das wir uns einpendeln wollen", so Wiczynski. "Die Teilnehmer, aber auch die Zuschauer sind von diesem Lauf überzeugt. Es war eine Herausforderung, das Niveau aus dem Vorjahr zu halten. Aber wir haben es geschafft", ergänzte Salzkottens Bürgermeister Ulrich Berger. Womöglich fällt schon am 2. Juni 2019 der nächste Rekord. Dann steht an der Heder die zwölfte Auflage des Marathons auf der Agenda. Die Online-Anmeldung ist bereits freigeschaltet. Der Name des Seriensiegers dürfte nächstes Jahr wieder auf der Meldeliste stehen. "Ich bin wieder dabei", betonte Mathias Nahen.

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