Wasser ist ihr Element: Bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in diesem Jahr möchte Annika Lekon ihren Titel über 400 Meter Freistil in der Klasse B-Jugend verteidigen. Dafür zieht die 15-Jährige eifrig ihre Bahnen im Freibad in Bohmte. Foto: Sonja Rohlfing - © Sonja Rohlfing
Wasser ist ihr Element: Bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften in diesem Jahr möchte Annika Lekon ihren Titel über 400 Meter Freistil in der Klasse B-Jugend verteidigen. Dafür zieht die 15-Jährige eifrig ihre Bahnen im Freibad in Bohmte. Foto: Sonja Rohlfing | © Sonja Rohlfing

Stemwede Annika Lekon ist die Gute-Laune-Schwimmerin

Der 15-Jährige aus Wehdem trainiert viermal wöchentlich für ein großes Ziel – die Titelverteidigung bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften des Deutschen Behindertensportverbandes

Sonja Rohlfing

Freibäder verzeichneten in diesem Sommer Rekorde bei den Besucherzahlen. Auch Annika Lekon hat regelmäßig im Freibad Bohmte ihre Bahnen gezogen. Zum einen, weil es ihr Spaß macht. Zum anderen verfolgt die 15-Jährige aus Stemwede-Wehdem dabei ganz konkrete Ziele. Die amtierende Kurzbahn-Meisterin des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) und dreifache deutsche Rekordhalterin möchte ihre Zeiten verbessern und darüber hinaus gerne im November ihren Titel verteidigen. „Wenn man Bestzeiten schwimmt, spornt das an, beim nächsten Mal noch schneller zu schwimmen“, sagt Annika Lekon, die aus einer wasserbegeisterten Familie kommt. Etwa mit sieben Jahren hat sie angefangen regelmäßig im TV 01 Bohmte zu trainieren. Dann hat Horst Beneker ihr Talent entdeckt. Der Trainer der paralympischen jungen Schwimmer im BSG Espelkamp wurde ihr Mentor und Förderer. „So nahm das seinen Lauf“, berichtet die Schwimmerin, die für beide Vereine startet, und schmunzelt. „Längere Distanzen liegen mir einfach besser“ Im Para-Bereich stellten sich schnell Erfolge ein. „Die schönsten sind für mich die deutschen Rekorde und der Deutsche Meistertitel“, betont die junge Stemwederin, die in den ersten Wettkampfjahren nur unter dem Dach des Deutschen Schwimmverbandes (DSV) gestartet ist. Heute sind DBS- und DSV-Wettkämpfe in ihrem Kalender ungefähr paritätisch vertreten. „Es ist ein riesen Anreiz im DSV anzutreten“, betont sie. Dort mit Handicap auf Landesebene und höher nach ganz oben zu kommen, sei schwer. „Das schaffen nur die wenigsten“, ist die 15-Jährige mit angeborener Fehlbildung am linken Arm und an der Hüfte und damit verbundener Beinlängendifferenz rechts realistisch. Seit 2013 gehört sie dem Schwimm-Landeskader des DBS an. Den Titel Deutsche Meisterin holte sie auf ihrer Paradestrecke 400 Meter Freistil in der Klasse B-Jugend. 5:56,83 Minuten benötigte die Wehdemerin für die Distanz bei der Kurzbahnmeisterschaft, bei der sie in drei Wettkampftagen auf elf Strecken in den Disziplinen Brust, Rücken, Freistil und Lagen an den Start ging. „Längere Distanzen liegen mir einfach besser. 200 und 400 Meter mag ich dabei am liebsten“, erzählt Lekon. Vier Mal pro Woche trainiert die Gymnasiastin im Wasser, zusätzlich steht zweimal pro Woche Krafttraining an. Mit ihren Trainingspartnerinnen, der Stemwederin Johanna Heidemann (19) sowie Svenja (15) und Meike (14) fährt die Zehntklässlerin häufig gemeinsam zu Wettkämpfen. Die vier schwimmen nicht nur zusammen, sie haben sich auch angefreundet. „Es macht Spaß, wenn noch jemand mit dabei ist“, verdeutlicht Annika Lekon, zu deren weiteren Hobbys Lesen und Trompete spielen gehören. Im Team ist sie die Gute-Laune-Schwimmerin. „Annika ist immer freundlich und lächelt immer“, sagt ihr Trainer im TV 01 Bohmte, Jan Koch. Darüber hinaus mache sie besonders ihre Willensstärke aus. „Sie macht immer mit, zieht immer durch und hängt sich immer dran.“ Mit diesen Eigenschaften sieht der Trainer seine Sportlerin auf dem Weg nach ganz oben. „Sie ist noch sehr jung und kann noch sehr viel erreichen“, ist er sich sicher und hält eine Teilnahme an den Paralympics durchaus für möglich. Annika Lekon selbst ist da viel bescheidener. „Ich möchte auf der nächsten Kurzbahn-DM gute Zeiten schwimmen, insgesamt meine Zeiten verbessern, mal an internationalen Wettkämpfen im Ausland teilnehmen und wichtige Punkte für den Nachwuchsbundeskader sammeln.“ Denn da möchte sie gerne einen Platz bekommen. Vom 16. bis 18. November geht es jedoch zunächst um die Titelverteidigung bei den Deutschen Kurzbahnmeisterschaften im Schwimmen des DBS in Remscheid. Und auch dort wird die Gute-Laune-Schwimmerin mit einem Lächeln antreten.

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