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Die pure Enttäuschung: Linkshänder Jo Gerrit Genz verlässt die Stätte der Niederlage. Foto: EIBNER/Mario Hommes - © EIBNER/Mario Hommes
Die pure Enttäuschung: Linkshänder Jo Gerrit Genz verlässt die Stätte der Niederlage. Foto: EIBNER/Mario Hommes | © EIBNER/Mario Hommes

Lübbecke Serie der Enttäuschungen setzt sich beim TuS N-Lübbecke fort

Der Handball-Zweitligist kassiert in Essen nach einer erneut uninspirierten Vorstellung eine verdiente Niederlage. Das 25:32 ist die höchste Pleite der Saison

Rainer Placke
24.02.2019 | Stand 24.02.2019, 13:45 Uhr

Wer nach dem glücklichen Heimsieg gegen Eintracht Hagen und der zeitgleichen Niederlage des HSC Coburg damit gerechnet hatte, Handball-Zweitligist TuS N-Lübbecke könne doch noch eine Rolle bei der Vergabe um die ersten zwei Plätze spielen, hat sich wieder einmal getäuscht. Die Mannschaft um Trainer Aaron Ziercke kassierte bei TuSEM Essen eine auch in dieser Höhe verdiente 25:32 (12:16)-Niederlage und setzte die Serie der unbefriedigenden Auswärtsauftritte fort. „Wir sind zu keiner Phase des Spiels für etwas Zählbares in Frage gekommen und haben deshalb verdient verloren“, fasste ein zum wiederholten Male enttäuschter Aaron Ziercke seine Empfindungen zusammen. „Ein Handballspiel ist keine Plattform für Egoismen“ Selbst wenn mit Kapitän Jens Bechtloff und Mittelmann Kenji Hövels zwei Spieler fehlten – der restliche Kader zeigte eine sowohl in der Abwehr als auch im Angriff eine wenig inspirierte Vorstellung. 23 Fehlwürfe zeugen unter anderem davon. Ziercke sah sich bereits früh zu seiner ersten Auszeit gezwungen, doch das Spiel seiner Mannschaft (die begann übrigens mit Lukasz Gierak auf der Mittelposition) verbesserte sich immer nur phasenweise. Der Matchplan (die Essener Abwehr sollte auseinandergezogen werden, um auch die Außen ins Spiel zu bringen) wurde schlicht und einfach zu selten umgesetzt. Die Essener Mannschaft bestrafte die teilweise eigen- und unsinnigen Wurfversuche mit Gegenstößen und hatte sich zur Pause einen 16:12-Vorsprung verdient. Wer nach der Pause mit einer Lübbecker Steigerung gerechnet hat, sah sich abermals getäuscht – Essen zog schnell auf 19:12 davon. Der TuS N-Lübbecke schaffte es anschließend zwar auf 21:17 und 22:18 heranzukommen, doch unter dem Strich war das zu wenig. Während sich der am Saisonende ausscheidende Trainer Aaron Ziercke in der Vergangenheit oft genug vor seine Mannschaft gestellt hatte, fehlte ihm nach der Partie am Freitagabend für manche Dinge schlichtweg das Verständnis. „Zwei Dinge bei einem Mannschaftssport sind elementar: das Zweikampfverhalten sowie die Laufbereitschaft. Wenn man diese Dinge ohne Leidenschaft erledigt, hat man keine Chance zu gewinnen“, las er seinen Spielern die Leviten. Er vergleicht sein aktuelles Team mit einer Wundertüte, bei der man nie wirklich weiß, was am Ende herauskommt. Am Freitagabend war der Ertrag zum wiederholten Male wenig erklecklich, was zur nächsten Frage führt. Steht beim TuS N-Lübbecke überhaupt eine funktionierende Mannschaft auf dem Parkett? Diese Frage muss eher mit einem Nein beantwortet werden, denn zu viele Egoismen innerhalb der Mannschaft führen zu der in dieser Saison zu den schon häufiger gesehenen Enttäuschungen. „Wir laufen der Musik hinterher“, musste Aaron Ziercke eingestehen, der noch einmal deutlich Stellung bezieht. „Ein Handballspiel ist keine Plattform für Egoismen“, so Ziercke, dem eine schwierige Trainingswoche bevorsteht. Auch am kommenden Samstag im nächsten Heimspiel gegen den TV Emsdetten (da gab es in der Hinrunde auch eine Niederlage) werden Jens Bechtloff und Kenji Hövels fehlen. Diejenigen, die in Essen weit unter Niveau blieben, müssen es also wieder richten.

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