Hüllhorst Wikinger „Siggi“ ist zurück

Hüllhorsts Kapitän Christopher Kreft gibt nach langer Pause am Sonntag im Heimspiel gegen den TV Emsdetten II sein Comeback beim Handball-Verbandsligisten, muss sich aber noch einbremsen

Ein T-Shirt der isländischen Nationalmannschaft, ein aufgemaltes Tattoo und natürlich der Helm mit zwei Hörnern – fertig ist der Handball-Wikinger. Das passte perfekt zum 30. Geburtstag von Christopher Kreft vor einem Jahr und erklärt auch, warum der Kapitän des Verbandsligisten HSG Hüllhorst in Anlehnung an sein handballerisches Vorbild, den früheren isländischen Nationalspieler Sigfus Sigfusson, kurz nur „Siggi" gerufen wird. Ein Kreuzbandriss hatte ihn rund sieben Monate außer Gefecht gesetzt, nun aber zum ersten Punktspiel in 2019 am Sonntag gegen den TV Emsdetten II (Anwurf 18 Uhr) bekommen die Hüllhorster ihren Kapitän und Kämpfer zurück. „Es ist ein super Gefühl wieder dabei zu sein. Ein bisschen aufgeregt bin ich auch schon. Mal sehen, wie lange ich es am Sonntag zu Hause aushalte, bis ich mich auf den Weg zur Halle mache", lacht Christopher Kreft. Er war eigentlich nie wirklich weg, nachdem er sich den Kreuzbandriss Ende April 2018 im drittletzten Saisonspiel zugezogen hatte. „Doch nur auf der Bank zu sitzen, ist nichts für mich. Ehrlich gesagt, kann ich es jetzt kaum noch abwarten." „Es ist ein super Gefühl wieder dabei zu sein" Diese Worte kommen nicht überraschend, denn Kreft ist seit Jahren der nimmermüde, vorbildliche Kämpfer, Kapitän und Kreisläufer im Kollektiv der Hüllhorster. Einer, der sich reinwirft, wenn er auf der Platte steht. Kaum jemand verkörpert das Motto der „Hüllhorster Jungs" so, wie der gebürtige Schnathorster, der seit seinem achten Lebensjahr für die HSG spielt und dem Verein (trotz Anfragen) die Treue hält. Nun steht Kreft vor seinem Comeback – und muss sich doch einbremsen. „Das Knie bereitet keine Probleme. Doch es braucht noch Zeit, bis die nötige körperliche Fitness wieder da ist. Punktuell kann ich der Mannschaft vielleicht schon wieder helfen, ich bin jedenfalls da, wenn man mich braucht", unterstreicht der Kapitän. Der 31-Jährige hat im Trikot des HSG schon einiges erlebt. Das zweite A-Jugend-Jahr in der Oberliga, damals zusammen mit Mario Struck, bezeichnet er rückblickend als „Highlight". Noch als A-Jugendlicher stieg er 2006/2007 bei den von Detlef Schmitz und später von Marco Stremming trainierten Herren ein und war als junger Spieler dabei, als die HSG Hüllhorst ein Jahr später unter der Regie von Hartmut Rittersberger den Aufstieg in die Verbandsliga schaffte. Dort haben sich die Hüllhorster bis heute festgebissen, obwohl immer wieder Leistungsträger den Verein verließen. „Wir sind ein Sprungbrett-Verein. Nils van Zütphen hat es bis in die dritte Liga geschafft, andere in die Oberliga. Wenn sich guten Spielern die Chance bietet, darf man ihnen keine Steine in den Weg legen und nicht böse sein", vertritt der langjährige HSG-Akteur diesbezüglich eine klare Meinung. Jüngstes Beispiel ist der Wechsel von Jonas Bartsch. Den talentierten Linkshänder und Schwager von „Siggi" Kreft zog es zum Oberligisten TuS Möllbergen, doch darunter scheinen die familiären Bande nicht gelitten zu haben. Am 25. Januar geht es gemeinsam samt Schwiegereltern zum WM-Halbfinale nach Hamburg. Dabei ist dann selbstverständlich auch Christophers Frau Lisa. „Sie hält mir den Rücken frei und besucht fast jedes Spiel. Handball ist unser gemeinsames Hobby", erzählt „Siggi", der die „19" als seine Glückszahl bezeichnen kann. Seit Jahren trägt er das Trikot mit dieser Rückennummer, und am 19.9.2017 gaben sich er und seine Lisa das Ja-Wort. Im März soll nun der Hausbau in Schnathorst beginnen, gleichzeitig möchte Christopher Kreft das Fundament für den Klassenerhalt der HSG Hüllhorst legen. Die spielt wieder einmal gegen den Abstieg. „Die Liga ist brutal ausgeglichen. Mit zwei Siegen in Folge bist du wieder im Mittelfeld. Wenn wir am Sonntag das erste Spiel des Jahres gewinnen, wäre das ein sehr wichtiges Zeichen." Der erneute Klassenerhalt, das unterstreicht er ausdrücklich, werde nur über den Zusammenhalt im Team zu erreichen sein. „In der vergangenen Saison hatten wir viele Niederlagen zu verdauen. Aus solchen Phasen kannst du dich nur als funktionierende Gemeinschaft herausziehen", macht der Mannschaftskapitän, der dieses Amt vor vier Jahren von Arne Halstenberg übernahm, deutlich. „Wir können glücklich sein, solche Leute hinter uns zu haben" Zu dieser funktionierenden Gemeinschaft zählt Christopher Kreft das Hüllhorster Publikum dazu. „Die Zuschauer wissen, dass wir auf dem Feld bis zum Schluss alles geben und honorieren das. Es gibt fast nichts Besseres, als wenn nach einem Tor unser Fanblock ausrastet", erzählt Kreft mit leuchtenden Augen. Die Leute an der Trommel (Eddy Balke, Jonas Balke, Sören Kleffmann) sowie Christina Balke als Betreuerin und gute Seele seien wichtige Stützen des Teams. „Wir können glücklich sein, solche Leute hinter uns zu haben", lobt Christopher Kreft. Er selbst kann ab jetzt auch wieder aktiv mithelfen: Wikinger „Siggi" ist zurück.

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