So weit nach oben reicht sein Arm gar nicht: Als neuer Juniorenweltmeister im Orientierungslauf über die Sprintdistanz steht Colin Kolbe vom TuS Lübbecke ganz oben im Tableau. Die Live-Ergebnisse wurden im Internet übertragen und ließen seine Freunde mitfiebern. - © privat
So weit nach oben reicht sein Arm gar nicht: Als neuer Juniorenweltmeister im Orientierungslauf über die Sprintdistanz steht Colin Kolbe vom TuS Lübbecke ganz oben im Tableau. Die Live-Ergebnisse wurden im Internet übertragen und ließen seine Freunde mitfiebern. | © privat

Lübbecke Colin Kolbe wie „im Flow“ zum Weltmeistertitel

Orientierungsläufer des TuS Lübbecke hat im ungarischen Kecskemét den Weltmeisterschaftslauf der Junioren gewonnen. Der Student hatte von einer Platzierung in den Top 15 geträumt, doch es sollte weit besser kommen

Kaum zu glauben aber wahr: Colin Kolbe hat im ungarischen Kecskemét den Weltmeisterschaftslauf der Junioren über die Sprintdistanz gewonnen. 27 Jahre nach dem letzten Titel bei den Juniorinnen steht mit dem Orientierungsläufer vom TuS Lübbecke wieder ein Deutscher ganz oben auf dem Podest. Schon bei den Interviews im Vorfeld der Weltmeisterschaften waren bei den deutschen Nachwuchskadern der absolute Wille und das Selbstvertrauen spürbar, welche für eine herausragende Leistung und den ganz großen Wurf notwendig sind. So war es für den amtierenden Deutschen Meister nach einem durchwachsenen Rennen über die Langdistanz auch kein Problem, sich komplett neu auf die Sprintdistanz zu fokussieren. Vor dem Wettkampf hatte der in Dortmund lebende und für den TuS Lübbecke startende Student das Rennen schon mehrfach im Kopf absolviert und von einer Platzierung in den Top15 geträumt, wie er später erklärte. Doch es sollte für ihn besser kommen, weit besser sogar. Als drittletzter Starter ging Colin Kolbe konzentriert auf die 4,1 km lange Bahn. Komplett fehlerfrei kam im ungarischen Kecskemét kaum ein Läufer durch den Mix aus Wohngebieten, Durchgängen, Brücken, weitläufigen Parks mit gesperrten Bereichen sowie natürlichen und künstlichen Barrieren. Im relativ dicht gesetzten Postenbereich gingen auf dem Weg zum neunten Kontrollpunkt einige Sekunden verloren. Da der Lübbecker die gesamte Bahn jedoch in bestechender Form und „im Flow“ (so Kolbe) absolvierte und bei kleineren und größeren Routenwahlen stets die richtige Entscheidung traf, gab der Nationalläufer ab dem 17. Kontrollpunkt virtuell die Führung, die per Funk auf große Leinwände übertragen wurde, nicht mehr ab. Somit gab es nach dem Zieleinlauf neben den Trainern und Aktiven vor Ort wohl nicht wenige Orientierungssportler und Fans, die jubelnd vor den Live-Ergebnissen saßen und hofften, dass dies nicht nur ein Traum war. Die Podestplätze hinter dem neuen Weltmeister Colin Kolbe komplettierten Matthew Fellbaum (Großbritannien) auf Rang 2 sowie Otto Kaario (Finnland) und Kasper Fosser (Norwegen) auf einem geteilten dritten Rang. Für die Orientierungsläufer des TuS Lübbecke ist dies der größte Erfolg seit dem Gewinn der Jugend-Europameisterschaft 2008 durch Christoph Prunsche und gleichzeitig ein gewaltiger Motivationsschub für kommende Herausforderungen.

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