Susann Grüning - © Stefan Pollex
Susann Grüning | © Stefan Pollex

Lübbecke HSG Hüllhorst verliert Punkte und wird Opfer eines Diebstahls

Handballkiste: Die Frauen des TuS SW Wehe bauen ihre "Wahnsinnsserie" auf 20:2 Punkte aus

Andreas Gerth
27.02.2019 | Stand 06.05.2019, 10:38 Uhr

Hüllhorst. Lars Halstenberg hat noch einige Spiele vor sich und auch das große Ziel, der Klassenerhalt in der Handball-Verbandsliga, muss erst noch perfekt gemacht werden. Doch eines steht für den am Saisonende nach dann drei Jahren ausscheidenden Trainer der HSG Hüllhorst schon jetzt unumstößlich fest: „Es hat Spaß gemacht." Ein Kompliment, das man in und um Hüllhorst an den bodenständigen und sympathischen Lars Halstenberg zurückgeben kann. GEBRAUCHTER ABEND Am vergangenen Samstag erlebten er und seine Mannen allerdings einen gebrachten Abend. Die HSG Hüllhorst verlor nicht nur das Heimspiel gegen Tabellenführer CVJM Rödinghausen, sondern beklagte nach der Partie auch den Verlust der Musikanlage, mit der in der Kabine vor dem Spiel die Stimmung angeheizt wird. „Wir haben das erst nach dem Spiel gemerkt. Wir vermuten, dass der Diebstahl in der ersten Halbzeit passiert ist", meine Trainer Lars Halstenberg. Zudem verlegte die CVJM-Mannschaft ihren Jubelkreis nach dem Schlusspfiff in die Hüllhorster Hälfte vor den heimischen HSG-Fans. Kurzfristig herrschte dicke Luft, die sich glücklicherweise schnell wieder auflöste. „Das CVJM streichen wir lieber aus dem Vereinsnamen", ärgerte sich HSG-Spieler Tim Blomenkamp über diese überflüssige Aktion. DER WICHTIGE MÄRZ Trainer Lars Halstenberg versuchte den Blick schnell auf die bevorstehenden Spiele zu richten. „Der März wird der wohl vorentscheidende Monat für uns." Nach einem spielfreien Wochenende geht es auswärts bei der HSG Spradow (9.3.) weiter, es folgt ein Heimspiel gegen die Ahlener SG II (16.3.), ein Auswärtsspiel beim TuS Brake (16.3.) sowie ein Heimspiel gegen die Spvg. Steinhagen (30.3.). „Darauf arbeiten wir hin, um in diesen wichtigen Partien zu punkten", betont Lars Halstenberg, der aber keine Hochrechnungen anstellen möchte, wie viele Punkte letztlich zum Klassenerhalt reichen könnten. „Wir denken von Spiel zu Spiel, das ist die bessere Herangehensweise", ergänzt der beliebte HSG-Coach, der sich liebend gerne mit der weiteren Verbandsliga-Zugehörigkeit aus Hüllhorst verabschieden möchte. OPTIMIST BLOMENKAMP Das möchte auch Tim Blomenkamp, der auf Grund seiner permanenten Kniebeschwerden seine letzte Serie in der Verbandsliga bestreitet. „Wir werden alles dafür tun, die Klasse zu erhalten. Augenblicklich haben wir einen guten Lauf, auch wenn die Partie gegen Rödinghausen verloren gegangen ist. Ich bin optimistisch, dass wir es wieder hinbekommen", sagt Tim Blomenkamp. Mit dem spielintelligenten Mittelmann verlieren die Hüllhorster im Sommer den nächsten wichtigen Baustein ihrer vereinseigenen DNA. Das Hirn der HSG Hüllhorst wird sich in den verbleibenden Begegnungen bis zum 11. Mai in den Dienst der Mannschaft stellen, um auch das 12. Jahr in der Verbandsliga abzusichern. HALSTENBERG SAGT AB Die Hüllhorster Verantwortlichen hatten darauf gehofft, mit Ex-Kapitän Arne Halstenberg im Sommer einen Rückkehrer begrüßen zu können. „Das hat sich leider zerschlagen, er hat mir abgesagt", so Männerspielwart Marco Stremming. Der 27-jährige Arne Halstenberg hatte am vergangenen Wochenende seinen Abschied im Sommer beim Oberligisten VfL Mennighüffen bekannt gegeben. Der Spielmacher wird jetzt mit dem TuS Möllbergen in Verbindung gebracht. SCHWERE KALIBER Das Verbandsliga-Schlusslicht TuS Nettelstedt II blieb auf Grund der Spielverlegung der Partie bei Lit Tribe Germania II ohne Einsatz. Nach dem spielfreien Karnevalswochenende geht es für die Mannschaft Julian Grumbachs im März mit Begegnungen gegen den TV Isselhorst (10.3.), beim TV Emsdetten II (16.3.), gegen die HSG Altenbeken/Buke (23. 3.) und beim TSV Hahlen (30.3.) weiter. Angesichts der angespannten personellen Situation sowie dem Kaliber der Gegner dürfte es schwer werden, sich vom Tabellenende lösen zu können. Auch wenn Kapitän Chris Byczynski wohl doch nicht so schwer wie vermutet verletzt ist und sein Mitwirken in Aussucht gestellt hat. CHANCE VERGEBEN In der Landesliga ließ der TuS Gehlenbeck eine riesengroße Chance liegen, sich weiter von der bedrohten Zone abzusetzen. Trotz einer 24:19-Führung bei der SG Detmold reichte es nur zu einem 24:24. „Ich darf nicht mehr lange darüber nachdenken. Wir haben auch in der Schlussphase bei teilweise zweifacher Überzahl unfassbare Chancen ausgelassen", schüttelte Trainer Fred Hölscher mit dem Kopf. „Das ist ein total ärgerlicher Punktverlust." Ohne den am Knie verletzten Spielmacher Jannik Hölscher zeigte Christoph von der Ahe eine ganz starke Vorstellung. Für die Gehlenbecker steht nach dem spielfreien Wochenende das nächste schwere Heimspiel am 9. März gegen die SG Bünde-Dünne an, die bekanntlich seit ein paar Wochen mit den Ex-Bundesligaprofis Arne Niemeyer und Jan-Fiete Buschmann punktet. Bis dahin sollte auch Jannik Hölscher wieder einsatzbereit sein. „Wir haben ein Heimspiel und sind auf keinen Fall chancenlos", gibt sich Fred Hölscher zuversichtlich. LIEBSCH BLEIBT Die Verbandsliga-Frauen der HSG Hüllhorst waren im Heimspiel gegen die HSG Petershagen/Lahde nahe dran an einem Heimsieg, mussten sich aber am Ende mit einer Punkteteilung zufrieden geben. „Es ist total ärgerlich, die Führungen nicht über die Zeit bekommen zu haben", meinte Torfrau Silke Poggemöller, die allerdings auf den Umstand verwies, auf Susann Grüning verzichten zu müssen. Die herausragende Hüllhorster Rückraumspielerin wird demnächst in der zweiten Mannschaft in der Bezirksliga auflaufen, um dort mitzuhelfen, den Klassenerhalt zu schaffen. Auf der Mittelposition wurde sie von Antonia Liebsch vertreten, die gegen ihren Ex-Verein besonders motiviert war. Übrigens wird die Hüllhorster Mannschaft bis auf Silke Poggemöller, die ja ihr Karriereende angekündigt hatte, zusammenbleiben, auch Antonia Liebsch hat bereits ihre Zusage für die kommende Saison gegeben, weil es ihr bei der HSG Hüllhorst so gut gefällt. ZUM KARNEVAL Das Karnevalswochenende in Köln haben sich Spieler und Trainer des TuS SW Wehe verdient. Sie ließen dem Derbyerfolg gegen Gehlenbeck einen Pflichtsieg gegen Ligaschlusslicht HSG EURo folgen und bauten damit in der Landesliga-Tabelle ihr positives Punktekonto auf 20:14 aus. „Mit dem Abstieg sollten wir also nichts mehr zu tun bekommen", grinste Trainer Dennis Pape, der es seinem „Tabellen-Wart" Armin Hensel überlassen werde, „den Klassenerhalt zu vermelden, wenn es rechnerisch soweit ist." NEUE ZIELE SETZEN In den restlichen neun Spielen kann sich der Tabellensechste sicherlich schon jetzt andere Ziele setzen. Weiter geht es für die Schwarz-Weißen am 10. März mit einem Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten TuS Spenge II, zum nächsten Heimspiel am 17. März empfängt man dann den HSV Minden-Nord. Doch zunächst einmal können sich die Weher am spielfreien Wochenende voll und ganz dem Karneval in Köln widmen. „Das ist eine reine Teambilding-Maßnahme", so ein augenzwinkernder Dennis Pape. MANNSCHAFT DER STUNDE Zur guten Stimmung beim TuS Wehe tragen in diesen Tagen vor allem auch die Landesliga-Frauen bei. Nach elf Spielen in Folge ohne Niederlage und stolzen 20:2 Punkten sind die Weherinnen nicht nur auf Platz drei angekommen, sondern sind im Handballkreis Minden-Lübbecke so etwas wie die Mannschaft der Stunde. „Ich hätte nichts dagegen, wenn wir diese Wahnsinnsserie noch ein bisschen fortsetzen", unterstreicht Trainer Armin Hensel. Nach dem verpatzten Saisonstart mit 2:6 Zählern steht sein Team mittlerweile bei 22:8 Punkten und hat sogar Platz eins (TuS Möllbergen, 28:4) und Platz zwei (TG Hörste, 25:5) im Blick. HENSELS ABSCHIED Am kommenden spielfreien Wochenende können Hensel und seine Spielerinnen durchpusten, ehe es am 10. März mit dem Derby beim TuS Nettelstedt weiter geht. „Es wäre super, wenn wir uns in den nächsten Spielen schadlos halten und dann vor eigener Kulisse auf Hörste treffen", blickt Armin Hensel ein wenig voraus. Am Saisonende werde sich der 33-Jährige dann verabschieden und das Traineramt aus privaten Gründen abgeben. Übernehmen wird Benjamin Grohmann, der als ehemaliger Trainer der HSG Hüllhorst II Erfahrungen und Erfolge im Frauenbereich vorweisen kann, immerhin schaffte er mit der Hüllhorster Reserve 2016 den Aufstieg in die Landesliga. „Bislang hatten wir in Wehe für das Frauenteam nur Trainer aus den eigenen Reihen. Ich halte es für die Entwicklung der Spielerinnen für extrem wichtig, dass sie jetzt einen Trainer mit Sachverstand von außen bekommen", macht Hensel deutlich.

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