Bleibt optimistisch: ESC-Chef Vladimir Bezuglov setzt nun mehr auf die Nachwuchsarbeit. - © Marc Köppelmann
Bleibt optimistisch: ESC-Chef Vladimir Bezuglov setzt nun mehr auf die Nachwuchsarbeit. | © Marc Köppelmann

Paderborn ESC Paderborn steht vor einem Neustart

Eishockey: Neuer Ligaverband legt viel Wert auf die unumgängliche Nachwuchsarbeit

Hartmut Kleimann

Paderborn. Der Jubel über Platz 4 und die erfolgreiche Qualifikation zur 1. Eishockey Liga West ist noch nicht ganz verklungen, da folgt für die Verantwortlichen des ESC Paderborn schon die Ernüchterung. Denn am vergangenen Wochenende tagte der im Oktober 2015 neu gegründete Eishockeyverband Nordrhein Westfalen und legte dabei die neue Ligeneinteilung fest. Neben einer Bezirksliga wird es eine Landes- und eine Regionalliga geben. Für für die letztgenannte, höchste NRW-Liga, hat sich der ESC sportlich zwar qualifiziert, aber die neuen Verbandschefs setzen die Hebel künftig genau an der richtigen Stelle an. Wer höherklassig spielen will, muss eine genau vorgeschriebene Nachwuchsarbeit vorweisen können. Das sind für die Regional- und die Landesliga jeweils zwei Jugendmannschaften. Die aber kann der ESC aktuell nicht aufbieten. So steht der Verein mit seinem Herren-Team vor einem Neustart in der Bezirksliga. "Nachdem ich den ersten Schock ein wenig verdaut habe, gehen wir jetzt die Planungen für die Zukunft an", sagt ESC-Chef Vladimir Bezuglov, dem die Enttäuschung über die jüngste Entwicklung deutlich anzumerken ist. Gleichzeitig aber gesteht er auch ein, die Nachwuchsarbeit im Verein ein wenig vernachlässigt zu haben. "Obwohl es eigentlich der richtige Weg ist, auf den eigenen Nachwuchs zu bauen", fügt er an. Bedingt durch die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben die Verbandsoffiziellen auch die Hintertür verschlossen, die einige Vereine - darunter zuletzt auch der ESC - genutzt hatten. Nicht ausreichende Nachwuchsarbeit hatten sie in Form einer Geldstrafe kompensiert. Anders als in anderen Sportarten aber ist die Nachwuchsarbeit für die Vereine und auch die Eltern im Eishockeysport eine ganz andere. Die Ausrüstung ist sehr teuer "und praktisch nicht bezahlbar, wenn ein Kind diesen Sport nur einmal ausprobieren will", macht Bezuglov deutlich. Das gehe nur über die Anschaffung von Ausrüstungsmaterial, das dann an die Kinder ausgeliehen wird. "Auch die Eiszeiten und Trainerhonorare sind nicht gerade gering", so Bezuglov. So hat sich der Verein mit einem Schreiben an die Stadt gewandt mit der Bitte um Unterstützung für die Nachwuchsarbeit. "Eine Antwort steht aber noch aus", berichtet Bezuglov. Der kümmert sich jetzt nicht nur vermehrt darum, die vom Verband geforderte Zahl an Jugendmannschaften aufzubauen,, sondern plant auch für die Senioren. Wobei der ESC in der kommenden Eiszeit wohl mit einem ganz anderen Team auflaufen wird, "denn die meisten Jungs, die zuletzt bei uns gespielt haben, sind in der Bezirksliga unterfordert".

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