Bad in der Menge: Julian Hodde ist in seinem dritten Jahr bei Verbandsligist HSG Hüllhorst in eine verantwortungsvolle Rolle gerückt. Gleichzeitig übt der 24-Jährige aus Stemwede-Levern das Traineramt bei Wehes A-Jugend in der Bezirksliga aus. Foto: Andreas Gerth - © Stefan Pollex
Bad in der Menge: Julian Hodde ist in seinem dritten Jahr bei Verbandsligist HSG Hüllhorst in eine verantwortungsvolle Rolle gerückt. Gleichzeitig übt der 24-Jährige aus Stemwede-Levern das Traineramt bei Wehes A-Jugend in der Bezirksliga aus. Foto: Andreas Gerth | © Stefan Pollex

Hüllhorst Julian Hodde - der Spätstarter mit zwei Herzen in der Brust

Als 14-Jähriger taucht der Leverner erstmals beim Handball-Training des TuS SW Wehe auf. Seine Tore wirft er aber für die HSG Hüllhorst in der Verbandsliga

Andreas Gerth

Als Julian Hodde zum ersten Mal beim C-Jugend-Training des TuS Wehe mitmachte, muss er einen ganz ordentlichen Eindruck hinterlassen haben. „Unser Trainer Dirk Kämper meine damals zu mir, ich könnte immerhin den Ball fangen und geradeaus laufen, das klappt schon“, erzählt Julian Hodde und muss selbst darüber lachen. Kämper sollte recht behalten, denn sein einstiger Schützling hat es mittlerweile bis in die Männer-Verbandsliga geschafft und bestreitet dort seine dritte Saison für die HSG Hüllhorst. Heute Abend steht für das Geburtstagskind – Hodde wurde gestern 24 Jahre jung – nun das erste Heimspiel der Saison gegen den TSV Hahlen an. „Bis dahin gab es bei uns zu Hause nur Fußball“ In Sachen Handball ist Julian Hodde ein Spätstarter. Erst als 14-Jähriger tauchte der Leverner erstmals beim Training des TuS SW Wehe auf. „Bis dahin gab es bei uns zu Hause nur Fußball“, erzählt er und kann sich noch gut an die im Garten aufgebauten Tore erinnern, die er und sein jüngerer Bruder Dario in fast jeder freien Minute bearbeiteten. Julian kickte beim TuS Levern, Vater Bernd war der Trainer des Teams. Doch als seine Freunde nach und nach aufhörten, suchte sich der sportbegeisterte Stemweder ein neues Betätigungsfeld – und fand es in der Rahdener Stadtsporthalle bei den Handballern des TuS Schwarz-Weiß Wehe. „Wir hatten einen tollen Jahrgang mit Spielern wie Jonas Bruhn und Arne Kämper. Das hat bei mir für unglaublich viel Motivation gesorgt, auch um meinen Rückstand aufzuholen“, berichtet Hodde. Weitere Fortschritte machte er dann bei seinen Trainern Matthias Clemens, Armin Hensel und Marcel Ihlenfeld sowie im ersten Männerjahr unter Christian Kemenah. Das Talent des wurfstarken Rechtshänders blieb nicht unentdeckt. „Der erste Kontakt nach Hüllhorst entstand durch Andre Torge. Doch weil wir mit Wehe gerade den Aufstieg in die Landesliga geschafft hatten, habe ich abgesagt.“ Doch beim Verbandsligisten blieb man hartnäckig. „Im nächsten Jahr waren es Marco Stremming und Lars Halstenberg, die mich anriefen und von einem Wechsel überzeugten. Daraus ist schon mein drittes Jahr in Hüllhorst geworden“, scheint Julian Hodde selbst ein bisschen beeindruckt. Ein neues Jahr, das den Hüllhorstern und Hodde wohl erneut Abstiegskampf bescheren wird. „Das war in den vergangenen Jahren immer so und realistisch gesehen wird es für uns auch in dieser Saison einzig und allein darum gehen, die Klasse zu halten. Wir wissen um die Situation und nehmen sie auch an. Die Vergangenheit hat ja bewiesen, dass wir uns zu recht in der Verbandsliga sehen“, stellt der 24-Jährige mit der für die Hüllhorster „Überlebenskünstler“ bekannten Trotzigkeit fest. Durch die langfristigen Ausfälle von Niklas Röthemeier und Kapitän Christopher Kreft ist es eng geworden im Kader des Vorjahresvorletzten. Deshalb ist nun auch Julian Hodde als sowohl in der Abwehr als auch im Rückraum eingesetzter Spieler in eine verantwortungsvolle Rolle gerückt. „Verantwortung zu übernehmen, ist kein Problem für mich. Mit Marcel Kleffmann, Tim Blomenkamp und anderen haben wir mehrere Führungsspieler. Doch es ist sicherlich richtig, dass durch die Ausfälle jeder bei uns jetzt noch einen Schritt mehr machen muss“, bestätigt er und erhofft sich diesen kämpferischen Einsatz heute im ersten Heimspiel. „Jeder bei uns muss jetzt noch einen Schritt mehr machen“ „Das wird eine sehr schwere Aufgabe, da Hahlen zur Top-3 der Liga gehört. Wir rechnen uns trotzdem etwas aus“, unterstreicht Hodde und setzt dabei auf die bekannte Unterstützung des Hüllhorster Publikums. „Das Gefühl, sein Trikot anzuziehen und dann in die volle Halle einzulaufen, wo die Zuschauer schon klatschen und trommeln, ist unglaublich. Das hat für mich einen enorm hohen Stellenwert. Ich denke, dass wir den Klassenerhalt in der vergangenen Saison ohne die Zuschauer nicht geschafft hätten.“ Doch in Hoddes Brust schlagen zwei Vereinsherzen. Denn dem TuS Wehe ist er als Trainer erhalten geblieben. Er und Matthias Clemens trainieren die A-Jugend der Schwarz-Weißen. „Das ist schon ein hoher Aufwand. Doch wenn ich etwas mache, dann richtig“, betont Julian Hodde, der aus der Trainerarbeit auch viel positive Energie schöpfe. So hat mit Torhüter Michael Sprado einer seiner Spieler am ersten Spieltag im Landesligateam der Weher ausgeholfen – eine Bestätigung für den Handball-Spätstarter mit den zwei Herzen in der Brust.

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