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Doppel - © Gerth
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Espelkamp Ein Stern kommt dazu

Tennis: Die Herren 70 des TV Espelkamp schlagen zum dritten Mal in Folge zu und werden in Pforzheim Deutscher Meister 2018. Bei der Endrunde in Espelkamp fehlt den Herren 75 nur ein einziger Satz

Andreas Gerth
02.09.2018 | Stand 02.09.2018, 21:49 Uhr

Die „Super Senioren“ des TV Espelkamp-Mittwald bekommen einen Stern dazu. Nach den Titelgewinnen in 2010, 2016 und 2017 gab es gestern einen weiteren Deutschen Meistertitel zu feiern. Gesorgt haben dafür die Herren 70 des TVE, die sich unter der Regie von Teamchef Folker Seemann bei der Endrunde in Pforzheim sowohl im Halbfinale gegen Nürnberg als auch im Finale gegen den Gastgeber durchsetzten und damit in dieser Altersklasse zum dritten Mal in Folge zuschlugen – so etwas nennt man wohl auch im Tennis einen Hattrick. Abgerundet wurde dieser außergewöhnliche Erfolg an einem ebenso außergewöhnlichen Tennis-Wochenende von den Herren 30 in München (siehe anderen Artikel auf dieser Seite) sowie den Herren 75 beim „Heimspiel“ in Espelkamp: Beide wurden Deutscher Vize-Vereinsmeister. Während die Herren 70 im Endspiel in Pforzheim gegen das Team des Gastgebers bereits nach den Einzeln vorentscheidend mit 3:1 in Führung gingen und den zum Sieg noch fehlenden Satzgewinn dank Stepan Koudelka und Alexander Cernoch im ersten Doppel verbuchten (um danach die Zähler zum 3:3 Endstand ihren Gegnern zu überlassen), entwickelte sich bei den Herren 75 in Espelkamp ein packender Verlauf. Warum die Espelkamper Westdeutscher Meister geworden waren und in der Endrunde auf eigener Anlage standen, hatten sie schon am Samstag unter Beweis gestellt. „Mit der Aufstellung lagen wir goldrichtig. Es ist optimal gelaufen“, betonte Erhard Schiffner nach dem souveränen 6:0-Erfolg im Halbfinale gegen den LTTC Rot-Weiß Berlin. Ein stark aufspielender Hans Koller, der trotz Problemen an der Schulter auf die Zähne biss und den Sieg gegen die Deutsche Nummer sieben Hanspeter Rabe nach Hause brachte, der Niederländer Herman Smidt gegen die deutsche Hockey-Legende Carsten Keller (Olympiasieger von 1972), sowie Dieter Weitz und Mannschaftsführer Hans-Hermann Leue entschieden alle vier Matches zu ihren Gunsten und brachten den Gastgeber damit bereits nach den Einzeln uneinholbar in Führung. „Wir sind in der Endrunde schon mit dem Anspruch angetreten, das Halbfinale zu gewinnen und ins Finale zu kommen, dieses Pflichtziel haben wir erreicht“, hob anschließend Hans-Hermann Leue hervor. Der Mannschaftsführer der Espelkamper Herren 75 sah sich darin bestätigt, dass das nahezu sechs gleichwertige Akteure umfassende Espelkamper Team „ein großer Vorteil ist und uns verschiedene taktische Möglichkeiten bietet“, so Leue. „Dadurch kriegen wir immer eine gute erste Vier zusammen, ohne dass die Qualität der Mannschaft leidet. Das macht den Erfolg der Mannschaft aus.“ Auch deshalb wählten die Gastgeber am Sonntag für das Endspiel gegen den TC Siershahn eine andere Aufstellung. Anstelle von Hans Koller und dem gehandicapten Hans-Hermann Leue (Zerrung in der Wade) schickten die Gastgeber diesmal Harald Koglin an Position eins sowie Rudolf Perplies an vier ins Rennen. Eine Maßnahme, die sich zunächst nicht auszahlte. Denn nach Niederlagen von Rudolf Perplies und Herman Smidt lagen die Gastgeber recht schnell 0:2 im Hintertreffen. „Wir hatten uns den Punkt von Rudi Perplies erhofft, jetzt wird es sehr schwer“, kommentierte Leue den Zwischenstand. Doch die TVEler zeigten Kampfgeist. Dieter Weitz trumpfte – wie schon am Vortag – stark auf, siegte in zwei Sätzen und brachte die Hausherren auf 1:2 heran. Jetzt waren alle Augen auf Harald Koglin und Gordon Waygood gerichtet, die sich auf dem Center Court ein hochklassiges Match lieferten. Den ersten Satz dominierte Koglin, im zweiten schlug Siershahns australischer Spitzenspieler zurück. Die Entscheidung musste also im Match-Tiebreak fallen, in dem Harald Koglin hohes Risiko ging und dafür am Ende belohnt wurde. Nach dem Matchball zum 10:6 wurde er von seinen Teamkollegen und dem TVE-Ehrenpräsidenten Paul Gauselmann geherzt – die „Super Senioren“ des TVE waren zurück im Spiel. Doch das bessere Satzverhältnis (5:4) sprach für die Mannen aus Rheinland-Pfalz – und dieser eine Satz sollte dem TV Espelkamp in der Endabrechnung zum Verhängnis werden. So hielt sich die Freude im Espelkamper Lager über den Sieg von Harald Koglin mit Herman Smidt im ersten Doppel in Grenzen. Denn bereits zu diesem Zeitpunkt war abzusehen, dass Hans Koller und Rudolf Perplies im anderen Duell auf verlorenem Posten stehen. Sie hatten gegen Waygood/Hanusch schlicht und ergreifend keine Chance. Als Trostpflaster bleibt die Vize-Meisterschaft und das Lob der Gäste für die hervorragende Ausrichtung der Endrunde.

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