Beifall für ein treues Publikum: Hövelhofs Teamchef Klaus-Dieter Borgmeier baut auch im letzten Heimspiel gegen Essen auf die Unterstützung von den Zuschauerrängen. - © Marc Köppelmann
Beifall für ein treues Publikum: Hövelhofs Teamchef Klaus-Dieter Borgmeier baut auch im letzten Heimspiel gegen Essen auf die Unterstützung von den Zuschauerrängen. | © Marc Köppelmann

Hövelhof Der TTV Hövelhof sagt Servus

Hartmut Kleimann

Hövelhof. Acht Jahre lang gehörte die Sennegemeinde Hövelhof zur Premiumlandkarte im bundesdeutschen Tischtennissport. Ob in der 2. Bundesliga oder wie zuletzt im Oberhaus, der TTV Hövelhof gehörte stets zu den Topteams und hatte seit dem Aufstieg in die 2. Liga in keiner Saison auch nur annähernd etwas mit dem Abstieg zu tun. Das ist eine beeindruckende Bilanz. Dennoch sind am Ende dieser Saison in Hövelhof die Bundesligazeiten Geschichte, denn wie bereits seit einigen Wochen bekannt ist, zieht der TTV das Team aus der 1. Bundesliga zurück. Am Sonntag findet nun das vorerst letzte Bundesligaspiel in der Sporthalle der Mühlenschule statt. Zu Gast ist dabei ab 14 Uhr das Team von TUSEM Essen, dass ebenfalls in der kommenden Saison nicht mehr zur Bundesliga gehören wird. Auch die Essener sagen der 1. Liga Adé, allerdings aus finanziellen Gründen. Geldsorgen hat der TTV dank der tollen Unterstützung einiger Unternehmen und vor allem dank Hauptsponsor Hedenkamp nie gehabt. Der bedauert den Rückzug der Damenmannschaft deshalb auch sehr. Teamchef Klaus-Dieter Borgmeier aber musste aus gesundheitlichen Gründen die Reißleine ziehen, weil das Unternehmen 1. Bundesliga beim TTV fast ausschließlich auf den Schultern einiger weniger verteilt worden war. "Und ein Nachfolger ist nicht in Sicht", begründete er jetzt noch einmal seinen Schritt. So ist nach so vielen erfolgreichen Jahren jetzt am Sonntag schon ein wenig Wehmut dabei. Auf der anderen Seite ist Borgmeier auch froh, wenn die Saison vorbei ist. Denn die Belastung ist und war groß. Unabhängig davon geht er das letzte Heimspiel und das drittletzte Saisonspiel mit seinen Damen erfolgsorientiert wie immer an. "Eigentlich wäre es jetzt völlig egal, ob wir am Ende Fünfter oder Siebter werden. Ist es aber nicht. Wir wollen die Saison vernünftig zu Ende spielen. Wenn wir antreten, wollen wir auch gewinnen", nennt Borgmeier seine Einstellung. Mit Essen kommt ein Team nach Hövelhof, an dem sich Aimei Wang und Co. in den bisherigen Aufeinandertreffen zumeist die Zähne ausgebissen haben. "Die waren hinter Berlin und Kolbermoor zumeist immer für Platz drei gesetzt. Und das Team liegt uns irgendwie nicht", beschreibt Borgmeier einen möglichen Grund für die bescheidene Bilanz gegen die Ruhrstädter. Die werden aber ohne ihre starke Nummer eins anreisen. Die Slowakin Barbora Balazova ist am Knie operiert worden und fällt verletzt aus. Nach dem Rückzug ihres Teams wird sie in der kommenden Saison in Frankreich spielen. Essens Nadine Bollmeier, die aus dem benachbarten Lipperland stammt, greift bekanntlich in der nächsten Saison für den TuS Bad Driburg zum Schläger, für den sie schon als Jugendliche aktiv war. So wird es beim Bundesliga-Abschied am Sonntag in Hövelhof noch einmal eine spannende Partie werden. "Auch als ein Dankeschön an unsere tollen Zuschauer", so der TTV-Chef.

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