Wie die Eltern, so der Sohn: Fynn Hucke hat sich in Sachen Handball dem Torhüterwesen verschrieben. Mit den Tipps und Tricks des Vaters hat er es ins Verbandsligateam des TuS Nettelstedt geschafft. Die Tür zur Halle und zu seinem Debüt steht ihm offen. Foto: Andreas Gerth - © Andreas Gerth
Wie die Eltern, so der Sohn: Fynn Hucke hat sich in Sachen Handball dem Torhüterwesen verschrieben. Mit den Tipps und Tricks des Vaters hat er es ins Verbandsligateam des TuS Nettelstedt geschafft. Die Tür zur Halle und zu seinem Debüt steht ihm offen. Foto: Andreas Gerth | © Andreas Gerth

Lübbecke Nicht der Heinevetter-Typ

Fynn Hucke ist ein angenehm zurückhaltender Zeitgenosse. Der junge Handball-Torwart gibt sein Debüt im Nettelstedter Verbandsligateam und setzt damit eine Familientradition fort

Andreas Gerth

Mutter Andrea: Torhüterin. Vater Achim: Torhüter. „Ich hatte also gar keine andere Wahl“, lacht Fynn Hucke, der die familiäre Tradition natürlich im Handballtor fortsetzt. So auch heute Abend, wenn er sich in der Sporthalle am Husen mit den anderen Spielern des TuS Nettelstedt II zu seinem ersten Spiel in der Männer-Verbandsliga aufstellt. „Ich merke schon, dass ich von Tag zu Tag ein bisschen nervöser werde“, gibt der 19-Jährige ehrlich zu. Sollte die Partie gegen die Ahlener SG II (Anwurf 19 Uhr) nicht mit der von Vater Achim und seinem Frauenteam kollidieren, darf der junge Torwart wohl auf die geballte elterliche Unterstützung von der Zuschauertribüne zählen. „Das ist für mich kein zusätzlicher Druck, sondern positive Vorfreude“, stellt Fynn Hucke klar. Nur einmal während seiner bisherigen Laufbahn wackelte die Familientradition. „Aufgrund meiner Größe habe ich bei den Minis erst im Feld gespielt. Doch ich habe mich dort nicht wohl gefühlt und bin schnell ins Tor gewechselt“, erinnert sich der Blondschopf. „Ich habe dann die Tipps und Tricks von meinem Vater bekommen und natürlich versucht, sie umzusetzen. Das war für mich kein Druck, sondern Ansporn“, sagt Fynn Hucke. Positive Erinnerungen hat er an sein erstes Männerjahr in Reihen des TuS Nettelstedt III. „Ich bin vorzeitig zu den Männern gewechselt und wurde von den älteren Spielern toll unterstützt. Das war ein sehr guter Einstieg.“ Nun ist der junge Nettelstedter im Verbandsligateam seines Wohnorts angekommen. „Erst einmal musste ich schlucken, als mir gesagt wurde, dass ich zum Kader gehöre. Mir ist klar, dass der Sprung von der Bezirksliga hoch in die Verbandsliga enorm groß sein wird. Das ist eine super Chance, die ich so gut es geht nutzen möchte“, betont der junge Schlussmann. Man tut Fynn Hucke sicherlich nicht weh, wenn man ihn als angenehm zurückhaltend bezeichnet. Doch das sei im Handball nicht immer von Vorteil. „Ich komme noch zu wenig aus mir heraus und zeige zu wenig Emotionen. Das ist eine Sache, an der ich noch arbeiten muss“, räumt er ein. Nicht von ungefähr sieht der 19-Jährige in Nationaltorhüter Andreas Wolff und dessen Ruhe und Sicherheit ausstrahlender Art eher ein Vorbild als im oftmals aufbrausenden Silvio Heinevetter. „Für meine Verhältnisse bin ich schon emotionaler und lauter zu meinen Vorderleuten geworden. Doch so wie Papa werde ich wohl nicht mehr“, so der lachende Hucke junior. Zusammen mit dem 17-jährigen Mats Grzesinksi bildet er ein extrem junges Torhütergespann. Ohnehin ist das neue Nettelstedter Team von Sebastian Redeker („er macht ein super Training, nur beim 5.000 Meter-Lauf mussten wir einmal leiden“) gespickt mit jungen Talenten. „Das muss kein Nachteil sein. Wenn die Mannschaft zusammenwächst und sich die Spieler weiterentwickeln, ist das eher eine Chance“, entgegnet Fynn Hucke. Den Stellenwert des Derbys gegen die HSG Hüllhorst hat der junge Torhüter übrigens schon wahrgenommen. „Das ist ein besonderes Spiel, das man als Nettelstedter natürlich nicht verlieren will“, grinst Fynn Hucke, der in Hüllhorst zur Schule ging. Mittlerweile hat der 19-Jährige eine Ausbildung als Kaufmann für Büromanagement begonnen – bei Stefan Meyer, dessen Sohn Jan-Philipp bei der HSG Hüllhorst spielt. „Vielleicht werden wir dann vor dem Derby nicht mehr so viel über Handball reden“, blickt Fynn Hucke schon mal spaßig voraus.

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