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Symbolbild: Schiedsrichter zeigt eine rote Karte während eines Fußballspiels. - © picture alliance
Symbolbild: Schiedsrichter zeigt eine rote Karte während eines Fußballspiels. | © picture alliance

Hüllhorst/Espelkamp Fans treten auf Spieler ein: Fußballspiel in Hüllhorst von Polizei beendet

Dieser Spielabbruch wird bald das Sportgericht beschäftigen. Bei der Partie Türk Gücü Espelkamp gegen BW Oberbauerschaft wird nach einer Rangelei plötzlich ausgeteilt.

Alexander Grohmann
13.08.2019 | Stand 13.08.2019, 16:27 Uhr

Hüllhorst/Espelkamp. Nach nur 75 Minuten hatte die Saison im Fußballkreis Lübbecke ihren ersten Skandal. Beim Abbruch der B-Liga-Partie zwischen BW Oberbauerschaft und Türk Gücü Espelkamp musste am Sonntag sogar die Polizei anrücken. Zuvor war es an der Außenlinie zu einem Handgemenge zwischen Spielern und Zuschauern gekommen. Auslöser war beim Spielstand von 1:1 eine gelb-rote Karte gegen Türk-Gücü-Kicker Enes Topaloglu (75.). Zwar hatte sich die Lage nach kurzer Zeit wieder beruhigt. Schiedsrichter Anatol Asmus fühlte sich aber von Türk-Gücü-Spielern bedroht und pfiff nicht wieder an. Er schickt nun einen Sonderbericht an den Staffelleiter. In Kürze wird das Sportgericht tagen. "Dass es noch in dieser Woche zu einer Sitzung kommt, wage ich aber zu bezweifeln", sagt Jörg Uphoff, Vorsitzender des Kreisschiedsrichter-Ausschusses. Doch wie kam es zu der Eskalation? Tevfik Cengiz, Trainer von Türk Gücü Espelkamp und selbst als Einwechselspieler auf dem Platz, versuchte gestern, Licht ins Dunkel zu bringen. "Zuerst einmal: Was passiert ist, tut mir unheimlich leid", sagt Cengiz, der seine Mannschaft allerdings in Schutz nimmt. Es habe von seinen Spielern allenfalls ein paar Schubser gegeben, aber nicht mehr. Nicht zu tolerieren seien dagegen die Ausfälle einiger Fans. "Was ein paar Zuschauer gemacht haben, ist zum Fremdschämen" "Es waren zwei, drei unserer Zuschauer, die plötzlich dazukamen und getreten haben. Das ist nicht zu entschuldigen. Was sie gemacht haben, ist zum Fremdschämen", so Cengiz, der hofft, dass alles auf den Tisch kommt. "Sollte es doch Spieler gegeben haben, die etwas gemacht haben, gehören auch die bestraft", sagt der 49-Jährige. Es sei eine harte, aber nicht unfaire Partie gewesen. Espelkamps Führung durch Hüseyin Özal (38.) hatte im direkten Gegenzug Kevin Wölfer ausgeglichen (39.). "Das Spiel stand nach der Pause auf des Messers Schneide", sagt Cengiz. In der 75. Minute kommt es zum Gerangel zwischen Enes Topaloglu (Türk Gücü) und einem BWO-Spieler, der einen Einwurf schnell ausführen will. Topaloglu gibt den Ball aber nicht sofort her. "Daher kam es zu einer leichten Schubserei zwischen den Beiden", beschreibt Cengiz die Szene. Schiedsrichter Anatol Asmus zeigt beiden Streithähnen daraufhin die gelbe Karte. Weil Topaloglu schon verwarnt worden ist, sieht er Gelb-Rot. "Wir haben uns natürlich aufgeregt. Enes ist aber ganz normal vom Platz gegangen", sagt Cengiz. Trotzdem entstehen plötzlich Tumulte. Nach Angaben des Türk-Gücü-Trainers könnten diese durch einen BWO-Spieler ausgelöst worden sein. "Ein Spieler von Oberbauerschaft soll unserem Spieler Mustafa Doganer von hinten einen Schlag versetzt haben", berichtet Cengiz, der den Vorfall selbst nicht beobachtet hat. "Es gibt aber Zeugen." Als die Fans sich einschalten gerät sie Situation außer Kontrolle Daraufhin treten einige Türk-Gücü-Fans auf den Plan, gehen auf BWO-Kicker los. "Es waren maximal aber drei Zuschauer, nicht sieben oder acht. Auch ein Spieler von uns ist ausgerastet, wir konnten ihn aber mit zwei Leuten festhalten", betont Cengiz, der anmerkt, dass keine Ordner am Platz gewesen seien, die sofort hätten einschreiten können. Der Schiedsrichter habe das Spiel zudem nicht abgepfiffen, sondern sei einfach in die Kabine gegangen. Wie geht es jetzt weiter? "Die Spieler, die im Sonderbericht beschuldigt werden, werden vorläufig gesperrt", erläutert KSA-Vorsitzender Jörg Uphoff. Die Sperre von Topaloglu hat bis zur Verhandlung vor dem Sportgericht erst einmal Bestand. Kurios: Eigentlich hätte die Partie nicht Anatol Asmus, sondern "Gez" Walker pfeifen sollen. "Er musste wegen einer Verletzung kurzfristig absagen", bestätigt Uphoff. Das sei aber nicht das Problem. "Anatol hat schon häufiger Spiele von Türk Gücü gepfiffen, ohne dass etwas passiert ist. Da gab es keine Vorbehalte", so Uphoff, der sich einen friedvolleren Saisonauftakt gewünscht hätte. "Das, was in Oberbauerschaft passiert ist, braucht kein Mensch. Mich ärgert, dass wir auf dem Staffeltag immer viel über Fairplay sprechen, das bei den Beteiligten aber nicht ankommt." Immerhin: Verletzte gab es keine zu beklagen. Als die von einer Zuschauerin verständigte Polizei am Platz eintraf, hatte sich die Lage längst beruhigt. Fußballer beider Mannschaften standen sogar einträchtig zusammen und unterhielten sich über die Vorkommnisse. Ein Nachspiel wird das Ganze dennoch haben, in erster Linie wohl für Türk Gücü.

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