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Ein stolzer Trainer und sein Trio: Horst Beneker (v.l.), Youngster Julian Gnaß, Annika Lekon und Johanna Heidemann fiebern der nächsten Herausforderung entgegen. Von Freitag bis Sonntag stehen in Remscheid die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften des deutschen paralympischen Schwimmsports im Mittelpunkt. Foto: Andreas Gerth - © Andreas Gerth
Ein stolzer Trainer und sein Trio: Horst Beneker (v.l.), Youngster Julian Gnaß, Annika Lekon und Johanna Heidemann fiebern der nächsten Herausforderung entgegen. Von Freitag bis Sonntag stehen in Remscheid die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften des deutschen paralympischen Schwimmsports im Mittelpunkt. Foto: Andreas Gerth | © Andreas Gerth

Espelkamp Drei Hoffnungsträger für Remscheid

Para-Schwimmen: Horst Beneker ist beim BSG Espelkamp stolz auf die Leistungen seiner Aushängeschilder. Mit der Nominierung für den Einstiegskader der Nationalmannschaft hat Annika Lekon den nächsten Schritt gemacht

Andreas Gerth
15.11.2018 | Stand 14.11.2018, 17:30 Uhr

Horst Beneker musste nicht lange überlegen. Welchen Stellenwert die Teilnahme seiner drei Schwimmer Annika Lekon, Johanna Heidemann und Julian Gnaß bei den an diesem Wochenenden in Remscheid stattfindenden Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften im Allgemeinen und die Nominierung von Annika Lekon in den Einstiegskader der paralympischen Nationalmannschaft für den Verein BSG Espelkamp habe, war der Trainer und Jugendwart gefragt worden, und Benekers Antwort kam sofort: „Wir sind sehr, sehr stolz auf die drei, denn sie sind unsere Aushängeschilder. Und wir sind stolz darauf, sie bei uns zu haben.“ Erfolge haben die Schwimmer des BSG Espelkamp (Verein für Bewegung, Sport und Gesundheit) schon einige gesammelt. Wer sich davon ein Bild machen möchte, sollte einmal der kleinen Geschäftsstelle in der Greifswalder Straße in Espelkamp einen Besuch abstatten, wo ein Bruchteil der errungenen Pokale auf einem Regal aufgebaut ist. Nun aber schickt sich eine junge Athletin aus Reihen der Espelkamper an, den nächsten größeren Schritt zu machen: Annika Lekon, 15 Jahre junge Stemwederin, ist in den D/C-Kader des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) aufgenommen worden. „Wir sind stolz darauf, sie bei uns zu haben“ „Ein bisschen“, sagt Annika Lekon, „habe ich schon darauf gehofft.“ Zwar habe ihre erreichte Punktzahl nicht automatisch zur Nominierung geführt, doch der Landestrainer war auf die junge Wehdemerin mit dem blonden Wuschelkopf und deren Leistungen längst aufmerksam geworden. Daraufhin war die Freistil-Expertin („längere Distanzen liegen mir besser“) zu einem Sichtungslehrgang eingeladen worden. Die nun ausgesprochene Nominierung in den D/C-Kader der deutschen paralympischen Schwimmer darf die 15-Jährige als Belohnung für ihre schon erzielten Leistungen werten – viel mehr aber wohl noch als Versprechen in ihr längst noch nicht ausgeschöpftes Entwicklungspotenzial. Dafür tut Annika Lekon einiges. Genauer: die Familie Lekon. Denn ohne diese Unterstützung wäre das vier Mal wöchentlich anstehende Training in Espelkamp und Bohmte nicht zu leisten. Dazu kommen die Leistungsüberprüfungen beim Stützpunkttraining in Wuppertal und – wie nun in Remscheid – Meisterschaften und Titelkämpfe. Der Aufwand sei anspruchsvoll, bestätigt Annikas Mutter Nicole kurz und zurückhaltend mit der Daumen-hoch-Geste vielsagend. Oder wie es Trainer Horst Beneker formuliert: „Annika ist schon im Leistungssport angekommen.“ „Annika ist schon im Leistungssport angekommen“ Doch der Aufwand trägt Früchte. Drei Deutsche Rekorde werden unter dem Namen Annika Lekon geführt. Bei den internationalen Meisterschaften in Berlin schwamm sie über 200 Meter Freistil zu Bronze. „Bislang lässt sich das ganz gut mit der Schule vereinbaren“, lacht der blonde Lockenkopf. Nun aber steht die nächste Herausforderung an: Die Deutschen Kurzbahnmeisterschaften am kommenden Wochenende in Remscheid, wo die Wehdemerin als Titelverteidigerin antritt. Dort startet Annika Lekon nicht als Einzelkämpferin, sondern zusammen mit Johanna Heidemann, ebenfalls aus Stemwede, und dem erst zwölfjährigen Meller Julian Gnaß. Letzterer kommt aus Osnabrück von der TSG Burg Gretesch, startet aber seit Juni auch für den BSG Espelkamp, wo er den Vorteil sieht, mit einer Mannschaft trainieren und Wettkämpfe bestreiten zu können. Am morgigen Freitag zum Auftakt der dreitägigen Meisterschaft feiert Julian Gnaß seinen 13. Geburtstag. „Eine Medaille wäre natürlich super“, liebäugelt der Youngster mit einem sportlichen Geschenk. Für die 18-jährige Twiehauserin Johanna Heidemann ist schon die Qualifikation für Remscheid ein schöner Erfolg. Sie startet dort bei den Juniorinnen (Jahrgang 1999) in sieben Disziplinen, Julian Gnaß bei den Schülern (Jahrgang 2005) sogar auf zehn Strecken. Annika Lekon hat sich neun Starts vorgenommen, wobei sie die 200 und 400 Meter Freistil zu ihren „Schokoladenstrecken“ zählt.

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