Meldet sich zu Wort: Armin Gauselmann. Foto: Oliver Krato - © Oliver Krato
Meldet sich zu Wort: Armin Gauselmann. Foto: Oliver Krato | © Oliver Krato

Lübbecke Neuer Tiefpunkt beim TuS N-Lübbecke

Beim Zweitligisten läuft wenig zusammen. Jetzt hat sich Beiratssprecher Armin Gauselmann zu Wort gemeldet

Die Fans sind sauer, der Trainer hat schon Dampf abgelassen – nach dem uninspirierten Auftritt des TuS N-Lübbecke in Essen ist die Stimmung aller Beteiligten des Handball-Zweitligisten auf einen neuerlichen Tiefpunkt gesunken. Da sich Geschäftsführer Torsten Appel und Teammanager Zlatko Feric am Wochenende nicht zu den Vorkommnissen in Essen äußerten, weil sie nicht an ihr Telefon gingen, um unliebsamen Fragen auszuweichen, tat dies gestern Vormittag der Sprecher des Wirtschaftsbeirats, Armin Gauselmann aus seinem Urlaubsort Mallorca. Er schloss eine von vielen Anhängern geforderte Trennung von Trainer Aaron Ziercke aus. „Die Saison ist doch schon seit längerer Zeit gelaufen. Mit den bisher gezeigten Leistungen verbietet es sich darauf zu hoffen, noch für einen der zwei ersten Plätze in Frage zu kommen", fand Gauselmann deutliche Worte. „Es geht darum, die Serie vernünftig zu Ende zu bringen", ergänzte Gauselmann. Der zeigte sich aber auch selbstkritisch. „Wir müssen uns allesamt den Schuh anziehen, keine Mannschaft mit Entwicklungspotenzial zusammengestellt zu haben", meinte Gauselmann, der im Laufe der Woche nach Lübbecke zurückkehren wird. „Es geht darum, die Serie vernünftig zu Ende zu bringen" Der bei vielen in der Kritik stehende Aaron Ziercke hatte nach der 25:32-Niederlage bei TuSEM Essen deutliche Worte gefunden, wobei er zu viele Egoismen innerhalb seines Kaders ausgemacht hatte. Diese Äußerungen stellen jedoch nur die Spitze eines Eisbergs dar. Nach wie vor ist das Innenverhältnis zwischen Trainer, Geschäftsführer und Teammanager nach dem Abstieg aus der ersten Bundesliga im vergangenen Jahr belastet – auch wenn das niemand in der Öffentlichkeit bestätigen wird. Die Mannschaft knüpfte in Essen nahtlos an ihre schon im ersten Saisonteil fatale Auswärtsschwäche an, wobei wieder einmal die größte Schwachstelle innerhalb des Kaders sichtbar wurde: es gibt keine echte Führungsfigur, die in solchen Phasen vorneweg marschiert. Weder Lukasz Gierak noch Kenji Hövels haben in dieser Saison diese Qualitäten auf der Spielmacher-Position unter Beweis stellen können. Am kommenden Samstag steht für den TuS N-Lübbecke ein Heimspiel gegen den TV Emsdetten auf dem Programm. Im Hinspiel kassierte die Mannschaft Aaron Zierckes nach einer indiskutablen Vorstellung eine 31:34-Niederlage – da gilt es also noch einiges gutzumachen. Allerdings folgt eine Woche später das nächste Auswärtsspiel: und zwar beim heimstarken VfL Lübeck-Schwartau. Dort droht die nächste Auswärtspleite. Es sei denn, die Mannschaft ergreift vielleicht einmal intern die Initiative, setzt sich zusammen, sagt sich ganz offen gegenseitig die Meinung und geht gestärkt daraus hervor. Kapitän Jens Bechtloff und sein Stellvertreter Marian Orlowski sind augenblicklich wirklich gefordert. Nur gemeinschaftlich können sich die Spieler aus dieser Situation befreien. Das sollte doch auch in ihrem Sinne sein, denn sie spielen um ihre sportliche Zukunft – egal ob sie einen Vertrag beim TuS N-Lübbecke haben oder nicht.

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