Ein Moment für die Ewigkeit: Daniel Lieneke (vorn) feiert im Jahr 2006 mit (v.l.) Jimmy James, Martin Duggen, Frieder Jacobsen, Tim Black, Raoul Heinen, Marius Nolte und Karsten Kemna in Göttingen den Paderborner Erstligaaufstieg. - © Marc Köppelmann
Ein Moment für die Ewigkeit: Daniel Lieneke (vorn) feiert im Jahr 2006 mit (v.l.) Jimmy James, Martin Duggen, Frieder Jacobsen, Tim Black, Raoul Heinen, Marius Nolte und Karsten Kemna in Göttingen den Paderborner Erstligaaufstieg. | © Marc Köppelmann

Salzkotten/Paderborn Basketball-Urgestein Daniel Lieneke nimmt Abschied

Lieneke hat in den vergangenen 18 Jahren für Salzkotten und Paderborn hochklassig gespielt - und wurde dabei auch zum Brückenbauer

Jochem Schulze

Salzkotten/Paderborn. An diesem Samstag haben die Accent Baskets Salzkotten im letzten Heimspiel der Regionalligaserie die BSG Grevenbroich zu Gast. Ab 18.30 Uhr geht es für beide Teams um nicht mehr viel. Dennoch sollten die Basketball-Fans der Region in der Hederauenhalle vorbeischauen. Denn mit Daniel Lieneke absolviert ein echtes Urgestein seinen letzten Auftritt vor heimischer Kulisse. "Jetzt ist Schluss. Die Knochen machen nicht mehr mit", sagt der 34-Jährige, der zuletzt mit der Leiste und der Achillessehne Probleme bekam. Das ist kein Wunder. Denn in den vergangenen 18 Jahren hat der 2,00-Meter-Mann immer hochklassig gespielt. Zwei Serien lang (2006/07 und 2009/10) war Lieneke mit den Paderborn Baskets in der 1. Liga unterwegs. Sechs Jahre (2002 bis 2006 und 2010 bis 2012) verbrachte der Flügel mit den Domstädtern in Liga 2. Acht Spielzeiten (2000 bis 2002, 2007 bis 2009 und ab 2012 wieder) lang hielt "Linne" in der Regionalliga für seinen Stammklub TVS die Knochen hin. An der Heder hatte Lieneke als 17-Jähriger in der 2. Liga debütiert und in den Serien 1998/99 und 1999/2000 noch drei der legendären Hellweg-Derbys gegen Paderborn absolviert. Nach dem Salzkottener Rückzug in die Regionalliga gelang ihm unter Martin Krüger der Durchbruch. "Martin hat mich stets gefördert. Dafür bin ich ihm sehr dankbar", sagt Lieneke, der erst mit 15 Jahren und nach einer Fußball-Karriere beim VfB Salzkotten und SV Upsprunge zur Korbjagd gekommen war und unter den Brettern schnell Fortschritte machte. "Daniel hatte eine gute Größe und ein richtig gutes Händchen. Deshalb hat er es auch als Späteinsteiger bis in die 1. Liga geschafft", sagt Krüger über seinen Schützling, dem er Trainingsfleiß und eine professionelle Einstellung bescheinigt. "Der Höhepunkt meiner Karriere" Diese Tugenden blieben den Paderborn Baskets nicht verborgen. Im Sommer 2002 wechselte Lieneke (gemeinsam mit seinem Schulfreund Marius Nolte) an die Pader und stieg vier Jahre später unter Coach Doug Spradley ("Von ihm habe ich viel gelernt") und nach einer Serie von 50 Spielen ohne Niederlage in die 1. Liga auf. "Das war der Höhepunkt meiner sportlichen Karriere", sagt der Lehrer für Mathematik und Sport, der in der Spielzeit 2009/10 im Baskets-Erstligateam noch ein Highlight erlebte. Beim 101:98-Erfolg in Trier nach dreifacher Verlängerung avancierte Lieneke mit 17 Punkten zu Paderborns Topscorer. "Mein Gegenspieler war damals Chris Copeland. Der ist inzwischen in der NBA erfolgreich", erzählt der Salzkottener, den sein Stammklub am Samstag gebührend verabschieden wird. "Daniel ist das Gesicht des Salzkottener Basketballs. Ich ziehe vor ihm den Hut", sagt Raimund Heggemann. Salzkottens Manager erinnert daran, dass Lieneke und Nolte mit ihrem Wechsel von Salzkotten nach Paderborn die funktionierende Partnerschaft der Klubs begründet hätten. "Zuvor war die Rivalität groß. Daniel aber hat Brücken gebaut", stellt "Rimmi" Lienekes besonderen Verdienst um den Basketball in der Region heraus.

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