Nicht aufzuhalten: Hüllhorsts Rückraumspielerin Susann Grüning auf dem Weg zu einem ihrer fünf Treffer bei Lit Tribe Germania. Am Samstag wird sie ihrem Team aber fehlen. Foto: Christian Bendig - © Christian Bendig
Nicht aufzuhalten: Hüllhorsts Rückraumspielerin Susann Grüning auf dem Weg zu einem ihrer fünf Treffer bei Lit Tribe Germania. Am Samstag wird sie ihrem Team aber fehlen. Foto: Christian Bendig | © Christian Bendig

Lübbecke Die Bitte nach Bodenhaftung

Handballkiste: Fred Hölscher und Dennis Pape wollen die Auftaktsiege des TuS Gehlenbeck und TuS SW Wehe nicht überbewerten, freuen sich aber über den tollen Saisonstart ihrer Mannschaften. Gute Laune herrscht auch bei den Frauen der HSG Hüllhorst

Rainer Placke

Während der Saisonstart für die beiden Handball-Verbandsligisten TuS Nettelstedt II und HSG Hüllhorst mit Niederlagen danebenging, überraschten in der Landesliga der TuS Gehlenbeck und TuS SW Wehe mit deutlichen Erfolgen. HÖLSCHERS HILFE „Meine Ankündigung, die Mannschaft bei einem Sieg auf eine Maß Bier auf dem Blasheimer Markt einzuladen, hat offensichtlich Wirkung gezeigt“. Fred Hölscher, seit der Relegationsrunde im Traineramt bei seinem TuS Gehlenbeck, attestierte seinen Spielern eine „hervorragende Leistung“ beim deutlichen und vor allem ungefährdeten 27:20-Heimerfolg gegen den HCE Bad Oeynhausen. „Es hat fast alles gepasst. Wir haben in der Deckung sehr kompakt gestanden, den Ball gut laufen lassen und auch vorne weitgehend diszipliniert agiert“, fasste Hölscher seine positiven Eindrücke zusammen. SONDERLOB Ein Sonderlob erhielt dabei Michael Sundermeier, der neben Christoph von der Ahe den neuen Innenblock bildete und vorne am Kreis keinen Fehlversuch hatte – immerhin kam er auf vier sehenswerte Treffer. „Die Deckungsarbeit der beiden hat super funktioniert, und vorne hat Michael Sundermeier seine Klasseleistung perfekt gemacht“, so Fred Hölscher über den Kreisläufer, der den zur HSG Hüllhorst gewechselten Timo Wittkötter ersetzen soll. BALL FLACH HALTEN Gleichwohl bewertet der Gehlenbecker Trainer diesen Sieg nicht über. „Wir sollten schön den Ball flach halten und die nächsten Spiele abwarten. Mal sehen, was am Sonntagabend bei der TSG Altenhagen/Heepen II herausspringt“, blickte Hölscher der ungeliebten Anwurfzeit am Sonntagabend entgegen. Doch ein erstes Etappenziel hat der TuS Gehlenbeck bereits erreicht. „Wir wollen unseren treuen Zuschauern vernünftige Leistungen anbieten. Das hat die Mannschaft gegen Bad Oeynhausen hervorragend umgesetzt“, so Fred Hölscher. EIN SPECHT AM KREIS Der Ex-Hüllhorster Dennis Specht hütet normalerweise das Tor beim HCE Bad Oeynhausen. Das tat er auch in der ersten Halbzeit in der Turnhalle am Wittekind-Gymnasium, ehe er nach dem Seitenwechsel das Torwarttrikot mit einem Spielertrikot wechselte und als Kreisläufer zum Einsatz kam. Immerhin markierte er drei Tore bei diesem kuriosen Einsatz – verhindern konnte er die Niederlage der Badestädter allerdings nicht. PAPES TOLLER EINSTAND Für die zweite Überraschung am ersten Spieltag der Landesliga sorgte der TuS SW Wehe, der beim Einstand des neuen Trainers Dennis Pape einen deutlichen Auswärtssieg bei der SG Bünde-Dünne landete. Pape war verständlicherweise überglücklich und attestierte seiner Mannschaft sowohl in der Abwehr als auch im Angriff eine „ganz starke und reife Leistung“. „Ich hatte nach der Vorbereitung zwar ein gutes Gefühl, doch mit so einem deutlichen Sieg konnte man nicht rechnen. Gleichwohl ist die Entwicklung der Mannschaft noch lange nicht abgeschlossen“, so Pape, der im Innenblock mit Matthias Clemens, Torben Klostermann, Jonas Bruhn und zeitweise auch Andre Ihlenfeld agieren ließ. „Das war gut anzuschauen, wir haben den Bünder Rückraum gut im Griff gehabt“, so Pape. BRUHN FÜHRT REGIE Am Angriffsspiel seiner Mannschaft hatte der neue Weher Trainer ebenfalls nur wenig auszusetzen. „Jonas Bruhn hat auf der Mitte toll Regie geführt, die Spielsteuerung war sehr gut“, ergänzte Pape. Außerdem kam den Wehern die Bünder Abwehrumstellung auf eine 4:2-Formation zu Gute, denn Kapitän Steffen Lohmeier profitierte enorm davon. Mit seiner Zweikampfstärke setzte er viele Akzente. „Wir sind sehr geduldig aufgetreten und haben bis zur wirklichen Wurfchance gewartet“, freute sich Pape. SPITZENSPIEL AM SAMSTAG Nach diesem überzeugenden Auftritt steht für die Weher am kommenden Wochenende ein vermeintliches Spitzenspiel – sofern man am zweiten Spieltag davon sprechen kann – gegen Handball Bad Salzuflen auf dem Programm. Die Badestädter kamen zum Auftakt zu einem 32:15-Kantersieg gegen die HSG Petershagen/ Lahde, wobei Marvin Anzer (13/7) als Schütze herausragte. „Wir wollen natürlich den Schwung des ersten Sieges mitnehmen und ihn auf keinen Fall kleinreden. Ich hoffe, wir haben genügend Zuschauer neugierig gemacht“, würde sich Dennis Pape über eine stattliche Kulisse freuen. Die Begegnung gegen Bad Salzuflen wird übrigens entgegen sonstiger Weher Gepflogenheiten am Samstagabend um 18.30 Uhr angepfiffen, da Armin Hensel am Sonntag mit seiner Frauenmannschaft unterwegs ist. START VERPATZT In eigener Halle wollte der TuS Nettelstedt II einen gelungenen Saisonstart in der Verbandsliga hinlegen. Das misslang gegen Aufsteiger Ahlener SG II, weil die Mannschaft Sebastian Redekers nach einem guten Start zu ungeduldig im Angriff agierte. „Da müssen wir disziplinierter auftreten und nicht jeden Wurf nehmen“, monierte der Coach, dem mit Mats Grzesinski einer der beiden Torhüter fehlte. Zu den Besuchern der Partie gehörten Marian Michalczik, Nationalspieler von GWD Minden, sowie TuS N-Lübbeckes Torhüter Joel Birlehm. Die beiden Freunde verfolgten den Auftritt des älteren Michalczik-Bruders im Ahlener Trikot, der mit seinem Team beide Punkte aus Nettelstedt entführte. SCHNELL VERGESSEN Ganz schnell vergessen wollte Lars Halstenberg das erste Saisonspiel, denn die HSG Hüllhorst kam bei der HSG Altenbeken/Buke mit 16:26 unter die Räder. „Über lange Zeit waren wir ebenbürtig, haben dann aber komplett den Faden verloren. Sowohl hinten als auch vorne. Wir werden darüber unter der Woche sprechen und versuchen, so etwas nicht zu wiederholen“, meinte ein tief enttäuschter Hüllhorster Trainer, der am kommenden Samstag gegen den TSV Hahlen auf eine deutliche Reaktion seiner Spieler setzt – gerade vor dem heimischen Publikum. Personell gibt es eine wichtige Veränderung, denn Christian Wiechert steht gegen den TSV Hahlen zur Verfügung. Am vergangenen Wochenende fehlte er, weil er als Trainer der Frauenmannschaft im Einsatz war. ÜBERRASCHUNG Und den Hüllhorster Frauen gelang mit dem 21:19-Auswärtssieg bei Titelanwärter Lit Tribe Germania gleich mal eine Überraschung. „Wir haben die Partie verdient gewonnen, da gibt es keine zwei Meinungen“, freute sich Wiechert über einen tollen Auftritt seiner bis in die Haarspitzen motivierten Spielerinnen. „Madeline Meyer hat überragend gehalten, die Abwehr hat super funktioniert, und vorne haben wir oft die richtigen Entscheidungen getroffen“, listete der HSG-Coach die positiven Aspekte auf. „Die Mannschaft hat ungemein konzentriert ihren Job erledigt“, ergänzte Wiechert, der nach der durchwachsenen Vorbereitung und der schweren Verletzung von Neuzugang Antonia Liebsch nicht so recht wusste, wo sein Team steht. Der Hüllhorster Coach weilte in dieser Woche übrigens wieder einmal in weit entfernten Gefilden. Dieses Mal war er beruflich in Kambodscha unterwegs. Am Freitag ist er aber wieder in Lübbecke und werde dann die abendliche Trainingseinheit leiten. EIN DUO FEHLT Am Samstag steht für die Hüllhorster Frauen das erste Heimspiel an. Gegen den Kreisnachbarn Eintracht Oberlübbe (Anwurf ist um 17.30 Uhr) soll nach Möglichkeit der zweite Saisonsieg gelandet werden, um aus einem guten einen sehr guten Start zu machen. Allerdings fehlen mit Susann Grüning (sie kann ihren Urlaub nur in dieser Phase nehmen) und Isabel Lehmann zwei wichtige Stammspielerinnen. „Dann müssen unsere Talente eben noch mehr Verantwortung übernehmen. Wir wollen die jungen Spielerinnen sowieso mehr und mehr einbauen“, sagt Christian Wiechert. DUO GEHT LEER AUS In der Frauen-Landesliga lief beim heimischen Duo noch nicht viel zusammen. Sowohl der TuS Nettelstedt als auch TuS Wehe stiegen mit Heimniederlagen in die Saison ein. Während die Nettelstedterinnen beim 22:29 gegen die TG Hörste noch zu wenig Torgefährlichkeit entwickelten, war man bei den Weherinnen nach dem 29:34 gegen Hahlen II mit der Abwehrleistung nicht zufrieden. In Möllbergen (Nettelstedt) und Hilltrup sind beide nun auswärts gefordert.

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