Konzentration auf die kommende Aufgabe: TuS N-Lübbeckes Trainer Aaron Ziercke (r.) sieht die Partie gegen den ASV Hamm-Westfalen nicht als Schlüsselspiel. Der 46-jährige TuS-Coach ist um eine positive Sicht der Dinge bemüht. Foto: Oliver Krato - © oliver krato
Konzentration auf die kommende Aufgabe: TuS N-Lübbeckes Trainer Aaron Ziercke (r.) sieht die Partie gegen den ASV Hamm-Westfalen nicht als Schlüsselspiel. Der 46-jährige TuS-Coach ist um eine positive Sicht der Dinge bemüht. Foto: Oliver Krato | © oliver krato

Lübbecke TuS N-Lübbecke unter Druck

2. Handball-Bundesliga: Im Heimspiel gegen den ASV Hamm-Westfalen muss der Erstligaabsteiger den Eindruck vom Ferndorf-Spiel ausradieren und seine Saisonziele im Auge behalten

Andreas Gerth

Der TuS N-Lübbecke muss am Freitagabend sein Heimspiel in der 2. Handball-Bundesliga gegen den ASV Hamm-Westfalen (Merkur-Arena, Anwurf 19.30 Uhr) unbedingt gewinnen. Zum einen, um den Eindruck vom schwachen Auftritt in Ferndorf auszuradieren, zum anderen, um das Saisonziel Wiederaufstieg nicht aus den Augen zu verlieren. Denn acht Minuspunkte haben die Lübbecker schon. Zur Erinnerung: Die Aufstiegssaison vor zwei Jahren schloss der TuS N-Lübbecke als Zweitliga-Meister mit 64:12 Punkten ab. Die Minuspunkte resultierten damals aus fünf Niederlagen und zwei Unentschieden. „So viele haben wir fast jetzt schon“, stellte Mannschaftskapitän Jens Bechtloff am Mittwoch während des Pressegesprächs treffend fest. Der dienstälteste Lübbecker Spieler und seine Mannschaft stehen in der laufenden Saison nach elf Spielen mit 14:8 Punkten auf Platz fünf der Tabelle – und im heutigen Heimspiel gegen den punktgleichen ASV Hamm unter Druck. „Die Situation ist nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, bestätigt Zlatko Feric. Was den Teammanager des TuS N-Lübbecke wurmt, „sind nicht die Niederlagen an sich, sondern die Art und Weise, wie wir sie uns zum Teil unnötig eingehandelt haben.“ „Die Situation ist nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“ Habe man die Niederlagen bei Eintracht Hagen (26:27), in eigener Halle gegen TuSEM Essen (25:26) und beim TV Emsdetten (31:34), die zu einem verkorksten Saisonstart mit 4:6 Punkten führten, noch unter der Rubrik „Findungsphase“ einordnen können, so überraschender und unerklärbarer kam am vergangenen Samstag das 19:22 beim TuS Ferndorf, nachdem der Erstligaabsteiger zuvor mit 10:0 Punkten und einer Klasse-Partie gegen Balingen (33:27) ins Rollen gekommen schien. Dieser Rückfall nagt an den Nerven. „Nach dem guten Spiel gegen Balingen hat nichts darauf hingedeutet, dass so ein Auftritt in Ferndorf folgen würde. Die Liga ist stark und ausgeglichen, auch andere Mannschaften, die ähnliche Ziele verfolgen, haben schon Punkte abgegeben. Doch der Aufstieg entscheidet sich nicht in den Topduellen, sondern in den Spielen gegen die vermeintlich Schwächeren“, gibt Zlatko Feric zu bedenken. Von „Panikmache“ halte er nichts, weiß aber natürlich, „dass auch wir diese Konstanz in allen Spielen brauchen, damit unsere Ziele nicht irgendwann in weite Ferne rücken“. Der Teammanager glaubt übrigens nicht daran, „dass wir mehr unter Druck stehen, weil wir unsere Ziele vor der Saison offensiv ausgesprochen haben. Mit diesem Druck müssen wir umgehen.“ So also auch am Freitag gegen Hamm. Diesen Druck versucht Aaron Ziercke eher kleinzureden. Von einem Schlüsselspiel gegen den punktgleichen ASV Hamm-Westfalen – so Zierckes überraschende Einschätzung – könne nicht die Rede sein. „Tatsache ist, dass die Mannschaft, die gewinnt, in Schlagdistanz zu den Spitzenplätzen bleibt. Das ist eine sehr interessante Aufgabe und ein Heimspiel, das wir gewinnen wollen“, sagt der Trainer des TuS N-Lübbecke. Seine Mannschaft bekomme es heute Abend mit einem Gegner zu tun, der über ein gutes Tempospiel verfüge. Hamm könne eine 6:0 oder 5:1-Deckung stellen und habe einige konterstarke Spieler. Hamms Spielmacher Sören Südmeier kennt Ziercke noch aus gemeinsamen Zeiten bei GWD Minden. Die meisten Treffer für den aktuellen Tabellensiebten erzielten Linksaußen Vyron Papadopoulos und der Halblinke Oliver Milde. Aaron Ziercke, der mit dem TuS N-Lübbecke Auf- und Abstieg hinter sich hat, ist vor der Partie um eine positive Sicht der Dinge bemüht. „Man darf ja nicht vergessen, dass wir vor der Niederlage in Ferndorf fünf Mal in Folge in der Liga und auch das Freundschaftsspiel gegen Minden gewonnen haben. Jetzt geht es darum, das Ferndorf-Spiel hinter uns zu lassen und eine neue Serie zu starten.“ Ziercke möchte auch nicht die acht Minuspunkte in den Vordergrund gerückt sehen, sondern, „dass wir von der Tabellenspitze nur drei Punkte entfernt sind.“ Das Heimspiel in der Merkur-Arena muss nun zeigen, ob das Wasserglas halb voll oder halb leer ist.

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